Vossenack - Fachmann weiht Eifeler in die Kunst des Puppenbauens ein

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Fachmann weiht Eifeler in die Kunst des Puppenbauens ein

Von: Gudrun Klinkhammer
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Karin Ronig baut derzeit die Puppe Valentin, die das Maskottchen für die Lammersdorfer Bücherei werden soll. Hilfestellung leistet Norman Schneider, Puppenspieler und -bauer von internationalem Rang.
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Sie sind so knuffig: Jeder Puppe haftet eine eigene Geschichte an. Rechts außen steht Hase, den Norman Schneider gerne dazu verwendet, seinen Schülern zu zeigen, wie langhaariges Fell verarbeitet wird.
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Karin Ronig baute bereits die Puppe Barbara B., die demnächst auf facebook zu sehen sein soll.

Vossenack. Sein Name ist Hase, und er hat stellenweise langes, flatterndes Fell. Hase ist eine Klappmaulpuppe, und Puppenbauer und -spieler Norman Schneider zeigt an Hase, wie langes Fell verarbeitet wird und danach am besten zur Geltung kommt.

Norman Schneider ist eine bekannte und gefragte Persönlichkeit auf seinem Gebiet. Er arbeitete bereits für Fernsehsender wie ZDF, NDR, Kika, WDR, für Künstler wie Martin Rütter, Atze Schröder, Max Raabe und für diverse Figurentheater, etwa für „Wolkenschieber“ und „Marmelock“. Zum dritten Mal ist er derzeit in Vossenack auf Einladung von „Strippkes Trekker“ Bruder Wolfgang Mauritz im Kreativzentrum „kreatiVO“, um dort einen Workshop zu geben.

Nur noch zweimal verlässt der 45-Jährige derzeit pro Jahr seine Heimatstadt im Münsterland, um an anderen Orten zu unterrichten. In der Regel hält er seine Workshops inzwischen nur noch im eigenen Atelier ab. Eine Woche lang, jeden Tag von 9 bis 18 Uhr, lassen sich vier Teilnehmer beim Bau einer Klappmaulfigur vom Fachmann unterstützen, so auch Karin Ronig aus Vossenack.

Karin Ronig ist Inhaberin des Buch- und Geschenkeladens Babalu in Vossenack, zudem leitet die 53-Jährige die evangelische öffentliche Bücherei in Lammersdorf. Und genau für die Bücherei ist sie in Sachen Puppenbau unterwegs. Das Maskottchen für die Bücherei in Lammersdorf, das gerade in Vossenack entsteht, wird mit Vornamen Valentin heißen. Der Nachname steht noch in den Sternen.

Valentin ist ein Gnom mit freundlichem Gesicht. Er ist im Wald groß geworden und niemand muss sich vor ihm fürchten. So wie Valentin steht hinter jeder Figur eine bestimmte Ausgangsgeschichte, eine Art gedankliches Erbe, mit dem die Puppen in ihr Leben starten. Der Gnom aus dem Wald wird wohl so manche Vorlesestunde halten und Kindern sowie Erwachsenen in bester Erinnerung bleiben. Karin Ronig: „Norman Schneider bittet uns immer, mit einer bestimmten Idee in einen Workshop zu starten.“

Die Basics sind fast alle gleich: Eine Schaumstoffmatte, die eingeschnitten und zu einem runden Kopf geformt wird, hinzu kommen Schaumstoffohren und eine Schaumstoffnase. Elastisches Stoffmaterial wird dann über die Schaumstoffmasse gezogen, in Form genäht und gegebenenfalls bemalt. Aus weißen Plastikeiern werden Augen mit Glaslinsen gefertigt, Haare aufgenäht und passende Kleidung kreiert.

Puppenbauer und -spieler wollte Norman Schneider schon als kleines Kind werden. Geprägt von der Sesamstraße und der Augsburger Puppenkiste ließen ihn die etwas staksigen Figuren nicht mehr los. Für eine Puppe braucht es mindestens 40 Stunden, bis alles an Ort und Stelle sitzt. Norman Schneider beschreibt: „Nähen mit der Hand und der Maschine, Schneiden, Kleben, Malen – es bedarf vieler Fähigkeiten, um eine Puppe zu bauen.“ Neben Klappmaulpuppen baut Norman Schneider auch Stabfiguren, Tisch- und Handfiguren sowie Marionetten.

In Vossenack im Kreativzentrum beflügeln sich Lehrer und Schüler und auch die Schüler untereinander. Es wird gelacht, sich ausgetauscht, und manchmal ist es derart still, da kann man die berühmte Stecknadel fallen hören. Bei aller Hand- und Kunstfertigkeit benennt der Fachmann eine Gabe, die für den Bau von Puppen ebenfalls eine extrem wichtige Rolle spielt, ja unverzichtbar ist: „Es braucht ganz viel Geduld.“

 

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