Nordeifel - Fällaktion nur zum Schutz der Natur

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Fällaktion nur zum Schutz der Natur

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Die gezielte Entfernung von Douglasien-Beständen im Nationalpark Eifel ist bereits weitgehend abgeschlossen. Die Kiefern hingegen werden nicht angetastet. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Nordeifel. Die Behörde „Wald und Holz NRW“ hat jetzt zu den in der Region geäußerten Befürchtungen Stellung bezogen, im Nationalpark Eifel seien bis zum Jahr 2020 zahlreiche Kahlschläge geplant, die bis zu 48 Prozent der Fläche betreffen könnten.

Wie Sprecher Michael Blaschke ausdrücklich betonte, sei die Fällung beziehungsweise Entnahme aller vorhandenen Fichtenbestände ausdrücklich nicht geplant und auch nicht Ziel des Nationalparks Eifel. In der Planung für die Jahre 2014 und 2015 seien allerdings insgesamt 17 kleine Maßnahmen vorgesehen. Gesetzlich dürfe dabei eine Größe von zwei Hektar nicht überschritten werden. Außerdem fordere der Zertifizierer FSC Deutschland von Wald und Holz NRW sogar eine Höchstgröße von einem Hektar. Diese Maßgaben würden deutlich unterschritten und hätten im Durchschnitt pro Maßnahme eine Größe von 0,4 Hektar.

Auch Befürchtungen, dass alle forstlichen Maßnahmen bis zum Jahr 2020 abgeschlossen sein müssten, trat die Behörde entgegen. „Der Zeithorizont 2020 besteht nicht“, sagte Pressesprecher Blaschke.

Das Gebiet des Nationalparks sei in mehrere Zonen eingeteilt worden. Entsprechende Karten fänden sich übrigens im Internet-Angebot des Nationalparks So gebe es eine Prozessschutzzone 1A, in der keine Maßnahmen mehr stattfinden sollen. Außerdem werde in 2015 zusätzlich eine vorgezogene Prozessschutzzone 1B hinzu kommen. In dieser gilt, dass sie „bis längstens 2034 dem Prozessschutz überlassen werden soll“. Das heißt nichts anderes, als dass ab diesem Zeitpunkt dann keine Eingriffe mehr in die Forsten erfolgen sollen. In der dritten Zone 1C sei dies innerhalb von 30 Jahren wahrscheinlich nicht zu erreichen, trotzdem bleibe dies erklärtes Ziel.

Außerdem treffe die Aussage nicht zu, Weichlaubhölzer würden generell entfernt. Diese seien Teil der natürlichen Entwicklung und würden daher sogar durch viele Maßnahmen gefördert. Die Kiefer bleibe völlig unangetastet. Die Fichte werde in Teilen behandelt um natürliche Laubmischwälder zu etablieren und den Schutz der Waldnachbarbetriebe sicherstellen zu können. Lediglich die Douglasie sei in den vergangen Jahre aufgrund ihrer starken verdrängenden Konkurrenz gegenüber natürlich vorkommenden Laubgehölzen weitestgehend entfernt worden. Dieser Prozess sei aber bis auf wenige Kleinstbestände abgeschlossen.

Es sei auch nicht zutreffend, wenn behauptet werde, Maßnahmen würden vorgezogen, um zu verhindern, dass bereits gezahlte Fördermittel zurückgezahlt werden müssten. „Rückzahlungspflichten und eine Frist bis zum Jahr 2020 gibt es nicht“, teilte Blaschke mit. Zwar gebe es Fördermittel für den Umbau im Zuge des EU-Lifeprojektes („Wald Wasser Wildnis“), wovon 40 Prozent der Fläche des Nationalparks betroffen seien.

Konkret handele es sich aber nur um 45 Hektar Rotbuchenpflanzungen, wovon bereits 30 vollzogen seien, und „30 Initialgatter“ auf rund 15 Hektar, die ebenfalls geplant oder schon errichtet worden seien. Es handele sich also um eine Fläche von lediglich 60 Hektar, auf der Umbaumaßnahmen mit Fördermitteln realisiert würden. Angesichts der insgesamt 4430 Hektar FFH-Gebiet im Nationalpark Eifel erscheint diese Fläche also eher gering.

Auch zu Vermutungen, das Land sei gezwungen, verstärkt Holz einzuschlagen, um Lieferverträge zu erfüllen, äußerte sich der Betrieb Wald und Holz NRW in Münster am Montag. „Im Nationalpark Eifel wird generell kein Baum zur Erfüllung der Großkundenverträge gefällt“, teilte die Behörde mit. Wenn aber Holz aus naturschutzfachlichen Gründen geerntet werde, werde dieses an regionale Säge-Betriebe verkauft.

Blaschke kündigte außerdem für den 3. und 4. Juni eine öffentliche Fachtagung im Antoniushof in Rurberg an. Thema sei die bisherige und künftige Waldbaupraxis im Nationalpark Eifel.

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