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Endspiel für TuS Mützenich bei Borussia Brand

Von: Kurt Kaiser
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So einen deutlichen Derbysieg hatte wohl niemand auf der Rechnung: Der TV Konzen kassierte gleich acht Treffer der Germania aus Eicherscheid. Foto: H. Schepp

Nordeifel. Man muss kein ganz großer Fußballexperte oder Wahrsager sein, wenn man zehn Spieltage vor Saisonende behauptet, dass es in der Aachener A-Liga wahrscheinlich bis zum letzten Abpfiff an der Tabellenspitze und auch am Tabellenende spannend bleiben wird.

Erfreulich aus Sicht der hiesigen Vereine ist, dass im Aufstiegs- aber leider weniger erfreulich auch im Abstiegskampf zwei Mannschaften aus der Nordeifel involviert sind.

Germania Eicherscheid will unbedingt die Liga nach oben verlassen und präsentiert sich schon seit zehn Spieltagen in bestechender Form. Der TuS Mützenich will die Liga auf keinem Fall nach unten verlassen, benötigt aber zum Ligaerhalt noch einige Punkte und eine weitaus engagiertere Leistung als am Nachholabend in Stolberg.

Am aktuellen Spieltag wartet auf die Mützenicher bei Borussia Brand, das erste von mehreren Endspielen. Wobei die Grün-Weißen aus Brand, die am Donnerstagabend beim Tabellenletzten JSV Baesweiler 5:2 gewannen, sich nach dem dritten Sieg in Folge in der weitaus komfortableren Position befinden als die Grün-Weißen aus dem Venndorf. Nach der deutlichen Panne am Donnerstag bei der SG Stolberg muss der TuS eine Reaktion zeigen und zumindest einen Punkt bei den Aachener Vorstädtern entführen.

Mit einem Zähler wäre man nach dem zumindest vom Ergebnis her sensationellen Coup im Derby gegen die Konzener bei Germania Eicherscheid nicht zufrieden. Gegen SC Grün-Weiß Lichtenbusch will die Germania den elften Dreier in Folge einfahren und damit ihre Top-Position in der Liga behaupten.

Zurücklehnen für die restliche Saison kann man sich beim TV Konzen und dem FC Roetgen. Beide Vereine befinden sich im unaufgeregten Niemandsland der Tabelle und wollen mit einigen spektakulären Ergebnissen noch für etwas Aufregung in der Liga sorgen. Auf die Roetgener wartet am Sonntag gegen Eintracht Kornelimünsterdas dritte Heimspiel in Folge, das man unbedingt gewinnen will. Mit einem Sieg möchte man auch Nachbarschaftshilfe für die Mützenicher leisten.

Schwieriger einen Dreier einzusacken dürfte es für den TV Konzen werden, der beim Tabellensechsten, VfR Forst, Termin hat. Nach der deutlichen Derbyklatsche waren bei Konzens Trainer Georg Bauer zuerst einmal die Motivationskünste gefragt und Aufbauarbeit angesagt.

Eicherscheid – TV Konzen 8:0

Zumindest die Zuschauer unter den knapp 300, die am Donnerstagabend blau-weiß eingefärbt waren, hatten am Ende ihren Spaß, denn so einen deutlichen Derbysieg hatten sie nicht auf der Rechnung. Danach sah es zur Halbzeit auch noch nicht aus, denn in den ersten 45 Minuten entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit einem leichten Chancenplus für die Hausherren, die in der 20. Minute in Führung gingen. Mit einem missglückten Abwehrversuch traf ein Konzener Abwehrspieler den Eicherscheider Angreifer Steven Mensger, von dem der Ball dann im Konzener Gehäuse landete. Kurz vor dem Seitenwechsel besorgte Marco Kraß per Kopfball noch das 2:0.

Direkt nach Wiederbeginn erhöhte der Germania Kapitän mit seinem zweiten Treffer auf 3:0. Marcel Hermanns und Nico Wilden bauten die Führung auf 5:0 aus, Germania Torjäger Stefan Kwasnitza machte das halbe Dutzend voll und besorgte in der 83. Minute das 7:0. Nico Wilden setzte zwei Minuten vor Spielende den Schlusspunkt unter ein – zumindest vom Ergebnis her – sensationelles Derby.

Dementsprechend enttäuschend fiel das Feedback von Konzens Trainer Georg Bauer aus. „Nach ausgeglichener erster Halbzeit habe ich so ein Ergebnis nicht mehr erwartet. Aber die Mannschaft hat sich nach dem 0:3 völlig aufgegeben und nur noch zaghaft gegen die schlimme Niederlage gewehrt.“ Euphorischer klang da schon Germania Teammanager Ingo Steffen. „In der ersten Halbzeit haben die Konzener noch gut mitgespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann ganz viel richtig gemacht. Da kam unsere Offensive ins Rollen und es war schon gut anzusehen, was die Mannschaft da abgeliefert hat.“

FC Roetgen – Lichtenbusch 3:1

Die Roetgener fanden besser in die Begegnung und gingen nicht unverdient durch Stefan Mertens in Führung. Der bugsierte in der 20. Minute einen Freistoß von Thommy Fläschel per Kopf ins gegnerische Gehäuse. Leider ließen die Schwarz-Roten in der Folgezeit weitere gute Gelegenheiten aus und mussten nach einer Stunde den Ausgleich durch Ofers hinnehmen, der einen Foulelfmeter verwandelte.

Fünf Minuten vor dem Abpfiff bettelte ein Gästespieler um eine Matchstrafe, die er dann auch erhielt. Den fälligen Freistoß zirkelte Thommy Fläschel wieder auf den Kopf von Stefan Mertens, der die erneute Führung für den FC besorgte. Mit dem Abpfiff knallte Fläschel den Ball zur endgültigen Entscheidung zum 3:1 in den Winkel. „Wir haben zwar lange um den Sieg zittern müssen, der war aber nach einer ordentlichen Leistung schon verdient“, so die Einschätzung von FC Trainer Ralf Said.

SG Stolberg – TuS Mützenich 4:0

Wie erwartet übernahmen die Gastgeber sofort die Initiative und belagerten die TuS Hälfte. In der 10. Minute wurden ihre Angriffsbemühungen schon belohnt. Nach einer Ecke herrschte im TuS Strafraum etwas Verwirrung. Schneider traf aus dem Gewühl nur den Pfosten, Zimmermann staubte mit dem Nachschuss zur Führung ab. Aber auch den weiteren Spielverlauf bestimmten die Gastgeber, die vollkommen verdient wiederum durch Zimmermann auf 2:0 erhöhten. Erst danach meldeten die Grün-Weißen sich zaghaft im Geschehen an, sie hatten aber Glück, dass Glowacki kurz vor dem Seitenwechsel nur die Latte traf.

Mit der ersten Aktion der zweiten Halbzeit sorgte Balden schon für die Entscheidung. Nach einer Unstimmigkeit in der TuS Abwehr baute er die Führung auf 3:0 aus. Eine Viertelstunde vor Schluss erhöhte Schütt noch auf 4:0 und sorgte damit für einen schlecht gelaunten TuS Trainer Wolfgang Zimmer. „Hier haben wir uns wie ein Absteiger präsentiert. Bei uns hat kein Mannschaftsteil funktioniert, das war ein peinlicher und katastrophaler Auftritt“, brachte er die desolaten 90 Minuten auf den Punkt.

SV Kelz – TuS Schmidt 0:4

Insgeheim hatten die Anhänger des TuS Schmidt schon damit gerechnet, dass man den Vorsprung an der Tabellenspitze der Dürener A-Liga mit einem Sieg im Nachholspiel gegen den Tabellenvorletzten SV Kelz ausbauen würde. Die Mannschaft erfüllte den Wunsch der Fans und die Forderung von Trainer Bernd Born und landete am Donnerstag einen nie gefährdeten 4:0 Sieg.

Die aktuelle Aufgabe, gegen den Fusionsverein aus dem Jülicher Umland, SV Grün-Weiß Welldorf-Güsten, dürfte schon problematischer werden. Die Grün-Weißen landeten zuletzt zwei Siege in Folge und können aufgrund ihrer gesicherten Tabellenposition befreit aufspielen. Allerdings erhielten zwei ihrer Besten in der Nachholpartie am Donnerstag in Gey Rot und müssen am Sonntag zuschauen. „Es wird auch so kein einfaches Spiel, denn die haben schon eine gute Mannschaft. Aber wir wollen mit einem Sieg unsere gute Heimserie ausbauen“, fordert Bernd Born den elften Heimerfolg in Serie. Wahrscheinlich muss er auf René Wergen verzichten, der am Donnerstag an einem Kahnbeinbruch operiert wurde.

Auf dem alten Rasenplatz in Kelz, der aber gut bespielbar war, trafen die Schmidter am Donnerstag auf einen engagierten Gegner, der sein Heil in der Defensive suchte und trotz aller Bemühungen des TuS keine zwingenden Torchancen zuließ. Erst in der 44. Minute kamen die Gäste mit Unterstützung der Einheimischen zur Führung. Eine harte Hereingabe von Kevin Wirtz lenkte ein Kelzer über die Linie.

Als Chris Knieps in der 47. Minute auf 2:0 erhöhte, war das mehr als eine Vorentscheidung. Tobias Krischer und Nachwuchskicker Nico Breuer machten den Endstand klar, mit dem Trainer Bernd Born mehr als zufrieden war. „Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen Gegner, der besser ist als die Tabelle aussagt. Die ersten Tore haben wir zum richtigen Zeitpunkt geschossen, das war für den weiteren Verlauf entscheidend.“

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