Eicherscheid - Flurheckenweg: Planung hat begonnen

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Flurheckenweg: Planung hat begonnen

Von: P. St.
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Von grünen Wällen wunderbar
Von grünen Wällen wunderbar umgeben: Die Einzigartigkeit der Flurhecken rund um Eicherscheid erschließt sich vor allem aus der Vogelperspektive. Foto: P. Stollenwerk

Eicherscheid. „Die Ortskerne wirken auf Luftbildern als hätten sie sich in die Zentren der Heckenvernetzungen eingekuschelt oder wären dort von Geisterhand eingesponnen worden. Die Flur- und Haus, Schutz- und Trutzhecken der Eifel stellen in kulturhistorischer, biologischer und ästhetischer Hinsicht etwas Besonders und Einzigartiges dar.”

So anschaulich und treffend hat der Aachener Schriftsteller Hermann-Josef Schüren, der zeitweilig in Eicherscheid lebte, das Eifeler Heckenland einmal beschrieben.

Mit der Zeit ist auch den Menschen vor Ort, die in diesem Naturraum groß geworden sind, die herausragende Stellung und Besonderheit dieses in Mitteleuropa einzigartigen Landschaftstys bewusst geworden. Nun soll auf Initiative des Eicherscheider Ortsvorstehers Günther Scheidt erstmals ein so genannter Flurheckenweg eröffnet werden. Zu nächsten Saison, also in gut einem halben Jahr, soll der acht Kilometer lange Weg, der durch die Heckenlandschaft rund um Eicherscheid führt, beschildert und markiert sein.

An der Kuhlerheide wurde das Projekt jetzt vorgestellt. Hier, auf einer zugigen Anhöhe zwischen Huppenbroich und Eicherscheid, soll am Wegesrand demnächst auch ein neuer Eifel-Blick eingerichtet werden.

Der Flurheckenweg soll mehr sein als eine weitere Wanderroute. Eingebunden in ein pädagogisches Begleitkonzept, an dessen Umsetzung Renate Scheidt federführend mitwirkt, soll die Heckerunde zu einem Erlebnisparcours werden. An Infotafeln soll der Wandel der Landwirtschaft, der Ursprung der Flurhecken und die Bedeutung für Flora und Fauna erläutert werden. Die Aufbereitung des Themas soll auch die Neugier von Jugendgruppen wecken.

„Wanderer und Spaziergänger sollen über eine zuverlässige Wegweisung zu den schönsten Eindrücken und Ausblicken geführt werden. Bänke und Rastmöglichkeiten werden zum Aufenthalt und zum Naturgenuss eingeladen”, wie Leader-Regionalmanager Alexander Sobotta erläuterte.

Dass dieses vielversprechende Projekt überhaupt verwirklicht werden kann, ist der EU-Leaderregion-Eifel-Förderung zu verdanken, denn immerhin galt es, Gesamtkosten von 34.000 Euro zu finanzieren. 16.000 Euro enthielt der jetzt eingetroffene Leader-Förderbescheid, 15.000 Euro stellte die Städteregion Aachen aus ihren Tourismusförderprogramm bereit; der Eigenanteil der Gemeinde Simmerath bewegte sich bei angenehmen 3500 Euro. Entstanden ist die Idee des Flurheckenweges aus der Zukunftswerkstatt Eicherscheid heraus, wo praktikable Ideen für die Stärkung der dörflichen Gemeinschaft entwickelt wurden.

Dass Eicherscheid über diese einzigartige Kulturlandschaft auch heute noch verfügt, ist nicht zuletzt der Gradlinigkeit der örtlichen Landwirte zu verdanken, die sich seinerzeit wehrhaft gegen die anstehende Flurbereinigung erhoben, und so von diesem radikalen Eingriff in die Landschaft verschont blieben.

Diesen Aspekt hob auch Günther Scheidt bei der Projektvorstellung hervor. Seit mehr als 300 Jahren existierten die ältesten Flurhecken, deren Gesamtlänge in der Gemarkung Eicherscheid exakt 108 Kilometer umfasse.

Einst als Schutz und Grenzmarkierungen angelegt, steht heute der ökologische Aspekt im Vordergrund. Dank der fachgerechten Pflege durch die Eigentümer wird dieser kulturhistorische Wert auch weiterhin erhalten.

Stellvertretender Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck zeigte sich ebenso angetan von „dieser hervorragenden Idee”, wie auch Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Auch die Höhenorte in der Gemeinde hätten „einiges zu bieten.” Bei vielen Dorfwettbewerben habe der „Vize-Eurpoameister” Eicherscheid gerade mit der einzigartigen Heckenlandschaft gepunktet.

Eicherscheid kam in diesen Wettbewerben bereits zu höchsten Ehren. 2007 wurde das Dorf Bundessieger bei „Unser Dorf hat Zukunft” und 2010 erhielt man den „Europäischen Dorferneuerungspreis.”

Für Ortsvorsteher Günther Scheidt bietet das Thema Hecken für die Zukunft noch weiteres Potential. So könnte er sich beispielsweise ein regelmäßig stattfindendes Heckenfest in Eicherscheid vorstellen.
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