Erster Spenden-Ultralauf für Kinderhospiz

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Im Ziel auf dem Großen Feldberg im Taunus: Die beiden Spendenläufer Holger (lila Shirt) und Björn (gelbes Shirt) freuen sich, angekommen zu sein und lassen sich feiern. Mit dem Erlös unterstützen sie das Kinderhospiz Bärenherz Stiftung. Foto: Christine Fietzek

Nordeifel. Am 20. Juli Punkt 0:01 Uhr fiel unter dem Jubel der Zuschauer auf dem Marktplatz in Monschau der Startschuss zu einem der ersten Spenden-Ultraläufe der Region. Zwei Ultratrailläufer und ASICS-Frontrunner, Holger Lapp aus Konzen und Björn Meurer aus Schmitten (Taunus) starteten zu einem abenteuerlichen Lauf, um am nächsten Tag den Großen Feldberg im Taunus zu erreichen.

Ziel der beiden war es, nicht nur die Strecke zu schaffen, sondern dabei auch noch so viele Spenden wie möglich für das Kinderhospiz Bärenherz Stiftung zu sammeln. Da sich kein offizieller Vertreter der Stadt Monschau zu einem Startschuss auf den Markplatz bemühen wollte, erfolgte dieser durch Freunde und Familie selbst.

Als beide Ende 2012 nach einem gemeinschaftlichen Laufprojekt außerhalb der offiziellen Laufveranstaltungen suchten, war die Idee, von Monschau in der Eifel bis zum Großen Feldberg im Taunus zu laufen, schnell geboren. Für beide würde es ein Lauf zu ihren Wurzeln sein. Gebürtig stammen beide aus der Region Main/Taunus. Dabei Spenden zu sammeln stand auch schnell fest, da beide schon seit längerem mit ihren Projekten Trailrunning-Eifel.de und Trailrunning-Taunus.de laufend Spenden für Hilfeprojekte sammeln.

Die Herausforderung bestand zum einen in der Distanz, in nur zwei Tagen 200 Kilometer zu laufen und zum andern in der Strecke. Diese wurde von beiden nur online geplant und im Vorfeld nicht begutachtet. Holger Lapp kannte lediglich die ersten 10 Kilometer und Björn Meurer die letzten 15 Kilometer. Alles andere war Neuland und größtenteils auch gar nicht ausgeschildert, was das ganze Projekt umso abenteuerlicher machte. Zur Orientierung benutzen sie GPS Geräte, auf denen die Strecke und die Karte angezeigt wurden. Aber nicht selten waren Wege so zugewachsen, dass sie nur schwer zu finden oder nicht passierbar waren.

Andere Wege waren schlichtweg gar nicht vorhanden und es musste improvisiert werden. Dadurch verlängerte sich die Strecke unfreiwillig und natürlich auch die Zeiten. Begleitet wurden die beiden etappenweise von andern Läufern, die zwischen 10 und 60 Kilometer an den unterschiedlichen Streckenabschnitten dazu kamen, die sozusagen per Spendengeld Kilometer gekauft hatten.

Da Holger und Björn Ortungsgeräte der Firma akquinet SLS trugen, konnten sich die Begleitläufer und die Daheimgebliebenen genauestens informieren, wo sich die Läufer gerade aufhielten. Aber auch „hinter den Kulissen“ musste einiges organisiert werden. Die Familie von Holger (Frau Ina, Tochter Jenny sowie Tante und Onkel Christine und Harry Fietzek) übernahmen die Verpflegungsposten und warteten alle 10 bis 20 Kilometer mit Verpflegung und zur Not auch mit medizinischer Erstversorgung auf die Läufer.

Schon in der Nacht fiel das Thermometer nicht unter 14 Grad und trieb den Läufern den Schweiß auf die Stirn. Die aufgehende Sonne vertrieb zwar die nächtliche Müdigkeit, aber dafür stiegen jetzt stündlich die Temperaturen. An jeder Verpflegungsstelle mussten die Trinkrucksäcke komplett neu aufgefüllt werden. Zudem verlief die Strecke ab der Vulkaneifel überwiegend vorbei an schattenlosen Feldern. Im Rheintal bei Andernach war dann die Hitze unerträglich und die letzten Kilometer zogen sich wie Kaugummi. Mit Neuwied-Engers war dann endlich nach 138 Kilometern und über 18 Stunden das erste Zwischenziel erreicht.

Das Schlosshotel Engers am Rhein hatte sich bereit erklärt, zwei Doppelzimmer für die Läufer zu spendieren. Nach einem kurzen Frühstück ging es bereits um 7 Uhr weiter, um das zweite Stück in Angriff zu nehmen.

Von Anfang an gesellten sich Begleitläufer dazu und zogen somit die Spendenläufer Richtung Großer Feldberg. Bereits am Vormittag war das Thermometer auf Höchstmaß angestiegen und die Läufer lechzten nach Schatten. Am letzten Verpflegungspunkt stießen weitere Begleitläufer hinzu und so traten Holger und Björn den Anstieg, begleitet von acht Läufern, zum Großen Feldberg an. Nach über 7,5 Stunden war es soweit und unter großem Jubel von Familie, Freunden und Bekannten liefen sie nach 191 Kilometern und 5000 Höhenmetern ins Ziel.

Noch im Ziel konnten sie dem Vertreter des Kinderhospiz Bärenherz Stiftung, Matthias Conrad, mitteilen, dass mittlerweile schon über 2000 Euro an Spenden zusammengekommen waren. Conrad bedankte sich im Namen der gesamten Stiftung und sprach seine Hochachtung für diese sportliche Leistung und seinen Dank für das Engagement aller Läufer und Helfer aus. Im Kinderhospiz Bärenherz Wiesbaden werden Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre aus ganz Deutschland betreut, die lebensverkürzend erkrankt sind. Ein besonderer Dank geht natürlich auch an die anderen Sponsoren wie THR33ky und High5.

Für Holger Lapp und Björn Meurer sowie die anderen Trail-Läufer steht fest: Das war nicht der letzte Spendenlauf.

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