Enorme Solidarität für Pfarrer Karl-Heinz Stoffels

Von: Carmen Krämer
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Aus allen Dörfern der GdG Monschau wanderten am Montag viele Menschen zur Monschauer Aukirche, um ihre Solidarität zu Pfarrer Karl-Heinz Stoffels zu bekunden. Initiatorin dieser Aktion war Alice Klein vom Leitungsteam der GdG (vorne). Foto: Carmen Krämer

Nordeifel. Es war stürmisch und nass am Montagabend - ein Wetter, bei dem die meisten wohl bevorzugen, am warmen Kamin sitzen zu bleiben. Doch um kurz vor 18 Uhr füllten sich in den Orten der GdG Monschau verschiedene Plätze mit unzähligen Menschen, die dem Wetter zum Trotz gemeinsam zum Aukirche nach Monschau aufbrachen.

Nicht mit Glühwein und lächelnden Gesichtern, wie an den vergangenen Weihnachtsmarktwochenenden, sondern mit Fackeln in der Hand und in andächtiger Stimmung gingen Kinder, Jugendliche, deren Eltern und Großeltern aus allen Richtungen nach Monschau, um ein Zeichen zu setzen - ein Zeichen der Solidarität zu ihrem Pfarrer Karl-Heinz Stoffels und ein Zeichen dafür, dass man sich in der Gemeinschaft ohnmächtig fühlt und zusammen etwas bewegen möchte.

Gotteshaus überfüllt

Am zweiten Adventwochenende hatte Karl-Heinz Stoffels, seit sechs Jahren Pfarrer der GdG Monschau, überraschend verkündet, dass er zum 4. Januar 2014 sein Amt aufgeben werde. Als Begründung für diese schwierige Entscheidung gab er an, dass er Priester geworden sei, um mit den Menschen das Leben zu teilen und ihnen die Liebe Gottes zu verkünden. Aufgrund der verschärften Personalsituation hätten jedoch immer mehr andere Aufgaben im Vordergrund gestanden, die er als Leiter einer Gemeinschaft der Gemeinden zu erfüllen hätte und seine Tätigkeit als Seelsorger beeinträchtigten (wir berichteten).

Diese überraschende Entscheidung hat bei unzähligen Menschen große Bestürzung ausgelöst.

Alice Klein vom Leitungsteam der GdG erhielt in den vergangenen Wochen zahlreiche Reaktionen, in denen die Menschen ihre Betroffenheit über die Situation des Pfarrers und seinen Weggang zum Ausdruck brachten. „Es ist wie ein Trauerfall. Wenn ich sehe, wie die Leute darunter leiden, dass er geht, tut mir das in der Seele weh“, erklärte Alice Klein aus Imgenbroich. „Familien, Kinder, Jugendliche und vor allem alte Leute haben mir in vielen Gesprächen erzählt, wie traurig sie sind. Manche von ihnen sind nicht mal in der Kirche! Dieses Loch zu schließen, wird sehr schwierig und ist für viele nicht vorstellbar.“ Diesen Eindruck haben auch Elke Krings und Micha Kreitz aus der Pfarre Konzen: „Sein Weggang wird von ganz vielen, ja fast allen, Gemeindemitgliedern als großer schmerzlicher Verlust empfunden. Für uns und die allermeisten ist bzw. war er der beste Pastor, den man sich für eine Gemeinde nur vorstellen kann.“ Nun sei das Bistum gefordert, Farbe zu bekennen und endlich klare Verhältnisse zu schaffen.

Um die Traurigkeit und Machtlosigkeit zum Ausdruck zu bringen, gleichzeitig das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und das Bistum auf den dringend notwendigen Handlungsbedarf hinzuweisen, hatte Alice Klein zur Sternwanderung eingeladen. Und diese Idee kam gut an. In allen Orten der GdG Monschau gab es einen Treffpunkt von wo aus die Teilnehmer zu Fuß oder mit dem Auto nach Monschau aufbrachen. Dort versammelten sie sich zum gemeinsamen Beten und Singen. Als „überwältigend“ beschreiben die Teilnehmer die Anzahl der Menschen und die Stimmung an diesem Abend in der Kirche. Spontan hatten einige Konzener Musiker ihre Instrumente mitgenommen und mehrere Lieder gespielt, während die Aukirche aus allen Nähten platzte.

Alice Klein: „Wie viele Leute letztendlich da waren, das konnte man unmöglich zählen. Aber es war beeindruckend, denn von Kleinkind bis Senioren waren in allen Altersklassen Teilnehmer dabei und füllten die Kirche bis auf den letzten Stehplatz. Jetzt hoffen wir nur, dass das Bistum versteht, wie groß die Katastrophe eigentlich für uns ist, dass er geht“, sagt sie und hofft gemeinsam mit den Gläubigen auf eine schnelle und gute Lösung.

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