Nordeifel - Es bleibt gefährlich: Zugefrorene Stauseen locken Leichtsinnige

Es bleibt gefährlich: Zugefrorene Stauseen locken Leichtsinnige

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
eis-uferbild
Weitgehend eisfrei ist noch der Hauptsee. Eine Eisdecke hat sich bisher nur nur im Bereich der Stege gebildet. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Seit Wochen befindet sich die Eifel im Eiskeller, und der vor einigen Jahren noch oft vermisste „richtige Winter” ist jetzt zurückgekehrt. Die Eifel ist erstarrt und mit ihr die Gewässer. In den Bächen haben sich bizarre Eisformen gebildet, die Stauseen sind zum Teil zugefroren.

Ein zugefrorener See ist immer noch etwas besonders, und zieht die Menschen magisch an. Am vergangenen Wochenende tummelten sich Eis-Spaziergänger und Eishockey-Enthusiasten auf dem spiegelglatten Eiserbachsee in Rurberg.

Ein beliebtes Ausflugsziel war auch der Obersee bei, der im Augenblick fast komplett unter eines geschlossenen Eisdecke liegt, aber einige offene Stellen unter der Rurbrücke deuten darauf hin, dass das Betreten ein risokoreiches Unterfangen ist. Der gleich bleibende Wasserstand des Obersees zwischen Einruhr und Rurberg ermöglicht es, dass hier das Wasser schneller gefriert als auf dem Hauptsee, der nur in einigen Buchten und im Bereich der Stege mit Eis bedeckt ist.

Teilweise bis zu 12 Zentimeter dick ist der Eispanzer, und da verliert mancher die Angst und auch die Vorsicht, denn es ist schon ein besonders Gefühl, einsam auf auf dem Eis zu stehen.

Auch beim Wasserverband Eifel-Rur in Düren (WVER) weiß man um diese Verlockungen, die sich übrigens auch im vorigen Winter um die gleiche Zeit einstellten. „Grundsätzlich verurteilen wir es, wenn die Eisflächen betreten werden”, betont Joachim Lange zuständig für die Speicherbewirtschaftung beim WVER.

Allerdings weiß man beim WVER auch, dass Theorie und Praxis oft weit auseinanderklaffen. Im Sommer beispielsweise, wenn sich hunderte Sonnenhungrige am Ufer tummelten, dulde der WVER auch stillschweigend das Schwimmen, wenngleich es streng genommen nicht gestattet sei.

Zahlreiche und zum Teil neu installierte Schilder weisen darauf hin, dass im Sommer das Schwimmen und Winter das Betreten der Eisflächen nicht gestattet ist. „Wer will das Risiko übernehmen?”, fragt sich Joachim Lange. Auch bei lang anhaltenden Frostperioden könne niemand garantieren, dass das Eis „an jeder Stelle tragfähig ist.” Nicht zuletzt gelte es auch zu bedenken, dass im Falle des Einbrechens die Retter einem sehr hohen Sicherheits-Risiko ausgesetzt würden.

Ansonsten aber stellt der Winter aus wasserwirtschaftlicher Sicht den WVER vor keine besonderen Herausforderungen dar. Schon im Herbst wurden Vorsorgemaßnahmen getroffen, die es verhindern sollen, dass die Grundablässe der Talsperren einfrieren.

Der Gesamt-Zufluss in die Eifeler Talsperren ist derzeit äußerst gering. Olef-, Urft- und Rurtalsperre zusammengerechnet bringen es momentan auf nur sechs Kubikmeter pro Sekunde. Das Mittelwasser liegt bei 11 Kubikmetern. Dies hängt vor allem mit den teilweise zugefrorenen Zuflüssen zusammen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert