Eine Million für den Radtourismus: Wie Kalterherberg profitieren könnte

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
15547327.jpg
Die Entwicklung des Radtourismus in Kalterherberg könnte nun weiteren Anschub erhalten: Im Rahmen der Radstrategie der Städteregion Aachen sollen weitere Anreize geschaffen werden. Foto: P. Stollenwerk

Kalterherberg. Mit der Idee, Kalterherberg zum „Fahrradkompetenzdorf“ zu entwickeln, konnte der Ort schon beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ punkten und landete auf dem ersten Platz. Die Entwicklung des Ortes könnte im Rahmen der Radstrategie der Städteregion nun weiteren Anschub erhalten.

Denn mit Mitteln des Landes aus dem Regionalen Wirtschaftsförderprogramm (RWP) sollen Raderlebnisrunden entwickelt und inszeniert und ein touristisches Mountainbikeangebot sowie Info- und Servicezentren etabliert werden. Im Kern geht es darum, touristische Anreize zu entwickeln und Anlässe für eine Reise in die Region zu schaffen.

Die Projektkosten für die auf das Stadtgebiet Monschau entfallenden Bausteine wurden auf Basis des Konzepts durch die Städteregion Aachen mit bis zu einer Million Euro kalkuliert. Die Förderung beträgt im RWP-Programm 80 Prozent, zehn Prozent würde die Städteregion übernehmen und die restlichen zehn Prozent wären von der Stadt Monschau selbst zu tragen.

Da mit dem Ruruferradweg und dem Vennbahnradweg die zwei radtouristischen Hauptachsen durch das Stadtgebiet verlaufen, sollen sämtliche hieran anliegende und „geplante eigenständige radspezifische Reiseanlässe“ vernetzt werden.

Für Kalterherberg werde dies ein sogenannter Pumptrack sowie ein Info- und Servicezentrum sein, heißt es in der Verwaltungsvorlage für die jüngste Sitzung des Wirtschaftsauschusses der Stadt Monschau. Ein Pumptrack ist ein künstlicher Mountainbike-Rundkurs. Das Ziel ist es, darauf, ohne zu treten, durch Hochdrücken („pumping“) des Körpers aus der Tiefe am Rad Geschwindigkeit aufzubauen.

„Aber auch der Standort Rohren würde sich bei Ausbau des Sommer- und Wintersportzentrums mit Aufstieghilfe am Lift und Anlegung eines Flowtrails dafür anbieten. Als Verbindung beider Standorte könnten ein Teil der Marathonstrecke sowie der Rufuferradweg dienen“, heißt es in der Vorlage weiter.

Da der ursprünglich als Fahrradinfo- und Kompetenzzentrum angedachte Standort der ehemaligen Grundschule in Kalterherberg künftig überwiegend von Vereinen und privat genutzt werden soll, bestehe nun die Chance, den unmittelbaren Ortskern infrastrukturell zu stärken“, schreibt die Verwaltung. Ähnlich der Info-Punkte-Konzepte des Nationalparks solle die Konzeption der Informationsstellen entlang der Fahrraderlebnisrouten der Städteregion einem einheitlichen Standard unterliegen. Die Kosten für die Herrichtung und Ausstattung einer entsprechenden Einrichtung in einer Bestandsimmobilie im vergleichbaren Standard eines Nationalparkinfopunktes werden auf rund 96.000 Euro geschätzt.

Die Kosten für ein kleines Fahrradzentrum werden mit 186.000 Euro veranschlagt. Das im Auftrag der Städteregion entwickelte Konzept dafür sieht unter anderem Toiletten, Duschen, Umkleiden, einen Raum für die Kinderbetreuung, Kurse und Aktionen, einen Fahrradabstellplatz, einen Tourensammelpunkt, einen Aufenthaltsbereich, Fahrradgaragen, eine Fahrradwerkstatt und eine E-Bike-Tankstelle vor.

Für die Förderung mit RWP-Mitteln ist aber die Schaffung eines echten Reiseanlasses nötig. „Kalterherberg benötigt einzigartige Attraktionen, die speziell Radtouristen nach Kalterherberg locken. Als solche Attraktion wird unumstritten ein professioneller Pumptrack angesehen“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Der Betrieb und die Unterhaltung der Anlage könnte gegen Kostenerstattung durch Vereine oder durch gewerbliche Betreiber sichergestellt werden. Ein Eintritt dürfe aber nicht erhoben werden. Die Kosten für die Herrichtung einer solchen Anlage werden mit rund 452.000 Euro beziffert. Als geeigneter Standort wird ein privates Grundstück mit einer Größe von rund 4000 Quadratmetern unmittelbar neben dem Fußballplatz „Auf der Höhe“ angesehen.

Zur Vernetzung der fahrradtouristischen Angebote im Gebiet der Stadt Monschau gehören auch Querungshilfen, Fahrradboxen, Aufstiegshilfen, Flowtrails, Radewegeanbindungen. Die Kosten werden mit 266.000 Euro angesetzt.

Die Verwaltung hatte empfohlen, den nötigen Grunderwerb für den Pumptrack noch im Jahr 2017 abzuwickeln, für das nächste Jahr 70.000 Euro bereitzustellen und für 2019 weitere 30.000 Euro.

Die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses begrüßten die Radstrategie der Städteregion und beauftragten die Verwaltung, die Projektbausteine auf den Weg zu bringen und empfahlen dem Stadtrat den Grunderwerb für die Errichtung des Pumptracks.

CDU, SPD und Grüne sahen in dem Vorhaben einen wichtigen und richtigen Schritt in der Entwicklung. Kalterherbergs Ortsvorsteher, Norbert Rader, bat darum, „ohne Abstriche zuzustimmen und Kalterherberg die Chance zu geben, das Erarbeitete umzusetzen“. Nur Wolfgang Weber (Bürgerforum 21/FDP) sprach sich dagegen aus.

Im Städteregionstag wurde bereits mehrfach über das Thema kontrovers diskutiert. Einige Politiker sehen die Umsetzung des Konzeptes am Standort Kalterherberg kritisch.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert