Europäische Bisons bleiben in der Eifel ausgestorben

Von: Ernst Schneiders
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Wisente wird es im Nationalpark Eifel nicht geben. Umweltministerium und Nationalparkforstamt haben die Pläne für eine Ansiedlung der europäischen Bisons nach massiven Protesten von Naturschutzverbänden fallengelassen. Foto: imago/McPhoto/Plum

Nordeifel/Heimbach. Der Wisent bleibt in der Eifel ausgestorben, vorerst zumindest. Denn das Vorhaben, die europäischen Bisons, wie sie auch heißen, in einem großen Gehege nahe der Abtei Mariawald bei Heimbach im Nationalpark Eifel anzusiedeln, wurde inzwischen wieder fallengelassen.

Zu groß waren die Proteste von Naturschutzverbänden, so dass Nationalparkverwaltung und Landesumweltministerium von den Plänen Abstand genommen haben. Größtmöglicher Konsens in dieser Frage war schließlich das Ziel und nicht Konfrontation, so Dr. Andreas Pardey von der Wissenschaftsabteilung des Nationalparkforstamts Eifel.

Kern des Problems, so Pardey: Der Bison bonasus, so sein lateinischer Name, kann nicht nur auf Weiden leben, im Gegenteil, der bevorzugte Lebensraum der in Gruppen von bis zu 20 Tieren lebende Büffel ist Laub-, Nadel- oder Mischwald. Zweige und Blätter sind Hauptbestandteil seiner Ernährung.

Dazu hätte man allerdings einen Teil der Nationalparkfläche einzäunen müssen. Genau dagegen sind die Naturschützer Sturm gelaufen, denn ein Gatter oder ein Zaun hätte der Devise des Parks, Natur auch Natur sein zu lassen, widersprochen.

Unverantwortlich wäre es indes gewesen, die massigen Tiere frei durch den Park streifen zu lassen. Den Kontakt mit Menschen scheuen sie zwar, doch wenn sie überrascht werden, beispielsweise von Wanderern oder spielenden Kindern, und ihre Fluchtdistanz ist unterschritten, dann können Kühe, die Kälber führen, und brünftige Bullen reichlich unfreundlich werden. Zudem sehen Wisente auch noch schlecht. Dafür riechen sie umso besser. Ein Bulle erblickt die Kuh seines Lebens folglich nicht, er erschnüffelt sie. Doch das nur am Rande.

Weiterer Gefahrenpunkt: Der Nationalpark Eifel ist von vielen Straßen durchzogen. Man stelle sich vor, man ist nachts unterwegs und plötzlich taucht auf der Straße ein etwa 600 Kilogramm schwerer, bis zu drei Meter langer und fast zwei Meter hoher Büffel vor einem auf. Man stelle sich das doch lieber nicht vor.

Das heißt: Bisons in freier Wildbahn sind im polnisch-weißrussischen Grenzgebet gut aufgehoben, weil es weitgehend nicht besiedelt ist. Dort leben bereits wieder an die 30 Populationen, nachdem in den 1920er-Jahren im Kaukasus der letzte frei lebende Wisent erschossen worden war.
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