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Firma Myrenne: „Ausbildungsbetrieb des Jahres“

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Evelyn Myrenne und Karl-Heinz Backes, die sich die Geschäftsführung der Myrenne GmbH teilen, hatten kürzlich Grund, ein wenig zu feiern: Der im Roetgener Gewerbegebiet ansässige, mittelständische Betrieb mit 30 Mitarbeitern wurde als „Ausbildungsbetrieb des Jahres“ im Feinwerkmechaniker-Handwerk ausgezeichnet.

Roetgen. In den Schulferien ein bisschen Geld verdienen – das war eigentlich der Plan von Evelyn Myrenne. Weil die Eltern einen eigenen Betrieb hatten, spezialisiert auf Apparatebau, sagten sie der Tochter, dass sie auch dort mitarbeiten könne. Bot sich ja an. Und auch wenn Evelyn Myrenne bis dahin nicht wirklich Interesse am Feinwerkmechaniker-Gewerk hatte, entschied sie sich dafür. Es ging ja nur um einen Ferienjob, zwei Wochen, wird schon gehen.

Aus den zwei wurden sechs Wochen. Und aus dem Ferienjob eine berufliche Perspektive. „Ich hatte an der Arbeit einfach so viel Spaß, dass schnell klar war: Das möchte ich machen“, sagt Evelyn Myrenne heute. Sie hat das dann durchgezogen, sehr konsequent. Zunächst die Lehre zur Feinwerkmechanikerin, irgendwann die Übernahme des elterlichen Betriebs. Mittlerweile ist sie im Unternehmen in der Konstruktion tätig. Die Geschäftsführung teilt sie sich mit Karl-Heinz Backes, der auch für die Betriebsleitung zuständig ist.

Zusammen haben die beiden vor kurzem ein bisschen gefeiert. Denn die „Myrenne GmbH – Spezialmaschinen + Apparatebau“, ansässig in Roetgen, wurde bei der Bundesversammlung des Deutschen Metallhandwerks in Essen als „Ausbildungsbetrieb des Jahres“ im Feinwerkmechaniker-Handwerk ausgezeichnet.

Für den Betrieb ist dies eine schöne Bestätigung, dass der Auffassung, wie man Nachwuchs für sich gewinnt, der richtige Gedanke zugrunde liegt. Und der spiegelt sich in der Geschichte wider, die Evelyn Myrenne erzählt, wenn sie gefragt wird, wie ihr Weg ins Unternehmen verlief.

Denn dort bekommt heute niemand eine Lehrstelle, der nicht vorher erlebt hat, was den Beruf des Feinwerkmechanikers ausmacht, wie er sich anfühlt, was es heißt, in diesem Bereich zu arbeiten. Für Bewerber ist ein zweiwöchiges Praktikum längst Standard. „Das wird ganz normal bezahlt. Und am Ende haben beide Seiten gewonnen“, sagt Karl-Heinz Backes. Und sei es die Erkenntnis aufseiten des Praktikanten, dass es doch nicht der richtige Beruf für ihn ist.

Abitur keine Voraussetzung

Abitur ist bei Myrenne keine Voraussetzung dafür, eine Lehrstelle zu bekommen. Im Gegenteil, man bevorzugt es, die Menschen möglichst jung für eine Ausbildung zu gewinnen. „Ich bin der Überzeugung, dass man von der Ausbildung bis zu dem Zeitpunkt, an dem man wirklich ein guter Handwerker ist, schon zehn Jahre braucht. Ich denke, das ist in allen Gewerken so“, erklärt Backes die Philosophie, die dahinter steht.

Die Myrenne GmbH beliefert die Automobil- und Halbleiterindustrie sowie wissenschaftliche Institute der Hochschulen, außerdem fertigt sie Spezialmaschinen nach Kundenwunsch. Die Arbeit im Betrieb ist entsprechend anspruchsvoll. „Da am Personal zu sparen, hieße an der falschen Stelle zu sparen“, sagt Backes. Was auch bedeutet: Die Anstrengungen in Sachen Ausbildung werden nicht zum Selbstzweck unternommen. Sie bringen den Betrieb voran.

Die Myrenne GmbH hat aktuell 31 Mitarbeiter, darunter drei Maschinenbau-Ingenieure in der Konstruktion, sechs Feinwerkmechanikermeister, neun Gesellen und drei Lehrlinge. „Einer unserer ehemaligen Auszubildenden feiert jetzt sein 25-jähriges Dienstjubiläum“, sagt Evelyn Myrenne. Weil viel in den Nachwuchs investiert wird, ist man natürlich darauf bedacht, gute Bedingungen zu bieten, damit er dem Betrieb langfristig erhalten bleibt.

Und das spricht sich rum. Backes sagt: „Bis Ende 2015 sind bei uns bereits alle Lehrstellen vergeben.“ In Zeiten des Fachkräftemangels ist das eine sehr gute Ausgangslage.

Bei Ausbildungsmessen wird Myrenne dennoch weiterhin vertreten sein, um jungen Menschen die Vorzüge des Handwerks zu verdeutlichen. „Aber manchmal ist es wirklich erschreckend, wenn 14-15-Jährige als Erstes fragen, wie viel man in dem Beruf verdienen kann“, sagt Backes: „Dabei ist doch zunächst viel grundlegender, dass man Freude an dem hat, was man tut.“ Evelyn Myrenne nickt, als sie das hört. Sie weiß das. Aus eigener Erfahrung.

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