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Entdeckungsfahrt und Sinnsuche

Von: ag
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Sorgen für Spannungen im KUK: Peter Buchholz, Renate Müller Drehsen, Dr. Nina-Mika-Helfmeier (Initiatorin), Prof. Alexander Markschies (Kunsthistoriker) und Karl von Monschau (von links). Foto: Andreas Gabbert

Monschau. Spannungen erzeugen, aufzeigen, aushalten und interpretieren - das gehört zum Wesen der Kunst. Spannungen erzeugen Widersprüche. Gleichzeitig eröffnet Kunst im Dialog mit dem Betrachter eine Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Es kommt auf den Austausch an.

Unter dem Titel „Spannungen” lädt das Kunst- und Kulturzentrum (KUK) der Städteregion in Monschau jetzt zum Austausch und zur Auseinandersetzung mit Bildern, Skulpturen, Installationen und Objekten der Künstler Peter Buchholz, Clemens Weiss, Karl von Monschau und Renate Müller-Drehsen ein.

Einige Besucher der Ausstellungseröffnung mögen am Samstag etwas ratlos vor einem der Ausstellungsräume gestanden haben. Gerne will man die Bilder an den Wänden betrachten, doch der gesamte Fußboden ist mit Pappen ausgelegt, auf denen farbige Formen und Linien aufgetragen sind. Ja, der Raum darf betreten werden - er soll es sogar. Karl von Monschau bezieht den Betrachter in den Gestaltungsprozess mit ein, Spontaneität ist ihm wichtig. Dreck und Fußabdrücke hinterlassen Strukturen und werden zum Bestandteil der Installation.

An den Wänden finden sich Beispiele einer Serie von Ölgemälden und Tuschezeichnungen. „Er sucht den Kontrast zwischen einfacher Form, wilder Malerei und spontaner Aktion, von Zufall und armen Fundmaterialien mit geprägter Gestalt”, schreibt der Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke im Vorwort des Ausstellungskatalogs. Karl von Monschau präsentiert sich zudem mit einer Außeninstallation. Das Muster, das die Balustrade mit den Gitterrosten auf die Außenfassade wirft, hat er mit Klebebild fixiert. Das Werk mit dem Titel „Augenklinik” erinnert an ein altes Krankenhausbett.

Variantenreich präsentieren sich die zahlreichen Zeichnungen von Clemens Weiss. Linien und Farben verschmelzen dort zu „Geschichten mit religiösem, philosophischem, mythologischen oder comichaftem Gehalt”. Daneben finden sich scharfkantige Objekte aus Glas, die mit ihren groben Leimnähten ganz bewusst provisorisch erscheinen.

Der Bildhauer Peter Buchholz zeigt Stelen und „Herzstücke” aus verzinktem, bemalten oder auch rostendem Stahl, die an biologische oder technische Formen erinnern mögen, aber eher die Motivation verfolgen, „physikalischen Spannungskörpern” Ausdruck zu verleihen.

Renate Müller Drehsen geht in ihren Ölbildern auf „Entdeckungsfahrt im Assoziativen”. Reich an Farben setzt sie architektonische Elemente, Landschaftsanmutungen und archaische Sinnzeichen in Beziehung. „Formtagebücher und Farbkommentare, die die Freude an Fülle und Möglichkeiten des Lebens feiern und sanft aber bestimmt mit Bedeutung aufladen und damit Sinnsuche als ergebnisoffenen, individuellen Prozess bewusst machen”, lobt Dr. Dirk Tölke.

Lobende Worte fand auch der Kunsthistoriker Professor Alexander Markschies, als er den Gästen eine Einführung in die Ausstellung gab. Das Publikum dürfe sich auf eine wahrhaft spannende Ausstellung freuen. Bis zum 20. Dezember kann sich jeder Interessierte selbst ein Bild davon machen. Das KUK ist dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Ebenfalls bis zum 20. Dezember ist auch noch die „Monschauer Allegorie der Tuchmacher” des Fotografens Thomas Brenner zu sehen.
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