Roetgen - „Farfarello” wird zum Feuerwerk aus Klang und Farbe

„Farfarello” wird zum Feuerwerk aus Klang und Farbe

Von: heg
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„Teufelsgeiger” in der Kirch
„Teufelsgeiger” in der Kirche: Mani Neumann zog in Roetgen die Zuhörer in seinen Bann. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Einen Genuss für alle Sinne erlebten zum Auftakt des Kulturfestivals der Städteregion die zahlreichen Besucher, die das Konzert „Farfarello im Licht - das Spiel der Elemente” angelockt hatte.

Schon lange vor dem Einlass ab 20.30 Uhr hatte sich vor der evangelischen Kirche in Roetgen eine Schlange gebildet, und schnell war der Raum dann bis zum aller-allerletzten Platz gefüllt. Für das Ensemble Farfarello stehen „Teufelsgeiger” Mani Neumann und Gitarrist Ulli Brand, die seit 30 Jahren ein musikalisches Team bilden und an diesem Abend verstärkt wurden durch den indonesischen Percussionisten Nibby Noya.

Ins Licht gesetzt wurden die Musiker vom Illuminationskünstler Jörg Rost, der Farbe, Licht und Schatten zu einem Kunstwerk kreiert, das den Räumen - wobei Kirchen seine liebsten Objekte sind - ganz neue und ungewöhnliche Strukturen und Stimmungen verleiht.

Das anfangs eher verhaltene Farbenspiel hüllte, nachdem es vollends dunkel geworden war, das barocke Kirchenschiff in intensive, die Stimmung und den Rhythmus der Musik aufgreifende Tönungen und schuf damit eine faszinierende Atmosphäre.

Die Zeit bis zum Eintritt der Dämmerung nutzte Pfarrer Wolfgang Köhne zur Begrüßung, die er auch im Namen der Städteregion in Person von Dr. Nina Mika-Helfmeier, die als künstlerische Leiterin des Kulturfestivals immer wieder überraschende Events präsentiert, sowie von Bürgermeister Manfred Eis aussprach.

Als „Hausherr” versäumte er auch nicht, auf den desolaten Zustand des Dachstuhls der Kirche, die vielfältige Funktionen als Gotteshaus, Kultur- und Konzertraum erfüllt, hinzuweisen und darum zu bitten, während der Pause durch fleißigen Konsum am Getränkestand zur Deckung der immensen Kosten der Sanierung beizutragen.

Als Reverenz an das ländliche Roetgen hatte Mani Neumann als erstes Stück „Weite Felder” ausgesucht und ließ damit sofort den Funken auf sein Publikum überspringen. Ein abwechslungsreicher Mix, mal verhalten-träumerisch, mal voller Rock, Pop und Folklore oder mit klassischen Anklängen, versetzte die Zuhörer immer wieder in Begeisterung bis hin zum mitreißenden Finale, in dem Mani Neumann, der nicht nur seine Geige, sondern auch Flöten virtuos zu spielen weiß, Ulli Brand und Nippy Noya sowohl im Zusammenspiel als auch als Solisten noch einmal alle Register zogen.

Von den Standing Ovations der Zuhörer ließen sich das Trio an den Instrumenten und die für das perfekte Gesamtkunstwerk nicht minder wichtigen Techniker im Hintergrund trotz der vorgerückten Stunde noch zu einer Zugabe bewegen und mit einer „Rhapsody”, in der sich gefühlvolle Geigenklänge harmonisch mit hämmernden Rhythmen verwoben, fand der außergewöhnliche Abend ein stimmiges Ende.

Das 9. Kulturfestival dauert noch bis zum 24. August und bietet noch zahlreiche, oft kostenlose Konzerte, Lesungen und Ausstellungen in der Städteregion.
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