Einen Neuanfang bei der Schule starten

Von: P. St.
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Der Schulneubau in Roetgen sol
Der Schulneubau in Roetgen soll auf der Grundlage eines Kompromisses weitergeführt werden. Dafür sollen auch die neuen RGEE-Geschäftsführer Manfred Wagemann (li.) und Dirk Meyer sorgen. Rechts Bürgermeister Manfred Eis. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Mit dem vor einem knappen halben Jahr bezogenen Neubau der Grundschule Roetgen hat die Gemeinde ein architektonisches Alleinstellungsmerkmal erhalten.

Dem kantigen, würfelartigen Baukörper im grau-grünen Farbkontrast ist nicht anzusehen, dass das Projekt die Roetgener Kommunalpolitik auf eine Zerreißprobe gestellt hat.

Eine Zerreißprobe von bis ins Persönliche reichendem Streit im Gemeinderat über die Neuordnung der Roetgener Gemeindeentwicklungsgesellschaft bis hin zum Machtkampf mit dem Architekten.

Jetzt könnte ein Schlussstrich unter die leidige Schuldebatte gezogen werden, die im übrigen für die Außendarstellung der Gemeinde nicht besonders hilfreich gewesen sein dürfte.

„Wir stehen vor einem Neuanfang”, sagte Roetgens Bürgermeister Manfred Eis am Freitag erleichtert. Die Suche nach einem Kompromiss sei erfolgreich abgeschlossen worden. Der Bürgermeister: „Alle Fraktionen haben sich bewegt.”

Flexibilität war auch erforderlich, nachdem in der Sondersitzung des Roetgener Gemeinderates am 24. Mai der Streit über das weitere Vorgehen bei Schulneubau bzw. der Sanierung des Altbaus eskaliert war. Zwei Tage später, nach erfolgter Abkühlung, trafen sich dann alle Beteiligten, je zwei Vertreter der Ratsfraktionen, Verwaltung, Schulleitung und Architekt noch einmal in kleiner, nicht öffentlicher Runde und handelten einen Kompromiss aus, wonach die Weiterführung des Bauprojektes Schule auf der Grundlage des ursprünglichen Entwurfes erfolgen soll - allerdings mit einer Ausnahme: Die energetische Sanierung der Fassade und der Fenster des Altbaus soll zunächst entfallen.

Diese Maßnahmé , betonte Manfred Eis, solle aber „in einem überschaubaren Zeitraum” folgen. Mit diesem vorübergehendem Aufschub reduziert sich der Kostenrahmen um etwa 500 000 Euro. Die Gesamtsumme des Schulprojektes beläuft sich auf 6,5 Millionen Euro (davon 1,4 Millionen Euro für die Altbausanierung) und ist bislang das größte Einzelprojekt für die kleine Gemeinde Roetgen.

Diese weitere Vorgehensweise wird unterstrichen durch einen von allen fünf Fraktionen unterzeichneten Dringlichkeitsbeschluss.

Im weiteren Verlauf wird jetzt zunächst die alte Aula abgerissen; stattdessen wird ein Verbindungsgang zum neuen Bürgersaal hergestellt, der direkt unter dem Schulhof des Neubaus liegt. Fortgesetzt wird auch die Umgestaltung im Inneren des Altbaus, damit die Schule möglichst bald wieder planmäßigen Unterricht unter Verzicht auf die derzeitigen Container-Klassenräume anbieten kann.

„Aufgehoben ist nicht aufgeschoben”, sagt Manfred Eis mit Blick auf die zurückgestellte energetische Sanierung. Da sich die Gemeinde aber inzwischen im Nothaushalt befinde, sei die Hoffnung nicht unberechtigt, dass man in den Genuss von Zuschüssen komme.

Diese finanziellen Möglichkeit en zu erörtern wie auch den baulichen Fortschritt zu begleiten, ist die Aufgabe der eigens für das Schulprojekt gegründeten Roetgener Bauentwicklungsgesellschaft (RGEE), die zuletzt auch von den Querelen zerrieben worden war. Auch bei der RGEE gibt es einen Neubeginn. In der Verwaltung wurden mit Dirk Meyer und Manfred Wagemann gleich zwei neue Geschäftsführer nominiert. Dirk Meyer ist als Mitarbeiter des Bauamtes mit der Materie vertraut, während Manfred Wagemann von der Kämmerei ein wachsames Auge auf auf die finanzielle Abwicklung werfen wird.

Zwei neue Geschäftsführer

„Diese Arbeitsteilung dürfte eine große Erleichterung bedeuten”, meinte Dirk Meyer mit Blick auf die neue zusätzliche Aufgabe. Im nun geschlossene Kompromiss sehen auch die beiden neuen Geschäftsführer eine gute Voraussetzung, das Schulprojekt nun abseits von Emotionen und weiteren Störfeuern konsequent fortzusetzen.

Solchen Störfeuern war zuletzt häufiger der bisherige RGEE-Geschäftsführer Hubert Pauls ausgesetzt. Der Leiter des Roetgener Bauamtes beendete daraufhin vor einigen Wochen auf eigenen Wunsch diese Tätigkeit. Bürgermeister Manfred Eis legt Wert auf die Feststellung, dass Hubert Pauls das Bauprojekt trotz dieser Zusatzbelastung „mit Bravour” begleitet habe, auch wenn er sich häufiger „unberechtigter Kritik” habe aussetzen müssen.

Manfred Eis freut sich, dass man in der Schuldebatte nun zu einer „moderaten Tonart” zurückgefunden habe und die Spannungen sich gelegt hätten. Alle Voraussetzungen für mehr Geschlossenheit seien damit gegeben.

Dass die CDU nicht auf dem von ihr beantragten Termin für eine Sondersitzung des Rates am 8. Juni zum Thema Flächennutzungsplan/Vennhof beh arrt habe sondern den neuen Termin am 14. Juni akzeptiert habe, ist für den Bürgermeister bereits ein konkretes Anzeichen von gelebter Kompromissbereitschaft.
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