Erfolgsmodell: „Lernt doch mal woanders“

Von: hes
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Für strahlende Kinderaugen und herzerfrischendes Lachen sorgte das DasDa-Theater mit seinen beiden Aufführungen in der Grundschule Roetgen, wo die neue Aula gleichsam ihre Premiere als Theatersaal feierte und bestand. Foto: Heiner Schepp
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Professionelle Theaterensembles wie das DasDa-Theater (Bild) werden durch die Bildungszugabe Kitas und Schulen und vor allem auch Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien ermöglicht.

Nordeifel. „Bildungszugabe“ heißt das Zauberwort. Zehntausende Kinder und Jugendliche in Schulen und Kindertageseinrichtungen der Städteregion sind seit Beginn 2012 durch dieses Projekt in den Genuss von Bildung der etwas anderen Art gekommen. Mit rund 300.000 Euro im Jahr fördert die Städteregion Aachen Angebote an außerschulischen Lernorten zu Naturwissenschaften, Sport, Kunst und Kultur.

 Auch zahlreiche Einrichtungen in der Nordeifel haben von dieser politischen Errungenschaft Gebrauch gemacht und besuchten Museen, die Sternwarte oder das Druckereimuseum, erhielten Fußballunterricht bei Alemannia Aachen oder ließen gar ein professionelles Theaterensemble in ihre Einrichtung kommen.

Gleichsam den Auftakt zur „Bildungszugabe 2013“ bildete vergangene Woche das Gastspiel des Aachener DasDa-Theaters in der Grundschule Roetgen. Über 300 Kinder der Klassen eins bis vier erlebten begeistert das kurzweilige Stück „Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse“, basierend auf dem gleichnamigen Klassiker der Kinderliteratur. Komisch und nachdenklich stimmend zugleich spielte das vierköpfige, wandelbare Ensemble die temporeiche Geschichte darüber, wie aus dem stinklangweiligen Superkind ein ganz normaler, frecher Junge wird, der am Ende auch noch trickreich vor seiner plötzlich auftauchenden echten Bestellfamilie gerettet werden muss.

Die Aachener Bühne, die ihren Sitz an der Liebigstraße hat, war im vergangenen Jahr der Krösus unter allen an der Bildungszugabe beteiligten Einrichtungen und Angeboten, 137 Anträge für einen Besuch oder ein Gastspiel des DasDa-Ensembles gingen alleine von Januar bis August bei der Städteregion ein, über 16.000 Kinder und Jugendliche erlebten so Schule oder Kindergarten einmal ganz anders.

Die gute Nachricht zu Beginn des Jahres 2013 lautet: Das Erfolgsmodell „Bildungszugabe“ geht auch in diesem Jahr weiter, ja wird sogar noch ausgebaut. „Der Ansatz wird von 225.000 auf 275.000 Euro erhöht, hinzu kommen noch einmal 90.000 Euro für das Projekt Alemannia Aachen“, berichtete Heinz-Josef Heinen, bei der Städteregion zuständig für das Projekt, unserer Zeitung.

Allerdings sind künftig nur noch zwei Buchungen aus dem breiten Angebot je Kita bzw. Schule und Halbjahr möglich, da es in der Vergangenheit unter den insgesamt 500 Einrichtungen von Kohlscheid bis Simmerath einige sehr aktive, aber auch einige leider etwas träge Schulen oder Kitas gab, die sich überhaupt nicht für die Bildungszugabe interessierten. „Damit sorgen wir für etwas mehr Gerechtigkeit“, so Heinen.

Großes Interesse setzt sich fort

Für 2013 läuft die Antragsfrist seit einigen Tagen, und schon in der ersten Woche liefen bei der Städteregion über 70 Anträge ein. Auch 2013 wird das Interesse an Gastspielen von Kindertheaterbühnen – neben dem Dasda-Theater sind auch das Theater 99 und das junge Grenzlandtheater „Greta“ im Angebot – naturgemäß am größten sein. Das DasDa-Theater wird im Frühjahr weitere Gastspiele in Kitas und Schulen in der Eifel geben, das „Greta“-Ensemble kommt vom 5. bis 7. Juni gar drei Tage hintereinander in die Eicherscheider Tenne, um für Jugendliche der weiterführenden Schulen das Stück „Mein Parzival“ aufzuführen. „Anträge dafür nehmen wir gerne noch entgegen“, berichtet Hans-Josef Heinen, dass noch nicht alle drei Vorstellungen ausverkauft sind.

Auch in der Nordeifel gibt es Angebote im Rahmen der Bildungszugabe, so das Bauernmuseum Lammersdorf, das Druckereimuseum Weiss in Imgenbroich, die Kinderoper der Monschau Klassik, der Lernort Vogelsang oder auch die Stadt- und Gemeindebibliotheken. Neu im Angebot ist die Musikschule Monschau, das Familienzentrum Konzen hat bereits einen Antrag gestellt, mit dieser Einrichtung im Rahmen der Bildungszugabe zusammenzuarbeiten.

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