Monschau - Erlebnismuseum der Natur als neue Attraktion

Erlebnismuseum der Natur als neue Attraktion

Von: P. St.
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Zum Staunen und Lernen: Das Erlebnismuseum Lernort Natur, das auf Initiative von Hermann Carl am Handwerkerdorf in Monschau entstand, bietet auf Schritt und Tritt eine hautnahe Begegnung mit der Natur. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Den Löwen werden mit Sicherheit alle Kinder lieben und bestaunen, und es dürfte ihnen wohl schwerfallen, dem Schild „Bitte nicht berühren!“ Folge zu leisten. Der König der Tiere ist ohne Zweifel der Blickfang im am Freitag eröffneten Erlebnismuseum in Monschau.

„Lernort Natur“ nennt sich die Einrichtung am Handwerkerdorf Burgau. Einst befand sich hier die Wiegehalle der Wollspinnerei Gronen, dann zog in den 1990er Jahren das Monschauer Stadttheater in den Industriebau ein und jetzt hat die Kreisjägerschaft Aachen-Stadt und Land sich hier verwirklicht. Es geht aber weniger um die Jagd und die Jäger als vielmehr um das hautnahe Erleben der Natur.

Die Afrika-Ecke bietet zwar ein kleines Spektakel, aber im Blickpunkt steht die hiesige Tierwelt, angefangen von Feldhase, über Dachs und Wildkatze bis hin zu Wasservögeln, Frischlingen und Bambi im Moos, allesamt in Perfektion präpariert. Über 1000 Ausstellungsstücke, darunter auch zahlreiche Gehörne, sind hier in hoher Dichte zu sehen. Stets befindet sich der Besucher mitten in der Natur, ob er nun gerade eine Bachbrücke überschreitet, zu einem Felsmassiv mit Steinböcken hochschaut oder staunend vor einem mächtigen Totholz-Stamm steht.

Ideengeber der Einrichtung ist Hermann Carl (60), von Beruf Polizeibeamter und Initiator der Rollenden Waldschule der Kreisjägerschaft, die er vor 20 Jahren ins Rollen brachte. „Das ist ein großer Moment“, sagte Hermann Carl am Freitag bei der Museumseröffnung. Über ein halbes Jahr hat er mit 30 Helfern eine Naturlandschaft geschaffen, die den Besucher auf Schritt und Tritt Zusammenhänge in der Tierwelt leicht und bildhaft erleben lässt. Die Sammlung aus Nachlässen war so umfangreich, dass man einen doppelt so großen Raum hätte bestücken können.

Die Rollende Waldschule, mit der Hermann Carl inzwischen exakt 1065 Einsätze zwischen Kalterherberg und Kohlscheid absolviert hat, wird auch weiterhin zu den Schulen unterwegs sein, nur die Kindergärten können künftig nicht mehr besucht werden: Dieses Pensum ist auf ehrenamtlicher Basis nicht mehr zu leisten.

Mit der Waldschule, berichtet Hermann Carl stolz, habe er schon 46.000 Kinder in der Region Aachen erreicht; insgesamt hätten bisher über 250.000 Besucher Kontakt mit der Einrichtung gehabt.

„Massenweise Anfragen“ habe er bereits für Museumsführungen erhalten, und damit die Schulklassen hier auch richtig lernen können, sind Tische und Stühle wie in einem Klassenzimmer aufgestellt worden - und auf jedem Platz steht ein präpariertes Tier, das die Kinder in die Hand nehmen können. Außerdem wird das Museum ab August als außerschulischer Lernort in die Bildungszugabe der Städteregion aufgenommen.

Günther Plum, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, freute sich unter dem Klang von Jagdhornbläsern, dass die vor zwei Jahren entstandene Idee eines Naturmuseums so zügig umgesetzt worden sei. Dies sei nur möglich gewesen dank der rund 2200 ehrenamtlichen Helferstunden: „Hier ist kein stilles sondern ein lebendiges Museum entstanden.“ Die großartige Gemeinschaftsleistung war auch für Hermann Carl „das Schönste“ am gesamten Projekt.

„Das ist ein besonderer Tag für Monschau“, freute sich Bürgermeisterin Margareta Ritter über die neue Errungenschaft. Mit hohem Engagement sei hier „eine enorme Qualität“ geschaffen worden - und das ohne finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand.

Nach der Einsegnung der Räumlichkeiten durch Pfarrer Karl-Heinz Stoffels und Jens-Peter Bentzin konnten die Besucher dann ganz in den Naturraum eintauchen und staunen über die vielen liebevoll arrangierten Details.

Hermann Carl war mit fachlichen Erläuterungen gleich wieder in seinem Element und freute sich auf die künftigen Besucher: „Wenn die Kinder nicht mehr in den Wald gehen, dann bringen wir eben den Wald zu ihnen.

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