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Von: hes
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Im Gleichschritt Marsch! Seit
Im Gleichschritt Marsch! Seit vergangenen Freitag stolzieren drei Weißstörche über die Wiesen bei Stillbusch und scheinen sich hier pudelwohl zu fühlen. Ab und an fliegen sie einzeln oder zu Dritt durch das Umland, kehrten aber bis gestern immer wieder hierhin zurück. Foto: Heiner Schepp

Imgenbroich. Verlängerter Wochenendurlaub oder ernsthafte Umzugsabsichten? Seit vergangenen Freitag spazieren auf der großen freien Fläche entlang der Straße Hengstbrüchelchen von Imgenbroich in Richtung Rochusmühle drei Weißstörche über die frisch gemähten Wiesen.

„Ich dachte zuerst, das wären Fischreiher”, berichtet Alice Klein, die die Großvögel gleich vis-a-vis vom Bauernhof Klein als Erste entdeckte. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich das muntere Trio zwischen Victorswäldchen und Gut Stillbusch jedoch als äußerst seltener Besuch einer Gruppe von Weißstörchen.

Diese werden zwar immer wieder mal hier in der Nordeifel kreisend oder auch zwischengelandet gesichtet - ein so langer Aufenthalt aber ist selbst Günter Krings, Naturbeobachter und Vogelexperte nicht bekannt: „Der Weißstorch ist ein Vogel der Niederungen und Flussauen; deshalb gehörte die Nordeifel bislang nicht zu seinen bevorzugten Landstrichen”, weiß Krings, der als Ornithologe vor Jahren erfreut die Wiederansiedlung von Schwarzstörchen in unseren Gefilden registrierte.

„Bei Erkensruhr, im Nationalpark, im Wüstebachtal, unweit von Ternell und im Zweifaller Wald wurden brütende Schwarzstorchpaare gesehen und frisch bewohnte Horste gefunden”, berichtet Krings. „Das wäre noch vor 20 Jahren undenkbar gewesen”, weiß der Experte, dass der schwarze Vetter von „Meister Adebar” als Waldbewohner die waldreiche Nordeifel schätzen gelernt hat.

Ein so ausgedehntes Gastspiel von Weißstörchen im Monschauer Land aber ist selbst „Vogelzähler” Krings nicht bekannt. „Ich kann nur vermuten, dass es sich um drei unverpaarte Tiere einer letztjährigen Brut handelt, die sich auf den frisch gemähten Wiesen am reichen Nahrungsangebot erfreuen”, glaubt Krings. Es gebe in diesem Jahr sehr viele Käfer, die neben Fröschen und anderen Lebewesen, die kriechen und krabbeln, auf dem Speiseplan der Weißstörche ganz oben stehen.

Ornithologische Sensation

Was dagegen spricht, dass es sich um vagabundierende Junggesellen handelt, ist die Tatsache, dass ein Tier aus dem Trio sich seit Freitag mehrfach alleine vom Acker gemacht hat und ein Paar zurückließ. „Das wäre natürlich eine ornithologische Sensation, wenn diese Störche jetzt mit dem Nestbau beginnen und hier brüten würden”, sagt Günter Krings, hält das aber nicht für ausgeschlossen: „Früher zogen die Störche jedes Jahr aus dem afrikanischen Winterquartier nach Nord- und Ostdeutschland.

Aber der Zugtrieb ist bei vielen inzwischen erloschen. Schon möglich, dass sie sich neue Lebensräume suchen.” Dafür spräche auch, dass der Weißstorch - allerdings mit menschlicher Nachhilfe - vor Jahren im benachbarten Rheinland-Pfalz angesiedelt wurde und dort seine Bestände stetig vergrößert.

Man darf also gespannt sein, wie lange das Weißstorch-Trio sich noch auf den Weiden bei Imgenbroich aufenthält und ob es tatsächlich ernsthafte Ansiedlungsabsichten hegt.

Wer die drei Langbeiner beobachten möchte, sollte dies am besten von der Straße aus tun. Die Störche sind zwar laut Alice Kleins Beobachtung nicht sonderlich scheu, doch könnte ein Mensch, der ihnen zu nah kommt, das Gastspiel rasch beenden. „Und das wäre doch schade”, findet die Bäuerin und sagt: „Das wäre doch mal eine Attraktion, wenn die Störche oben auf unserem Silo ihr Nest bauen würden!”
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