Feuerwerk und Fachwerk: Knallerei in der Altstadt ist erlaubt

Von: Ernst Schneiders
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Die Bewohner der Monschauer Altstadt müssen nicht auf ihre Silvesterknallerei verzichten. Die Verschärfung des Sprengstoffrechts bezieht sich nämlich nicht auf die handelsüblichen Feuerwerkskörper. Diese dürfen weiterhin in der Nähe von Fachwerkhäusern gezündet werden. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Da schoss doch bei einigen Leuten im Monschauer Rathaus der Adrenalinspiegel in die Höhe. Im Rathaus setzte sich nämlich die Erkenntnis durch, dass mit einer Verschärfung des Sprengstoffrechts seit dem 1. Oktober Feuerwerk und Fachwerk nicht mehr zusammenpassen.

Das in der historischen Altstadt, und das auch noch zwei Tage vor Silvester. Bleibt es in der Altstadt Schlag Neujahr dunkel, oder dürfen doch Raketen gestartet und Böller gezündet werden?

Sie dürfen! „Die Tradition kann auch in der Altstadt gepflegt werden”, beruhigt Bürgermeisterin Margareta Ritter, nachdem sich ihre Verwaltung bei der Bezirksregierung schlau gemacht hatte und die Antwort aus Köln im Rathaus vorlag.

Das Verbot bezieht sich nämlich nur auf Feuerwerkskörper der Klasse 3, nicht aber auf die im Handel erhältlichen Feuerwerkskörper der Klassen 1 und 2.

Bisher ist es bereits untersagt, Feuerwerk in der Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kindergärten oder Altenheimen zu zünden. Seit 1. Oktober ist es auch nicht mehr erlaubt, entsprechende pyrotechnische Gegenstände in der Nähe von Reed- und Fachwerkhäusern zu benutzen - wegen der Brandgefahr.

So kehrt also Ruhe ein, vorerst. Denn Monschaus Bürgermeisterin schließt nicht aus, dass dieses Thema im nächsten Jahr erneut ein Thema werden wird. Margareta Ritter: „Es gibt manchmal Leute, die sind dermaßen belesen, dass ich befürchte, wir erhalten im nächsten Jahr dazu noch Ausführungsbestimmungen.”

Die vorliegende Bestimmung sei nämlich interpretationsfähig. „Solange ich aber keine Verfügung in Händen halte, wonach auch Feuerwerkskörper der Klassen 1 und 2 verboten sind, sehe ich in der Altstadt keinen Handlungsbedarf”, stellte die Verwaltungschefin klar. Der Adrenalinspiegel kann also getrost wieder auf Normalwerte heruntergefahren werden, zumal die Monschauer Feuerwehr auch in dieser Silvesternacht wieder C-Rohr bei Fuß stehen wird.

Dass damit auch die Ordnungshüter eine Sorge weniger haben, kann man so nicht sagen, denn, so Polizeisprecher Paul Kemen, es sei nicht Sache der Polizei, die Einhaltung dieser Vorschrift zu überprüfen. Kemen: „Man kann nur an die Vernunft der Menschen appellieren, allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen und nicht dort Feuerwerkskörper zu zünden, wo es gefährlich werden kann. Eine Möglichkeit, das flächendeckend zu kontrollieren, hat die Polizei allerdings nicht.”

Der Polizeisprecher hätte sich außerdem gewünscht, dass die Vorschrift klar gefasst und beizeiten hinreichend publik gemacht worden wäre: „Viele Leute wissen doch gar nicht, worum es bei dieser Sache geht.”

Darüber hinaus mahnt Kemen, wie in jedem Jahr, den sachgemäßen Umgang mit dem Silvesterfeuerwerk an. Eltern haften für ihre Kinder - deshalb sollten sie auch ein Auge darauf haben, was der Nachwuchs mit den nicht ungefährlichen Errungenschaften der pyrotechnischen Industrie so alles anstellt. „Und ein Eimer Wasser sollte am besten auch in der Nähe stehen.”
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