Eine gemeinsame Tonne soll sich „finanziell lohnen”

Von: Ernst Schneiders
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Möglichst günstig soll die Müllentsorgung für die Roetgener Bürger ausfallen: In Roetgen liegen 50 Anträge für Entsorgungsgemeinschaften vor. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Roetgen. Die Aussage der Gemeindeverwaltung, Schwarz-Grün wolle in Roetgen keine Endsorgungsgemeinschaften, stößt den Grünen sauer auf. Bezogen auf die aktuelle Situation sei diese Aussage richtig, grundsätzlich jedoch entbehre sie jeder Grundlage, betonen die Grünen-Ratsvertreter Christa Heners und Gerd Pagnia.

Gleich in mehreren Punkten üben die Grünen Kritik an dem von der Verwaltung favorisierten Verfahren. Die zwar in Verwaltungsgerichtsurteilen genannte und damit gerichtsfeste Mindestmüllmenge von 15 Litern pro Person und Woche sei zu hoch, so Heners und Pagnia. Bei vier Personen sei damit das 60 l-Gefäß binnen einer Woche voll. Man spreche dann nicht über 60 Liter Müll im Monat und eine Leerung der Tonne alle vier Wochen, sondern über 240 Liter Müll im Monat bei wöchentlicher Leerung.

„Kontraproduktiv”

Das widerspreche erstens dem Streben nach konsequenter Müllvermeidung und -trennung und zweiten gehe das für viele Verbraucher ins Geld oder bringe nicht die erhoffte Einsparung. Gerd Pagnia: „Diese Regelung ist kontraproduktiv.”

Anfreunden können sich die Grünen schon eher mit der von der Verwaltung ins Auge gefassten Reduzierungsmöglichkeit von 15 auf 7,5 Liter, allerdings ohne Nachweis von Kompostierung etc. Pagnia: „Der Verwaltungsaufwand für die Kontrollen ist viel zu hoch.”

Zweiter Kritikpunkt der Grünen: Man kann nicht mitten im Jahr quasi das Pferd wechseln und die Gebührensatzung ändern.

Christa Heners: „Ich kann die Verwaltung verstehen, dass sie eine Entscheidung haben möchte, um den 50 Antragstellern für Entsorgungsgemeinschaften eine vernünftige Antwort geben zu können. Aber so kann man das nicht regeln.”

Bis zum Herbst, wenn die Gebühren für das Jahr 2010 kalkuliert würden, habe die Verwaltung deshalb von der Ratsmehrheit den Auftrag erhalten, verschiedene Gebührenmodelle durchzurechnen. Dann werde man entscheiden.

„Gleichbehandlung”

Dritter Kritikpunkt schließlich und endlich: Die Gemeinde kann nicht unterschiedliche Mindestmengen festlegen und für die Normalabholung und für Entsorgungsgemeinschaften unterschiedliche Gebühren festsetzen. Gerd Pagnia: „Im Rahmen der Gleichbehandlung aller Haushalte darf es nur eine einheitliche Mindestmenge und eine einheitliche Gebühr geben.”

Die Grünen, so Christa Heners, pochen weiterhin auf die Einführung von Entsorgungsgemeinschaften, eine der ureigenen Ideen der Partei. Vor dem Wechsel zur Regio-Entsorgung sei die Situation mit den 35 l- und 50 l-Gefäßen unproblematischer gewesen. Mit der Regio-Entsorgung seien die 60 l -Gefäße gekommen, und, so Heners, „damit kamen die Probleme”.

Ziel müsse es weiterhin sein, die Müllvermeidung zu fördern und nicht, größere Tonnen hinzustellen, denn, „wer eine große Tonne vor der Tür stehen hat, der steckt erfahrungsgemäß auch viel hinein”.

Außerdem, so Gerd Pagnia, „sollen sich Entsorgungsgemeinschaften schließlich auch finanziell lohnen”.
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