Euregiobahn: Experten prüfen Anschluss Baesweilers

Von: Stefan Klassen
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Begehrter Bahnanschluss: Die S
Begehrter Bahnanschluss: Die SPD fordert, Baesweiler zügig anzubinden. Eine Machbarkeitsstudie soll nun klären, ob dies unter wirtschaftlichen Gesichtspunkte realisierbar ist. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. „Früher gab es Blumen dafür, Schienen herauszureißen - mittlerweile ist es wieder schick, über die Schiene zu reden!” Achim Großmann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium a.D., hat einen Wandel im verkehrspolitischen Denken festgestellt.

Gut festmachen lässt sich dieser etwa am Projekt Euregiobahn, das demnächst zehn Jahre alt wird und Ende 2012 den Ringschluss bis nach Stolberg schaffen soll.

Damit nicht genug - meint beispielsweise Baesweilers SPD, die im August vergangenen Jahres beantragt hatte, eine Machbarkeitsstudie über einen Anschluss Baesweilers an das Euregiobahn-Netz anzufertigen. Laut Hans Joachim Sistenich, Geschäftsführer des zuständigen Aachener Verkehrsverbundes (AVV), wird das Gutachten nun in Angriff genommen.

Falls dieses zum Ergebnis habe, dass ein Anschluss wirtschaftlich tragbar sei, „stehen die Chancen für eine Anbindung nicht schlecht”, sagt der AVV-Chef. Auch Experte Großmann prognostiziert: „Bei einer wirtschaftlich günstigen Perspektive gibt es eine große Chance, das Vorhaben zu realisieren.” Es gebe dementsprechende Fördertöpfe von Bund und Land, die im Idealfall angezapft werden könnten. Grundsätzlich, so Großmann, gelte die Euregiobahn als verkehrspolitisches Vorzeigeprojekt, nicht zuletzt wegen der rund 12.000 Fahrgäste täglich.

Knotenpunkt in Herzogenrath?

Der AVV beschäftigt sich bereits seit längerem mit einer Anbindung Baesweilers an die Euregiobahn. Dabei ist die Erkenntnis gereift, „dass die Investitionskosten möglicherweise überschaubar sind”, wie Sistenich betont. So komme die stillgelegte Trasse von Herzogenrath Richtung Siersdorf in Frage, unklar sei jedoch, wo Abzweigungen und Haltepunkte gebaut werden sollten und was dies dann koste.

Zudem: „Unsere bisherigen Konzepte zeigen, dass wir eine solche Strecke mit dem aktuellen Fahrzeugbestand bedienen könnten.” Auch zeigt sich der AVV-Geschäftsführer überzeugt davon, „dass eine Trassenführung nach Baesweiler eine kleine Nutzungsergänzung ist, die neue Potenziale erschließen kann”. Der zeitliche Rahmen stehe indes noch nicht fest.

Eine wichtige Rolle für das Projekt spielt laut Sistenich ein Um- und Ausbau des Herzogenrather Bahnhofs, der rund sieben Millionen Euro kosten und über den demnächst bei einem verkehrspolitischen Bund-Länder-Gespräch in Düsseldorf befunden werden soll.

Ziel: die Verbindung in die Niederlande verbessern; den Euregiobahn-Takt Richtung Alsdorf verdichten; möglicherweise das Stadtgebiet Baesweiler anbinden. Was Letzteres betrifft, setzt Sistenich nun auf die Machbarkeitsstudie. Diese sei Teil eines Bewertungsprozesses, „aus dem dann eine favorisierte Streckenvariante hervorgehen wird”, glaubt er.

Gabi Bockmühl, Vorsitzende der Baesweiler SPD-Ratsfraktion, sieht die Schienenanbindung als „dringend nötig für die weitere Entwicklung unserer Stadt an” - nicht zuletzt angesichts der wachsenden Gewebegebiete und zeitweise stark vom Autoverkehr belasteter Straßen. Die Fraktion werde bei diesem Thema nicht locker lassen.

Unterstützung der Abgeordneten

Unterstützung bekommt sie dabei von der sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Eva-Maria Voigt-Küppers. Eine Euregiobahn-Anbindung sei „für Baesweiler äußerst wichtig”. Darüber hinaus müsse in heutigen Zeiten über neue Verkehrskonzepte nachgedacht werden. Der Individualverkehr sei ökonomisch und ökologisch zu teuer.

Der Aachener Landtagsabgeordnete Karl Schultheis (SPD) betont, „dass wir in der Städteregion alle vernetzt denken müssen”. Deshalb sei ein Ausbau der Infrastruktur, zu dem auch eine Euregiobahn-Anbindung Baesweilers gehöre, ein unverzichtbares verkehrspolitisches Ziel. „Nur so können wir als Städteregion unsere Chancen nutzen.”
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