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Flüchtlingsrat in Roetgen bittet um Hilfe für Familien

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Die Gemeinde Roetgen ist weiter auf der Suche nach Wohnraum für Flüchtlinge: Im Wiedevenn wird bereits der Platz für die Mobilwohnheime hergerichtet, in denen weitere Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Foto: A. Gabbert

Roetgen. Mehr als 180 Flüchtlinge und Asylbewerber leben zurzeit in Roetgen und Rott. Und sie brauchen Unterstützung, um sich im Dschungel des neuen Alltages in Deutschland zurechtzufinden. Diese Unterstützung möchte der Flüchtlingsrat in Roetgen den Hilfesuchenden im Ort geben.

Dafür werden weitere Paten gesucht. Es geht dabei um ganz praktische Hilfe. Am Anfang steht das Kennenlernen der ganz normalen Infrastruktur im Ort: Wo ist die Tafel? Wo gibt es Sprachkurse? Was ist der Alternativladen? Wie funktioniert das mit dem Busticket? Aber der Flüchtlingsrat hilft auch, wenn es um Wege zum Arzt geht oder Termine mit Behörden anstehen.

„Kinder von Familien sollen möglichst schnell in Kindergarten oder Schule kommen, das ist die beste Integration und lässt die ganze Familie schneller in den Ort wachsen. Ebenso ist Integration durch Sport sehr wirkungsvoll, für Flüchtlinge und Einheimische. Die Vereine sind da sehr offen und bei dem großartigen Sportangebot in Roetgen ist fast für jeden etwas dabei“, schreibt der Flüchtlingsrat. Es gehe bei einer Patenschaft aber nicht um eine Rund-um-Betreuung. „Wenn sich jemand einmal pro Woche Zeit für eine Familie nehmen kann, wäre das schon eine große Hilfe“, sagt Maria Feige vom Flüchtlingsrat. „Erfahrene Mitarbeiterinnen des Flüchtlingsrates begleiten die neuen Paten zu den Familien und stehen bei Fragen und zur Unterstützung bereit. Es muss sich also niemand alleine gelassen oder überfordert fühlen. Jeder kann in diese Aufgabe hineinwachsen, und wenn es mal nicht passt, ist es auch kein Problem die Patenschaft zu beenden.“

Auch unter den Flüchtlingen würden die Informationen sehr schnell fließen und die Hilfsbereitschaft untereinander sei groß. Als Übersetzer stünden Flüchtlinge, die schon deutsche Sprachkenntnisse erworben haben, sehr gerne zur Verfügung. Eine Patenschaft sei spannend. Menschen anderer Kulturen weiteten und bereicherten den Blickwinkel. „Diese Erfahrung machen wir immer wieder“, sagt Maria Feige. „Wir möchten Roetgener und Roetgenerinnen bitten, uns beziehungsweise die Flüchtlinge durch Übernahme einer Patenschaft zu unterstützen. Keine Angst, es ist immer jemand als Unterstützung da. Und es gibt regelmäßige Treffen der Paten, um sich auszutauschen. Wir können gerne in einem ersten Gespräch noch mehr über die Arbeit berichten, bitte nehmen Sie ganz unverbindlich Kontakt auf.“

Um die Flüchtlinge, die nach Roetgen kommen, unterzubringen, sucht die Gemeinde weiter nach Wohnraum. Neben den Gemeinschaftsunterkünften in Roetgen und Rott, ist der allergrößte Teil der Flüchtlinge in privaten Wohnungen und Häusern untergebracht. Meist sind es Familien, die der Gemeinde derzeit zugewiesen werden und die alle privat untergebracht sind. „Die Erfahrung ist durchweg gut, die Aufnahme und Akzeptanz in der Nachbarschaft klappt hervorragend und es gibt keine Probleme“, sagt Dirk Scheins vom Sozialamt der Gemeinde Roetgen. „Bitte, stellen Sie Ihre leerstehenden Wohnungen und Häuser in Roetgen der Gemeinde als Mietobjekt zur Verfügung, damit wir auch weiterhin die Menschen gut unterbringen können und nicht doch irgendwann auf die Turnhalle zurückgreifen müssen“, lautet auch der Appell des Flüchtlingsrates. Mittlerweile seien auch Flüchtlinge als Untermieter in Familien untergebracht, auch dies sei eine Möglichkeit zu helfen und auch diese Erfahrungen seien sehr gut.

Wohnungen müssen eingerichtet werden. Dafür sucht die Gemeinde noch weitere Einrichtungsgegenstände wie Küchen, Betten, Schränke, Wohnzimmereinrichtung und Essgruppen sowie Haushalts- und Küchenutensilien, angefangen vom Staubsauger bis zu Kochtöpfen, Pfannen und Besteck. „Die Hilfsbereitschaft in der Roetgener Bevölkerung ist groß, ob durch Sachspenden, Unterstützung des Deutschunterrichtes für Kinder und Erwachsene bis hin zu Fahrdiensten. Dafür sind wir sehr dankbar“, resümiert Maria Feige die Arbeit des vergangenen Jahres. „Wir zählen auch weiterhin auf diese Unterstützung, denn nur so ist es möglich, dass wir immer wieder gefragt werden: Wo sind denn die vielen Flüchtlinge in Roetgen? Diese Menschen möchten sich ganz normal und alltäglich in Roetgen aufhalten und so funktioniert das Miteinander ganz hervorragend. Das soll auch so bleiben“, sagt Feige.

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