Erstes Geld für Vogelsang: Baubeginn 2011

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Seit Januar 2006 kann die im Herzen des Nationalparks Eifel gelegene ehemalige NS-Burg Vogelsang besucht werden. Foto: P. Stollenwerk

Gemünd. Der Umbau der früheren SS-Ordensburg Vogelsang wird konkret. Als erste Geldgeber haben das Land NRW und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) 2,8 Millionen Euro zugesagt. Es ist ein erster Teilbetrag für die touristische Umnutzung der früheren Eliteschule der Nationalsozialisten im Nationalpark Eifel.

Mit dem Betrag werde die Nationalpark-Ausstellung finanziert, teilten die Geldgeber am Montag in Gemünd mit. Die Ausstellung ist Teil eines Gesamtpakets mit einer Investition von 40 Millionen Euro. Baubeginn soll im Januar nächsten Jahres sein. Nach der geplanten Eröffnung der Ausstellung 2014 rechnen die Initiatoren mit jährlich 100.000 Besuchern.

Auf 2000 Quadratmetern Fläche stehen biologische Vielfalt und Wildnis im Mittelpunkt mit einem neuen Ansatz der „Interpassivität”. „Die Idee ist, dass sich Besucher ein Stück weit zurücknehmen und die Natur auf sich wirken lassen”, sagte Projektleiterin Kerstin Oerter. Wer sich wie in der Natur still verhalte, habe die Chance, Tiere zu sehen und zu hören.

Der Leitsatz des Nationalparks „Natur Natur sein lassen” werde sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung ziehen”, sagte NRW- Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU). Das Informationszentrum sei der Kern eines ausgedehnten Info-Netzwerkes aus „Nationalpark-Touren” und sogenannten Info-Punkten.

Die erste Geldzusage wird als Meilenstein in dem jahrelangen Ringen für eine touristische Nutzung gewertet. Die Initiatoren sehen darin ein Zeichen für weitere Förderzusagen, um Maßnahmen im repräsentativen Kernbereich von Vogelsang, dem „Adlerhof”, umzusetzen. Hier sollen neben der Nationalpark-Ausstellung ein NS- Dokumentationszentrum entstehen und ein „Schaufenster Eifel- Ardennen”, in dem sich die Eifelregion vorstellt. Weitere Förderzusagen erwarten die Initiatoren in Kürze.

„Wir sind, was diese Projekte angeht, auf einer Art Zielgeraden”, sagte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Vogelsang ip, Albert Moritz. Noch nicht entschieden ist dagegen nach Angaben des Landesbetriebs Wald und Holz, ob das Nationalparkforstamt nach Vogelsang umzieht.

Die ehemalige Ordensburg im nordrhein-westfälischen Nationalpark hat in mehreren Gebäudekomplexen eine Nutzfläche von insgesamt 70.000 Quadratmetern. 50.000 davon befinden sich in denkmalgeschützten Gebäuden. Seit Gründung des Nationalparks im Jahr 2004 steuern der Kreis Euskirchen und die Eifelregion die Umnutzung von Vogelsang an. Mit Abschluss des 40-Millionen-Euro-Pakets wird ein Anstieg der Besucherzahlen von zuletzt 180.000 auf 300.000 erwartet.
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