Nordeifel - Erster Herbstmonat zumindest anfangs noch sommerlich

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Erster Herbstmonat zumindest anfangs noch sommerlich

Von: kjl
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Viele schöne Spätsommertage bescherte uns der September und lud immer wieder zum Gang durch die bunte Eifellandschaft ein. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Die sonnigen und warmen Spätsommertage im September erinnerten die Eifelregion keineswegs ständig an einen Herbstmonat. Zum Monatsbeginn wurde es sogar noch einmal richtig heiß mit fast 30 Grad, bevor es dann doch ganz langsam abkühlte.

Die kühlen, nassen Perioden dauerten aber nie länger als drei Tage, dann überstrahlte der Altweibersommer wieder die Landschaft und so ging es bis zum Monatsende.

Schauen wir uns die Temperaturen einmal genauer an, so gab es die übliche Differenz zwischen den Hochlagen rund um Kalterherberg mit 12,1 Grad (Mittelwert aller 30 Tage) und Aachen mit 15,2 Grad. Die Abweichung vom 30-jährigen Mittel betrug plus 0,6 bis plus 0,8 Grad. Zur Erinnerung seien die extremsten Septembermonate seit dem 2. Weltkrieg ins Gedächtnis rufen: 1952 Aachen 10,5 Grad (kältester); noch kälter war 1912 mit 9,8 Grad; 2006 in Aachen 18,6 Grad (wärmster).

Sommertag im Herbst

Der September war also weit entfernt von Rekordwerten, aber dennoch sehr angenehm. Am 8. September konnte man bei fast 30 Grad (Aachen 29,4 Grad, Höfen 25,0 Grad) noch einmal die Sonnencreme rauskramen. Überall sah man Sonnenbadende, und die letzten offenen Schwimmbäder waren gut besucht.

Insgesamt konnte der erste Herbstmonat in den Niederungen noch überdurchschnittliche drei bis vier Sommertage produzieren, und selbst in Simmerath waren es auf 525 Meter Seehöhe noch zwei Sommertage.

Der Septemberglanz wurde in diesem Jahr auch nicht von knackigen Frösten oder Eiskratzern unterlaufen. Zwar wurden am 22., 26., 27. und 28. September im Rurtal bei Kalterherberg Bodenfröste bis -3,3 Grad gemeldet, doch die Tomaten in den Gärten waren nicht gefährdet.

Die niedrigsten Septemberwerte gab es in Aachen im September 1939 (Luft 0,3¡ und Boden -2¡).

Die Sonnenstundensummen waren in der Nordeifel und im Aachener Flachland zwar nicht so hoch wie an der Ostsee (Rügen 200 Stunden), doch alle Stationen lagen um zehn Prozent über den Normalwerten: Aachen 146 Stunden, Schöneseiffen 159 Stunden und Kalterherberg 131 Stunden.

Zähe Nebelfelder, die die Sonnenscheinbilanz im Herbst stark beeinflussen können, waren eher selten. Der 21. September zum Beispiel war ein solcher Tag, obwohl Hoch Rosemarie eigentlich für sonnige Tage garantieren konnte.

Mit einem letzten Gewitter beim Aufzug höhenkalter Luft am 14. September wurden die letzten Schwalben aus dem Kreis Aachen verabschiedet. In den letzten 50 Jahren hat sich die Aufenthaltsdauer der Schwalben im Kreis Aachen um fast vier Wochen verlängert.

Für die Betreiber von Windrädern war es aufgrund der vielen Hochdrucklagen kein sehr ertragreicher Monat. Windstärke 8 konnten die Wetterstationen oberhalb von 300 Meter nur am 3.September messen (65-80 km/h), ansonsten waren Herbststürme eine Fehlanzeige.

In unserer Erinnerung bleibt der September nicht nur durch seine spätsommerlichen Temperaturen. Vor allem durch seine Trockenheit fiel er zusätzlich auf. Wasser schleppen für die Sommerpflanzen, niedrige Wasserstände, welke Zuckerrüben, Staubwolken hinter den Traktoren im Feld und leere Zisternen waren die Kennzeichen des trockenen Septembers.

Nicht normal

Das dies nicht normal war, beweisen auch die Niederschlagszahlen aus der Region: Aachen brachte es mit 23 Liter pro Quadratmeter nur auf 33 Prozent des normalen Wertes (2006 waren es nur 18 l), Höfen 40 l, Schöneseiffen Windpark 44 l, Perlenbachtalsperre 49 l, Strauch 50 l, Roetgen 54 l, Kalterherberg 55 l und Mützenich 74 Liter pro Quadratmeter. Meist wurden nur 40 bis 75 des Normalniederschlags abgelesen.

Den höchsten Tagesniederschlag brachte eine Stauwetterlage aus Nordosten am 14. September im Raum Simmerath mit 19 l/qm in acht Stunden. So viel hatten andere Stationen nicht in 30 Septembertagen. Nach einem durchwachsen, aber immer noch warmen Start in den Oktober zeigen die Vorhersagekarten zum Wochenende und damit zum Herbstferienbeginn erneut einen „goldenen Oktober” mit Temperaturen von bis zu 20 Grad.
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