Fledermäuse besetzen jetzt Kampfhäuser

Von: P. St.
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Die einstigen Kampfhäuser in Wollseifen gehören jetzt allein Fledermäusen. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Ehemalige Kampfhäuser, Bunker sowie ein Wasserturm und andere Gebäude rund um die Wüstung Wollseifen sind nun gesichert und die Besucher des ehemaligen Dorfes damit vor Unfällen geschützt. Dafür sorgten die Flächeneigentümerin Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bundesforst, in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung Eifel.

Im vergangenen halben Jahr wurden, neben dem Abriss akut einsturzgefährdeter Gebäude, die Fenster, Eingänge und sonstige Öffnungen an verbliebenen Häusern verschlossen. Was für Nationalparkbesucher abweisend scheint, stellt für andere die Einladung in ein gemütliches und nun ungestörtes Winterquartier dar. Durch Schlitze und Öffnungen gelangen Amphibien und Fledermäuse in die winddichten Innenräume. „Das Ergebnis zeugt von einem gelungenen Kompromiss in der Frage des Umgangs mit diesen militärischen Hinterlassenschaften“, zieht Markus Vollmer ein positives Resümee.

Was mit den ehemaligen Übungseinrichtungen des belgischen Militärs zu geschehen hat, diskutierten im vergangenen Jahr die Denkmalschutzbehörde, der Kreis Euskirchen, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die Bezirksregierung Köln und die Nationalparkverwaltung Eifel intensiv. Die Nationalparkverwaltung neigte damals zu einem Komplett-Abriss der Kampfhäuser, um seiner Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Besonders im Kreis Euskirchen regte sich aber politischer Widerstand gegen diese radikale Maßnahme, die auch Teil der Geschichte Wollseifens sei. Auch die Denkmalschutzbehörde schob einen Riegel vor.

Schließlich einigte man sich: Ein Großteil der noch vorhandenen Gebäude, die einst zum Üben des Häuser- und Straßenkampfes dienten und in den 80er Jahren errichtet wurden, wurde abgerissen. Lediglich an der Hauptstraße des militärischen Übungsdorfes blieben 21 der ehemals 52 Kalksandsteinhäuser erhalten. In diesen sowie im Wasserturm, Trafohäuschen und in umliegenden Bunkern wurden Tür- und Fenstereingänge zugemauert oder mit Stahltüren versehen.

„Wir sind froh, dass die Gebäude nun sicher sind und sich zu interessierte, neugierige Besucher nicht verletzen können“, zeigt sich Peter Joerißen aus der Nationalparkverwaltung zufrieden.

Normalerweise bewohnen Fledermäuse Höhlen, Felsspalten und Bäume im Nationalpark. Aber auch die Ruinen und verbliebenen Gebäude in Wollseifen sind bei den Säugetieren als attraktive Quartiere beliebt. So wurde im Zuge der Sicherungsarbeiten gleichzeitig alles dafür getan, dass sich Fledermäuse und Amphibien wohl fühlen:

Angeschüttete Steinhaufen für Kreuzkröte und Mauereidechse, Hohlblocksteine für Fledermäuse sowie das Herstellen eines wohnlichen Raumklimas für die Tiere, die es zwar gerne feucht, aber windstill mögen. Der langjährig im Nationalpark tätige Arbeitskreis Fledermausschutz der Naturschutzverbände befürwortete das Projekt. Die Umgestaltung und Einrichtung der Gebäude aus Sicht des Artenschutzes übernahm das beauftragte Planungsbüro der Biologin Dr. Henrike Körber aus Langerwehe. Die Fledermausexpertin befasst sich schon seit 30 Jahren mit den kleinen Säugern und für die Nationalparkverwaltung untersucht sie die Flieger seit zehn Jahren.

„Ich habe schon die erste Mauereidechse auf dem aufgeschütteten Steinhaufen gesehen“, freut sich die Biologin über den von der Eidechse bereits angenommene Sonnenplatz am Bunker am ehemaligen Flugplatz Vogelsang.

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