Falscher Stimmzettel: In Roetgen wird ein bisschen neu gewählt

Von: Ernst Schneiders
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Roetgen. Das Superwahljahr 2009 ist in Roetgen immer noch nicht ausgestanden. Die Wahl der beiden stellvertretenden ehrenamtlichen Bürgermeister ist nämlich an einem Formfehler gescheitert und muss wiederholt werden.

Das soll am kommenden Dienstag in der Ratssitzung ohne viel Aufhebens geschehen, wie Bürgermeister Manfred Eis betonte. Der Stimmzettel war falsch aufgebaut, räumte der Verwaltungschef ein. Außer den Grünen war das allerdings niemandem aufgefallen.

„Wo Menschen am Werk sind, werden Fehler gemacht”, war der Bürgermeister bemüht, den Ball flach zu halten. Da hatte sich doch ein pfiffiger Mitarbeiter der Verwaltung der Wahl vor fünf Jahren erinnert, als die beiden stellvertretenden Bürgermeister aus zwei konkurrierenden Listen gewählt wurden. Beide Namen standen auf dem Stimmzettel, aber nur einer durfte angekreuzt werden.

Das war damals richtig, diesmal aber nicht, denn diesmal war über einen gemeinsamen Vorschlag aller fünf Fraktionen zu befinden, hätte geheißen: Beide Namen stehen auf dem Stimmzettel und dazu die Wahlmöglichkeiten „Ja”, „Nein” und „Enthaltung”.

War aber nicht so, und die gesamte Abstimmung erinnerte dann an Nachrichten aus Absurdistan. Wer beide Namen angekreuzt hatte, weil schließlich gemäß der Vereinbarung beide Kandidaten gewählt werden sollten, dessen Stimmzettel wurde für ungültig erklärt. Das waren zehn. SPD, UWG und der Bürgermeister kreuzten den SPD-Kandidaten an, der es auf 14 Stimmen brachte. Der CDU-Kandidat kam über drei Stimmen nicht hinaus. Die Verwirrung war komplett und die Grünen mit dem Prozedere nicht einverstanden, wie deren Sprecher Gerd Pagnia erklärte. Bei der Verwaltung habe er nach dem Protest „keinerlei Einsicht” ausmachen können, „und von der SPD kam nur Häme, als seien wir zu doof, so einen Zettel auszufüllen. Das hat an uns genagt”.

Ergebnis dieser Nagerei: Die Grünen schalteten die Kommunalaufsicht der Städteregion ein und die gab ihnen Recht. Die Wahl sei ungültig uns müsse wiederholt werden, hieß es aus Aachen. Auf ein „Wort der Entschuldigung” wartet Pagnia immer noch.

Helmut Mulorz (SPD) und Peter Schneider (CDU) werden am kommenden Dienstag also erneut auf einer gemeinsamen Liste ins Rennen gehen. Politisch dürfte auch diesmal das kein Problem werden. Aber vielleicht sollte vor dem Wahlgang jemand vorsichtshalber einen scheuen Blick auf die Stimmzettel werfen.
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