Eine lockere Visite auf dem Bauernhof

Von: Ernst Schneiders
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Die Kühe von Bauer Jansen trauten der freundlichen politischen Annäherung des SPD-Kandidaten Uwe Zink (rechts) nicht. Da half auch die Unterstützung des Simmerather SPD-Bürgermeisterkandidaten Gregor Harzheim nicht sonderlich weiter. Foto: Ernst Schneiders

Lammersdorf. „Na Männelein, alles klar?”, lautete die herzliche Begrüßung eines älteren Genossen. „Männelein”, das ist der wuchtige Niederrheiner Uwe Zink, Leitender Kreisbaudirektor und Umweltdezernent des Kreises Aachen

Der war als Spitzenkandidat der SPD für das Amt des Städteregionsrats auf dem Hof Jansen in Lammersdorf zu Gast, um sich über die Probleme der Landwirte in der Eifel zu informieren.

Zink und Landwirt Wilfried Jansen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, kennen sich länger. Erstmals begegneten sie sich Anfang der 1990er Jahre in der Zeit großer Hektik, als Kolibakterien im Talsperrenwasser entdeckt worden waren, der damalige Kölner Regierungspräsident Dr. Franz-Josef Antwerpes beinahe panisch auf diesen Vorfall reagierte und Gülle zum umweltpolitischen Sündenfall schlechthin erklärt wurde.

„Wenn die Trinkwasserschutzzone so gekommen wäre, wie im Entwurf vorgesehen, dann wäre für die landwirtschaflichen Betriebe hier Schluss gewesen”, erinnerte sich Jansen. Dass es soweit nicht kam, das sei zu einem nicht geringen Teil der gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen den Landwirten und Uwe Zink zu verdanken, sagte Wilfried Jansen, der betonte, dass seitdem die Zusammenarbeit nichts zu wünschen übrig lasse: „Das funktioniert bestens.”

Uwe Zink vernahm´s mit Freude. Man müsse das Machbare beharrlich verfolgen, so der Kandidat: „Die Landwirte haben seinerzeit erkannt, dass für mich nicht ein Formular das höchste aller Güter ist und haben mich akzeptiert.”

In der Zeit der Gülle-Krise sollten die „Bauern das Bauernopfer” für den fehlenden Stand der Technik in der Trinkwasseraufbereitung werden. Zink: „Das durfte nicht sein.” Ohnehin hätte der Kreis vor der finanziellen Detonation gestanden, wenn die Antwerpes-Pläne umgesetzt worden wären: „Das hätte den Kreis Aachen eine dreistellige Millionensumme gekostet.” Und die hätte er sich, zumindest teilweise, als Umlageverband bei den Kommunen zurückholen müssen.

Doch war Zink nicht nur nach Lammersdorf gekommen, um in Erinnerungen zu schwelgen. Vielmehr wollte er erfahren, wo die Landwirte der Schuh drückt, und diese Geschichte ist schnell erzählt. Die weltweite Krise hat inzwischen die Höfe erreicht, unter anderem auch, was die Vermietung von Ferienunterkünften betrifft, und die niedrigen Milchpreise sind existenzgefährdend.

Beides würde auch ein Städteregionsrat Zink von Aachen aus nicht regeln können, weshalb der Kandidat auf vollmundige Floskeln verzichtete.

Worum er sich kümmern will, ist eine Lockerung der Nachtarbeitsregelung für die Betriebe. Zink: „Alles, was ein Landwirt in die Erde steckt, muss er irgendwann ernten.” Ein Landwirt sei dabei mehr als jeder andere Beruf vom Wetter abhängig und müsse aus Kostengründen große Maschinen ausleihen, weil er einen so teuren Fuhrpark nicht vorhalten könne.

Deshalb müsse es ihm erlaubt sein, die Schönwetterphasen für seine Ernte auszunutzen, „auch wenn das ein paar Nächte dauert”.

Außerdem will Uwe Zink sich für die Wiedereinführung der Schulmilch einsetzen, wie er sie aus seiner Kindheit kennt: „Damit könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die Kinder hätten etwas davon und die Landwirte auch.”
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