Erst gewählt, dann zurückgetreten

Von: M. S.
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Das Fähnlein der „fünf Aufrechten”: Leo Wilden (Mitte) wird bis zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Paustenbacher Theatervereins dessen Rumpfvorstand führen. Im Januar gilt es dann, mehrere personelle Lücken im Führungsgremium der traditionsreichen Laienspielschar zu füllen. Foto: Schmitz

Paustenbach. 216 Angehörige zählt der bald 80-jährige, überaus erfolgreiche Theaterverein „Eintracht” Paustenbach in seinen Reihen. Ganze fünf von ihnen waren Freitagabend zur Jahreshauptversammlung in Paustenbachs Alter Schule erschienen. Und das, obwohl eine an Aktivitäten reiche Agenda abzuarbeiten war. Im Mittelpunkt der Tagesordnung standen Neuwahlen des kompletten Vorstandes.

In einem Grußwort an seine Bühnenfreunde musste der stellvertretende Vorsitzende Leo Wilden mit Bedauern berichten, dass ihr Vorsitzender Christoph Wilden am 7. Oktober „aus persönlichen Gründen” seinen Rücktritt von der Spitze der Schauspieltruppe erklärt habe: „Schade! Christoph wollte für unsere Sache jung und dynamisch wirken. Aber er hat inzwischen seinen beruflichen und Lebensmittelpunkt in Hamburg.”

Leo Wilden betonte, mit Dank an seine Vorstandskollegen für deren Engagement während der vergangenen Amtsperiode, die aktiven Mimen und ihre Förderer blickten auf eine Periode zurück, „in der es nicht leicht war, den Verein zu führen”.

Der Vizevorsitzende entschuldigte sich „bei denen, die das Gefühl hatten und kritisch artikulierten, ich hätte mich ihnen gegenüber nicht immer korrekt verhalten. Aber: Diejenigen, die Gerüchte und Unwahrheiten verbreiteten, sollen künftig schweigen oder unseren Verein verlassen. Lügen haben nämlich immer kurze Beine, wenn auch schnelle”.

Leo Wilden, auch für die Vereins-Kassenführung verantwortlich, meldete seinen Zuhörern „ein positives Zahlenwerk, guten Bestand unserer Finanzen”. Das Revisorenduo Resi Braun und Uwe Fenske bestätigte dem Schatzmeister absolut korrekte Buchführung und optimale Verwaltung der Geldmittel.

In geheimer Wahl ging es um die Besetzung der Vorstandspitze. Im ersten Urnengang kam es - bei Abgabe einer ungültigen Stimme - zu einer Pattsituation von 2:2 zwischen Leo Wilden und Schriftführer Johannes Hahn. Im zweiten Anlauf setze sich Letztgenannter mit einem 3:2-Votum durch.

Dann erklärte Hahn jedoch zur Überraschung der Anwesenden: „Ich nehme diese Wahl nicht an und ziehe mich aus der Vorstandsarbeit zurück! Eine neue, andere Aufgabe fordert mich und hindert mich fortan an der Ausübung des Schriftführeramtes. Ich möchte, wie bisher, die Vereinschronik aber weiter führen.”

Nach einigem Zögern erklärte sich Leo Wilden daraufhin bereit, den Vorstandsvorsitz zu übernehmen. Niemand in der kleinen Runde war jedoch gewillt, die Aufgaben des Vereinsvize an Wildens Stelle zu stemmen. Dessen bisheriger Posten, bleibt, wie noch weitere Funktionen, bis zur nächsten Mitgliederversammlung vakant. Leo Wilden wird freilich weiterhin Verantwortung für die Vereinsfinanzen tragen. Als Regisseur möchte er jedoch nicht mehr tätig sein. So blieb auch dieses Ressort unbesetzt.

Zweiter Kassierer ist nach Wiederwahl unverändert Dieter Scherner. Harry Willems erklärte sich bereit, eine weitere Personallücke zu schließen und nun als Zeugwart zu agieren. Johannes Hahn, zuvor als Schriftführer aus dem Führungsgremium ausgeschieden, kehrt nun doch in Mission eines Jugendvertreters dahin zurück.

Leo Wilden wünschte allen Neugewählten „eine fruchtbare gemeinsame Arbeit und ein friedliches Miteinander”. Er gab bekannt, im Rahmen einer für Freitag, den 21. Januar 2011, einberufenen, außerordentlichen Mitgliederversammlung (20 Uhr, Alte Schule) möchten die dann Stimmberechtigten eine leistungsfähige Führungsmannschaft komplettieren und vorstellen.

Dem Vorstand lagen zu guter Letzt mehrere Zusatzanträge zur Tagesordnung aus dem Kreise der Mitglieder zur Erörterung und Beschlussfassung vor. So wurde eine Neuregelung zur Gratulation mit Geld und/oder Präsenten zu runden Geburtstagen, Goldhochzeiten etc. von Eintrachtlern verabschiedet.

Als sicherlich arbeits- und kostenintensiv präsentierten sich die danach diskutierten und abgehandelten Themen und Projekte wie Unterstützung des Landschulheim-Fördervereins durch handwerkliche Arbeiten, sehr umfangreiche und nicht weniger Geschick fordernde Sanierungsmaßnahmen an der Alten Schule, die anvisierte Gründung eines neuen Trägervereins für das Anwesen Alte Schule sowie die werbewirksame Darstellung des Vereins im Internet, nachdem der bisherige Firmenpartner für den internationalen Internetauftritt Insolvenz angemeldet hatte.
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