Konzen - Eine Spende zur richtigen Zeit

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Eine Spende zur richtigen Zeit

Von: rpa
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Theo Call lebt und arbeitet se
Theo Call lebt und arbeitet seit nunmehr 44 Jahren auf der Missionsstation in Kabanga, die rund 7600 Kilometer von Konzen entfernt ist. Ein paar Wochen vor dem Weihnachtsfest 1967 hatte Theo Call, Bruder der Weißen Väter, sich nach Tansania in Afrika aufgemacht.

Konzen. „Eure Überweisung kam zur richtigen Zeit. Ich hatte hier nichts mehr. Ich wollte gerade die meisten Arbeiter entlassen.” Dieser Satz aus einer Mail von Bruder Theo Call macht schlagartig deutlich und bewusst, wie wichtig die Arbeit des Fördervereins in Konzen ist.

Die Hilfe für Bruder Theo ist Hilfe für die Menschen in Kabanga, Menschen, um die Bruder Theo sich kümmert, Menschen, die auf Bruder Theo ihre Hoffnung setzen. Hätte Theo Call die Arbeiter entlassen müssen, weil er sie nicht mehr bezahlen konnte, so wären davon auch viele Familien mit vielen Kindern betroffen gewesen. Je nach den Projekten und Aufträgen beschäftigt Bruder Theo in seinen Werkstätten 20 bis 40 Leute. Überwiesen hatte der Verein Ende Oktober 10.000 Euro.

Ein Arbeiter in den Werkstätten auf der Missionsstation Kabanga verdient etwa zwei Euro am Tag, so dass Bruder Theo mit diesem Geld seine Arbeiter etliche Monate lang bezahlen kann. Zu den wichtigsten Arbeitern gehören die Männer, die für den Stausee und die Turbine zuständig sind. Der kleine Stausee wird vor allem (in der Regenzeit) vom nahen Karunga-Bach gespeist. Der Bach ist in seiner Größe etwa mit dem Laufenbach, der in Konzen entspringt und am Roten Haus in Monschau in die Rur mündet, zu vergleichen. An „seinem” Stausee hat Bruder Theo mit seinen Helfern gut 14 Jahre lang mit Hacke und Schaufel gebaut, 1998 war das Werk fertig. Das Wasser aus dem See treibt die Turbine an, und die liefert seit 13 Jahren den Strom für die Werkstätten und die Blindenschule der Missionsstation sowie für das Krankenhaus.

„Ohne Strom könnte das Krankenhaus heute nicht mehr existieren”, berichtet Bruder Theo in seinem aktuellen Weihnachtsbrief, den er an seine Freunde und an die Mitglieder seines Fördervereins geschickt hat. In diesem Krankenhaus hat die junge Zahnärztin Christina Niebes (27) aus Konzen gemeinsam mit drei weiteren Zahnmedizinern einige Wochen gearbeitet (darüber werden wir noch berichten).

Schon 400 Mitglieder

Der Förderverein „Bruder Theo Call”, der im Frühjahr 2009 gegründet wurde, zählt heute schon rund 400 Mitglieder, wie jüngst noch auf der Jahresversammlung berichtet wurde. Die Mitglieder unterstützen den Verein und damit die Arbeit von Bruder Theo mit einem Jahresbeitrag von 12 Euro, dazu kommen noch weitere Spenden der Mitglieder, Gönnern und Firmen.

Stausee und Turbine gehören zu den wichtigsten Projekten, die Bruder Theo verwirklicht und damit das Leben in Kabanga verändert hat. Ehe er nach Kabanga kam, hatten die Menschen dort weder Strom noch fließend Wasser. Die 4,5 km lange Wasserleitung haben Theo Call und seine Helfer 1982 gebaut, seither hat vor allem das Krankenhaus dort fließend Wasser. Wenn in der Trockenzeit das Wasser knapp wird, dann muss nachts die Turbine abgestellt werden, um Wasser und Energie zu sparen - wie zuletzt noch im August und im September, „da haben wird die Turbine oft von abends 10 bis morgen um 5 Uhr abgestellt.

Mehr Wasser = mehr Strom

Zu den Projekten für die nahe Zukunft gehört der Plan, den Stausee zu vergrößern, um mehr Wasser speichern zu können. Mehr Wasser bedeutet mehr Strom für die Missionsstation, die Werkstätten und die Schule dort. Der Bau der Turbine wurde finanziell von der Bundesrepublik und vom Hilfswerk Misereor unterstützt. Über eine etwa vier Kilometer lange Leitung wird der Strom nach Kabanga gebracht.

Theo Call lebt und arbeitet seit nunmehr 44 Jahren auf der Missionsstation in Kabanga, die rund 7600 Kilometer von Konzen entfernt ist. Ein paar Wochen vor dem Weihnachtsfest 1967 hatte Theo Call, Bruder der Weißen Väter, sich nach Tansania in Afrika aufgemacht. Seither hat sich die Welt dort verändert, Bruder Theo hat großen Anteil daran, dass das Leben der Menschen dort würdiger wird und die Kinder Hoffnung auf eine bessere Zukunft haben.

Ein großes Projekt, das auch nachhaltig vom Förderverein „Bruder Theo” unterstützt, ist das Bischöfliche Knabenseminar in Iterembago. „Das Wohngebäude für das fünfte und sechste Schuljahr ist fertig und die Studenten können einziehen”, schreibt Bruder Theo Mitte September. Was noch fehlt, „sind das Wohngebäude für das letzte Schuljahr, die Kirche und ein Versammlungsraum für 500 Studenten”.

An diesem Knabenseminar, das nun bis zum Abitur führt, wird der Priesternachwuchs ausgebildet. Doch nur wenige Studenten werden später tatsächlich auch Priester, für Bruder Theo ist die schulische Ausbildung dennoch überaus wichtig, denn die Schulbildung ist der Schlüssel zu einer besseren Zukunft. Die Regierung von Tansania fördert die höheren Schule, sie vernachlässigt aber die Grundschulen in den Dörfern. „Die meisten Schulen sind aus Lehm gebaut, sie sind nicht verputzt, haben keine Türen und Fenster und auch keinen richtigen Fußboden. Es gibt sogar Schulen, da läuft das schmutzige Regenwasser unter den Tischen durch.”Manche Schulen haben bis zu 600 Schüler, aber dann nur zwei oder drei Lehrer.”

Bruder Theo sorgt und kümmert sich besonders auch um die 70 Albino-Kinder, die mit ihren Müttern in der Blindenschule der Missionsstation untergebracht sind. „Die Blindenschule wurde für 60 blinde Kinder gebaut, aber mit den behinderten Kindern und den Albino wohnen hier und etwa 250 Leute”, berichtet Bruder Theo noch Mitte September. „Nun baue ich ein Haus für die Mütter mit Albino-Kindern unter zwei Jahren, damit die Kinder mit ihren Müttern zusammen sein können”. Auch dieses Projekt hat der Konzener Förderverein mit seinem Vorsitzenden Martin Krings unterstützt. Das Leben dieser Kinder, deren Haut krankheitsbedingt weiß ist, ist gefährdet. Bruder Theo: „Manche Leute denken, wenn sie eine Albino-Hand oder einen Fuß bei sich haben, können sie gleich allerhand Bodenschätze finden oder beim Fischen großen Erfolg haben.”

Die Sternsinger haben geholfen, dass dort eine Küche für die Mütter gebaut werden konnte. Für diese Blindenschule ist Grundschule Imgenbroich-Konzen die partnerschaftlich verbunden und hat zugunsten dieser Schule im vergangenen Herbst das Schulfest gefeiert.

Regenzeit hat begonnen

In Europa hat nun der Winter begonnen. Bruder Theo Call: „Hier bei uns in Kabanga ist es ja umgekehrt, hier hat die Regenzeit angefangen, da wird es wieder grün und die Leute fangen an, ihre Felder zu bestellen. Aber das Pflügen der Felder geht hier noch fast überall von Hand mit der Hacke. Und es sind meistens die Frauen, die die Felder bestellen. Jetzt sieht man auch schon mehr und mehr Männer, die dabei helfen, den Boden umzuhacken, denn heute kosten die vielen Kinder viel Geld für Schule und Kleidung”.
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