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Frauenrechte sind seit sechzig Jahren hart umkämpft

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Beim Festakt der Frauenunion dankte Kreisvorsitzende Margarete Ritter den vier Mitgliedern der Frauenunion Elfie Linden, Lieselotte Imkamp, Elsbeth Keller und Therese Ersfeld, die sich von Beginn an für die Belange der Frauen stark gemacht haben (li. MDL Axel Wirtz, re. MDB Helmut Brandt und Andrea Barkey, mi. Margareta Ritter und Dr. Sabine Dirhold).

Monschau. 60 Jahre Frauenunion im Kreis Aachen. Zu diesem Jubiläum hatte die CDU Frauenunion des Kreises Aachen am Samstag in die gute Stube der Stadt Monschau, ins Haus Troistorf, eingeladen. Die Frauenunion, so Kreisvorsitzende Margareta Ritter, kämpft seit sechs Jahrzehnten für die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft.

Vieles hätten die Frauen in dieser Zeit geschafft aber ebenso vieles werde in Zukunft noch angepackt werden müssen.

Dass die Frauenunion gehört wird, das zeigte sich an der langen Liste der Ehrengäste, die am Samstag den Weg nach Monschau gefunden hatten.Ê Als Festrednerin hatte man Marion Gierden-Jülich, Staatssekretärin im Ministerium für Frauen, Familien, Jugend und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen verpflichten können.

So selbstverständlich wie es in Art. 3 Absatz 2 des Grundgesetzes steht, „Männer und Frauen sind gleichberechtigt” , so ist es bis zum heutigen Tage immer noch nicht in Gesellschaft und Politik. Immer noch sind Frauen in verantwortlichen Positionen unterrepräsentiert, haben auf dem Arbeitsmarkt schlechtere Chancen und verdienen bei gleicher Leistung weniger Geld als ihre männlichen Kollegen.

Vieles hat sich in den sechs Jahrzehnten auch mit Hilfe der Frauenunion getan. Wieviel sich getan hat, wurde in einem kleinen Film zu Beginn des Festaktes verdeutlicht. Andrea Barkey, Vorsitzende der Union in der Eifel, hatte die Idee zu diesem Film. Sie hat auch das Drehbuch verfasst. Für die technische Umsetzung dankte die Kreisvorsitzende Ritter dem Weiss Verlag Monschau.

Vier Frauen, die sich während dieser sechs Jahrzehnte in der Frauenunion um die Gleichberechtigung bemüht haben, waren in Monschau zugegen. Es sind dies Elfie Linden aus Baesweiler, Lieselotte Imkamp aus Eschweiler, Elsbeth Keller aus Stolberg und Therese Ersfeld aus Simmerath.

Nach a-capella Vorträgen des „Lovely Mister Singing Clubs” aus Roetgen ging Marion Gierden-Jülich in ihrer Festrede auf 60 Jahre Frauenunion in Deutschland ein: 60 Jahre Frauenbewegung das ist auch 60 Jahre streiten um den Kuchen der Macht, der in der Gesellschaft der 1950-er Jahre noch fest in Männerhand war. Am Anfang der Frauenunion lag Deutschland in Schutt und Asche.

Die Männer waren zum Großteil in Kriegsgefangenschaft , und auf den Schultern der Frauen lag in dieser Zeit die alleinige Verantwortung für die Kinder und den Wiederaufbau. Sie haben sich engagiert für eine bessere Gesellschaft in der noch jungen Demokratie.

Doch dieses aufkeimende Selbstbewusstsein der Frauen war in den 50-er Jahren schnell dahin. Die 50-er Jahre, geprägt von der Reorganisation und dem aufkeimenden Wirtschaftswunder der 60-er Jahre , wies der Frau ihren Platz als Mutter und Hausfrau zu. „Frauen müssen nicht arbeiten”, so hieß es in dieser Zeit, und es wurde als Schmach angesehen, wenn der Mann seine Familie nicht ernähren konnte.

Dieses Frauenbild war auch in der Frauenunion allgegenwärtig. Die Frauen unterstützen die männlichen Kollegen in ihrer Politik und engagierten sich ehrenamtlich im sozial-karitativen Bereich.

Der Durchbruch in der Frauenbewegung zeichnete sich in den folgenden beiden Jahrzehnten ab. Höhere Bildungsabschlüsse und Zugang zu Studium und Beruf prägten das Frauenbild der 70-er Jahre. Theoretisch konnten Frauen jetzt einen Beruf ausüben und gleichzeitig Mutter sein. Praktisch war das aber in dieser Zeit ein steiniger Weg. Die Politik hatte ihre Hausaufgaben in keiner Weise gemacht.

Erziehungsgeld, Erziehungsurlaub und garantierte Kindergartenplätze waren Fremdworte. Das änderte sich in den 80-er Jahren unter Familienminister Heiner Geißler. Erziehungsgeld und Erziehungsurlaub wurden ebenso eingeführt wie die steuerliche Anerkennung von Erziehungsleistungen. Das Kindergeld wurde eingeführt und die Rentenanrechnugszeiten für Erziehungsjahre und für Trümmerfrauen.

Nach dem Mauerfall vor 20 Jahren wurde, bedingt durch die Stimmen aus den neuen Bundesländern, der Ruf nach einem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz immer lauter, und auch dieser Rechtsanspruch ist heute selbstverständlich.

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt.” Diese selbstverständliche Aussage des Grundgesetzes musste während der sechs Jahrzehnte Frauenunion hart erkämpft werden, so Marion Gierden-Jülich: „Es war nicht leicht und vieles ist nur auf Umwegen und durch die Hintertür gelungen.

Im Bildungsbereich ist die Gleichberechtigung heute selbstverständlich. Auf dem Arbeitsmarkt dagegen nicht. Dabei kann es sich unsere Gesellschaft gar nicht mehr leisten, auf hochgebildete, leistungsfähige und leistungsbereite Frauen zu verzichten.” Gerichtet an die Politik, rief die Staatssekretärin junge und engagierte Frauen auf, sich um Mandate zu bewerben, denn auch in diesem Bereich der Gesellschaft seien Frauen weiterhin unterrepräsentiert.
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