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Elisengarten: Ein riesiges Fenster in Aachens Vergangenheit

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
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Blick in das größte archäologische Fenster der Stadt: Stadtarchäologe Andreas Schaub erklärt die Fülle von Funden, die sich auf engstem Raum durch fast alle Siedlungsepochen ziehen. Genau dieser Bereich - etwa 60 Quadratmeter - soll dauerhaft zugänglich gemacht werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Schon vor 5000 Jahren siedelten Menschen dort, wo heute der Elisengarten liegt. Vor den Römern ließen sich die Kelten in Aachen nieder. Die Römer selbst blieben bis ins 5. Jahrhundert nach Christus und schufen nicht - wie bisher angenommen - ein kleines Heilbad, sondern eine richtige römische Kleinstadt mit möglicherweise prunkvollen Großbauten.

Und auch in die bislang dunkle Zeit danach bis zum 8. Jahrhundert fällt nun endlich etwas Licht...

All diese Erkenntinsse lassen sich aus Funden ableiten, die die Archäologen in den vergangenen Monaten bei ihren Grabungen im Elisengarten machten und für die Stadtarchäologe Andreas Schaub und Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden nur ein Wort finden: „sensationell”. Was zwischen Elisenbrunnen und Dom zutage gefördert wurde, übertrifft alle Erwartungen.

„Man darf einen Teil der Aachener Geschichte neu schreiben”, sagt Linden, „für mich als Öcher ist das unglaublich.” Und auch das Herz des Stadtarchäologen schlug in den letzten Wochen oft höher. „Wir können jetzt von der Jungsteinzeit bis ins 16. Jahrhundert eine fast lückenlose Siedlungsabfolge ablesen”, sagt Schaub. „Das hätten wir alles so nicht zu hoffen gewagt.”

Man fand im Elisengarten jungsteinzeitliche Feuersteinkeile und Gefäße, Reste keltischer Schmuckstücke, Spuren von bis zu 50 Meter langen römischen Gebäuden, etwa 300 Objekte aus der Zeit der Merowinger und Karolinger und stieß überdies auf eine Fülle von spätmittelalterlichen Funden.

Ein Teil dieser Grabungsergebnisse soll nun dauerhaft sichtbar gemacht werden. Geplant ist eine Art archäologisches Fenster, das am Rande des Parks eine Fläche von 60 Quadratmetern einnehmen soll. Gestaltungsideen werden derzeit gesammelt, als touristisches Highlight könnte das Ganze dem Euregionale-Projekt Route Charlemagne angegliedert werden. Spätestens im Mai sollte die Politik da Nägel mit Köpfen machen, hofft OB Linden.
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