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Epoche der Tuchmacher wird lebendig

Von: avl
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Legen mit ihrer neuen Broschüre eine interessante Bereicherung über die Tuchmacherzeit Monschaus vor: (v.l.n.r.) Designer Matthias Abdank, Initiatorin Dr. Nina Mika-Helfmeier, Fotograf Peter Stollenwerk und Hans Gerd Lauscher vom Geschichtsverein Monschauer Land. Foto: van Londen

Monschau. „Auf den Spuren der Tuchmacher” heißt eine neue Broschüre, die sich mit der geschichtlichen Entwicklung - rund um die Tuchmacherzeit Monschaus - auseinandersetzt. Herzstück dieser Publikation ist eine interessante, wie gelungene Gegenüberstellung alter und neuer Fotografien der historischen Gebäude aus der Blütezeit jener Epoche.

Insgesamt 16 Gebäude werden so in dem 44-seitigen Werk präsentiert. Eine eigens dafür neu erstelle Stadtkarte, ermöglicht dem Leser zu allen 16 Stationen - zwischen Dreistegen, Laufenstraße und Rosenthal - zu gelangen und sich selbst ein eigenes Bild vor Ort zu machen.

Bei der Vorstellung der Broschüre im Monschauer Kunst- und Kultur-Zentrum berichteten die Macher und Initiatoren von ihrer vierjährigen Zusammenarbeit.

Mit Dr. Nina Mika-Helfmeier, Beauftragte für Kultur, empirische Forschung und Gleichstellung der Städteregion Aachen sowie Leiterin des KuK (Konzept), Peter Stollenwerk, Redakteur und Fotograf (aktuelle Fotografien), Hans Gerd Lauscher, Vorsitzender des Geschichtsvereins Monschauer Land (Text), Dr. Elmar Neuß, Germanist und emeritierter, akademischer Oberrat (Text), und Matthias Abdank vom Büro für Kommunikationsdesign mit Team Tentakulus (Gestaltung), fand sich ein versiertes und kompetentes Team, das mit dieser Aufarbeitung der Monschauer Geschichte einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz in der Bevölkerung leisten will.

Den jeweils exakten, heutigen Standort der historischen Fotos wiederzufinden, war schwieriger als angenommen. Monschau ist rundherum sehr zugewachsen - viele Bauwerke gibt es gar nicht mehr. „Ich habe bei der Gelegenheit gemerkt, dass man die eine oder andere Stelle dringendst freischneiden sollte”, erklärte der für die aktuellen Fotografien zuständige Peter Stollenwerk. So manche fotografische Gegenüberstellung musste er sich halsbrecherisch erkämpfen.

Was ist noch an alter Bausubstanz der Tuchmacher-Industrie vorhanden? Viele historische Spuren sind längst verwischt. „Große Industrieanlagen sind inzwischen nicht mehr erhalten, andere wurden wunderbar restauriert und anderen Nutzungen zugeführt (z.B. Carat Hotel). Vielen Gebäuden ist ihre Vergangenheit nicht mehr anzusehen. Sie wurden dem Stadtbild angepasst. Wehre und Mühlenteiche sind sang- und klanglos verschwunden. Uns war es wichtig, wenigstens an sie zu erinnern”, so der ehemalige Geschichtslehrer, Hans Gerd Lauscher.

Die historischen Fotografien, die aus Klubert/Hermanns/Lauscher/Offermann: „Von Häusern und Menschen” entnommen sind, entstanden vor gut 100 Jahren. In jener Zeit beherrschte die Tuchmacher-Industrie das gesamte Stadtbild. Praktisch jeder war mit der Tuchmacherei verbunden.

Auch mit Legenden und falschen, verklärten Ansichten möchte das Team aufräumen. „Entgegen der älteren, ständig wiederholten These, die Monschauer Tuchmacherei sei durch Aachener Religionsflüchtlinge initiiert worden, steht zweifelsfrei fest, dass einheimische Familien den Grundstein gelegt haben”, weiß Dr. Elmar Neuß. Auch dass das Rote Haus nicht nur ein Repräsentationsgebäude und Wohnhaus der Fabrikantenfamilie Scheibler war, sondern im Keller als Produktionsstätte genutzt wurde, mag für dem einen oder anderen Geschichtsinteressierten neu sein.

„Wir werden das Thema der Tuchmacher-Industrie Monschaus weiterverfolgen”, kündigt Dr. Nina Mika-Helfmeier an. „Auch weiterhin, wird es einmal im Jahr eine Ausstellung zum Thema geben.”

Darüber hinaus fordert sie alle Schulen und Kindergärten Monschaus auf, sich mit dieser Zeit auseinander zu setzen. Eine Zusammenarbeit mit dem Kunst- und Kulturzentrum Monschau (KuK) ermöglicht eigene Projekte zum Thema zu verfolgen. Das KuK unterstützt Kunst- und Kulturprojekte mit Know how, begleitenden Künstlern und Finanzierungen. „Es gibt so viele künstlerische Möglichkeiten, sich mit den Kindern auf die Spuren der Tuchmacher zu begeben”, so die Leiterin des KuK weiter. „Ob fotografisch, malerisch, textilgestalterisch oder literarisch: Eine Auseinandersetzung mit Tuchmacherzeit ist nicht nur in Sachen Geschichte und Heimatkunde interessant.”

Die Broschüre „Auf den Spuren der Tuchmacher” , herausgegeben vom KuK Monschau, ist zu einer Schutzgebühr von 1,50 Euro im Kunst- und Kulturzentrum Monschau (KuK), und demnächst in der Monschau-Touristik erhältlich.
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