Monschau - Fotograf Herbert Liedecke: Papierbild ist immer noch sein Schwarm

Christopher Robin Kino Freisteller Winnie Puuh

Fotograf Herbert Liedecke: Papierbild ist immer noch sein Schwarm

Von: V.M.
Letzte Aktualisierung:
Der Fotograf Herbert Liedecke
Der Fotograf Herbert Liedecke vor einem seiner ausdrucksstarken Portraits (Lutz Krüger, Designer aus Aachen) in seinem Atelier im Kolpinghaus. Foto: V. Monterey

Monschau. „Angefangen habe ich mit einer Voigtländer”, erzählt Fotograf Herbert Liedecke, der sich vor einem Jahr ein geräumiges Fotoatelier im Dachgeschoss des Kolpinghauses in der Monschauer Altstadt eingerichtet hat.

Damit hat sich der Autodidakt und gebürtige Schwabe einen Traum erfüllt und widmet sich seither der Architektur-, Portrait- und Tierfotografie und fühlt sich „in Monschau pudelwohl”.

Schon als Jugendlicher widmete er sich in der Freizeit der Fotografie, arbeitete nach der Schule, kaufte sich nach und nach eine eigene Fotoausrüstung und richtete sich eine Dunkelkammer ein.

Selbstverständlich wollte er Fotograf werden, doch Lehrstellen in diesem Beruf waren zu der Zeit heiß begehrt, so dass er schließlich bei Manfred Bredohl in Aachen als Kunstschmied in die Lehre ging.

Vor fünf Jahren kam er nach Monschau, streifte durch die Umgebung, stets nach Motiven Ausschau haltend, und wurde schließlich auf den alten Dachboden aufmerksam, nicht zuletzt weil er gern unten im Kolpinghaus kegeln ging. Rund eineinhalb Jahre nahm die Renovierung des 111 Quadratmeter großen Raumes mit den schönen alten Dachbalken und dem Holzboden in Anspruch.

Das Material für den Ausbau der einstigen Hausmeisterwohnung stellte die Kolpingfamilie zur Verfügung, die Renovierung nahm Liedecke in Eigenarbeit vor. Wer heute die schmale Stiege hinter dem Haus hinaufgeht, den erwartet ein wunderschöner, heller Arbeits- und Ausstellungsraum.

Hier sind die jüngsten Arbeiten von Herbert Liedecke zu sehen, stets mit einem starken Bezug zu Monschau, seinen Bewohnern und seiner Umgebung. Eine Serie von Portraits, meist Menschen, die aus dem Stadtbild nicht wegzudenken sind, Einwohner, „Urgesteine”, Künstler, mal in Farbe, mal in Schwarz-Weiß oder surrealistisch nachbearbeitet.

„Jeder Mensch sollte sich einmal im Jahr fotografieren lassen”, so Liedecke, damit er sich selbst besser kennenlerne, die Veränderungen seiner selbst registriere. Schließlich sei das Bild, das letzte was von einem Menschen übrig bliebe, eine Erinnerung, und auch dieses würde sich in Gedanken immer mehr auflösen. Die Fotografie bleibt.

So schwärmt Liedecke auch immer noch für die Analog-Fotografie, für das Papierbild, unveränderlich und gerahmt, welche fast selbst schon Geschichte ist. Eben diese Geschichten versucht Herbert Liedecke festzuhalten, diese spiegeln sich mit all ihrer Faszination, mit dem Spiel der Farben, mit Licht und Schatten in seiner Fotografie wieder. Egal, ob Menschen, Tiere oder Architektur, die Fotografien sprechen für sich selbst.

So auch die „Dachböden”, 14 kleinformatige Fotografien in Sepiatönen, die zur Zeit im Café-Restaurant „Weekend” zu sehen sind. Ein Blick in die Privatsphäre der alten Fachwerkhäuser, wo einst Menschen arbeiteten, wo Erinnerungen aufbewahrt wurden, wo noch heute dieser und jener Gegenstand seine eigene Geschichte erzählt. Blicke von Drinnen nach Draußen und umgekehrt. Eine dokumentarische Arbeit.

Nach der Einweihung des Ateliers im letzten Jahr mit der Präsentation der dritten Ausgabe der Zeitschrift „Haller”, herausgegeben von Corinna Griesbach und illustriert mit acht Fotografien von Herbert Liedecke, hat der Künstler einen Grundstein seiner Arbeit gelegt.

Demnächst soll die Einrichtung einer Dunkelkammer folgen. „Fotografie, insbesondere die Analogfotografie ist eine aufregende Geschichte”, so Herbert Liedecke, der sein Schwäbisch längst abgelegt hat und sich als Monschauer fühlt.

Er hat beschlossen, das Jetzt festzuhalten für später, stetig nach dem besten Licht zu suchen und das Bild als Dokument der Geschichte zu bewahren.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert