Einbrecher haben es oft zu einfach

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Beim Bürgerforum der CDU Roetgen gaben Experten wertvolle Tipps, wie man sich in der dunklen Jahreszeit gegen Einbrüche schützt.

Roetgen. Zum Thema „Einbruchsprävention und Brandschutz“ hatte die CDU jetzt zu einem Bürgerforum eingeladen. Ca. 40 Interessierte waren in die Aula der Privatschule Conventz gekommen, um sich aus erster Hand informieren zu lassen.

Zu den Experten, die an diesem Abend zu Wort kommen sollten, gehörten Kriminalhauptkommissar Manfred Beier und Norbert Winkler (Kommissariat 44 der Polizei Aachen, das für Kriminalprävention und Opferschutz zuständig ist). Zum Thema Brandschutz hielt Bernd Hollands, Kreisbrandmeister, einen überaus interessanten Vortrag. Ergänzend dazu berichtete der örtliche Leiter der Feuerwehr Joachim Wynands über die Arbeit der Feuerwehr Roetgen.

Gerade in der sogenannten „dunklen Jahreszeit“ häuften sich die Einbruchsdelikte und deshalb startete die Polizei eine „Präventionsoffensive“ im Rahmen der Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität. Normalerweise, so Beier, seien die Einbrecher vor allem in den Wintermonaten aktiv. Denn die frühe Dunkelheit würde ihnen Schutz bieten.

Anwesenheit vortäuschen

Deshalb wollen Manfred Beier und seine Kollegen die Menschen für das Thema Einbruch sensibilisieren. Den Einbrechern müsse ein Riegel vorgeschoben werden. „Wir sind beim Thema Einbruch auf die Hilfe der Bürger angewiesen“, sagt der Kriminalhauptkommissar. Schon ein ungutes Bauchgefühl reiche aus, um die Polizei zu informieren.

„Der wachsame Nachbar ist ein großer Feind des Einbrechers“, sagt Beier. Für einen potenziellen Einbrecher sei in dem Moment, in dem er angesprochen werde, bereits Schluss. Im Übrigen könne auch jeder selbst einiges tun, um sich vor Einbrüchen zu schützen: „Man muss Anwesenheit vortäuschen“, weiß Beier. Mit Hilfe von Zeitschaltuhren könne zu bestimmten Uhrzeiten in den verschiedensten Räumen das Licht im Haus angehen. Und natürlich sollte man es potenziellen Einbrechern auch nicht extra leicht machen. Gekippte Fenster, nicht abgeschlossene Haustüren oder Kletterhilfen im Garten wie Leitern oder Gartenmöbel seien für Einbrecher geradezu Einladungen, ins Haus einzusteigen. Auch von Verabschiedungen in den Urlaub auf dem Anrufbeantworter oder in sozialen Netzwerken wie Facebook rät Beier dringend ab: „Deutlicher kann man nicht offen mitteilen, dass in der nächsten Zeit niemand zu Hause ist.“

Stattdessen riet er: „Nutzen Sie die technischen Möglichkeiten, die es heute gibt.“ Fenster und Türen könnten mit Sicherheitstechnik nachgerüstet werden. Beier bemängelte, dass es bei Neubauten eher um die Frage einer guten Energieeffizienz für Fenster und Türen geht als um die Einbruchssicherheit. Einbrecher scheuten Häuser, die gut gesichert seien, denn eine solche Tür oder ein solches Fenster aufzuhebeln, sei äußerst schwer, zeitaufwendig und mit viel Lärm verbunden.

Ist es aber doch einmal zu einem Einbruch gekommen, so ist für viele Opfer nicht nur der finanzielle Schaden zu beklagen, sondern vielfach schlimmer sei für die Einbruchsopfer die Gewissheit, dass ein Fremder ihre Privatsphäre verletzt hat, also der emotionale Schaden. „Das Eindringen in den Privatbereich nimmt den Einbruchsopfern das Gefühl, in ihrem Heim sicher zu sein. Das ist ein hoher Verlust an Lebensqualität” so Beier. Manche leiden noch Jahre nach dem Einbruch unter Angstzuständen. „Beliebt sei es auch, den Hausschlüssel in Blumenkästen, unter der Fußmatte oder an anderen scheinbar sicheren Stellen für Angehörige zu hinterlegen. „Glauben Sie mir: Der Einbrecher findet den Schlüssel garantiert”, erzählte Beier.

Kerzen auf dem Adventskranz und am Weihnachtsbaum sind auch eine latente Gefahr. Wie man das Risiko eines Wohnungsbrandes klein hält, erklärte Feuerwehrexperte Hollands. „Rauchmelder sind ein Muss.” Die Geräte seien nicht teuer, aber im Schadensfall werde es kostspielig, auf die Warnmelder verzichtet zu haben. Beim Kauf sollte man unbedingt auf das Prüfzeichen achten.

Von vielen Hausbesuchen wusste Hollands, das genügend Feuermelder vorhanden seien, nur nicht da, wo sie hingehören. So berichtete er von Fällen, wo der Hausherr auf die Frage „Haben Sie Feuermelder?“ mit „Ja, natürlich“ antworteten, und dann einen verschlossenen Karton mit mehreren Feuermeldern aus dem Schrank holten und meinten: „Ich habe nur noch keine Zeit gefunden, diese anzubringen“. Die Melder waren vor 10 Jahren angeschafft worden.

Unterbrochen wurde Hollands in seinem Vortrag von dem örtlichen Leiter der Feuerwehr Roetgen, Joachim Wynands. Dieser zeigte auf, dass bei ca. 80 Einsätzen pro Jahr zum Glück nicht allzu viele Hausbrände zu löschen waren. Er unterstrich, dass es wichtig sei, eine Feuerwehr vor Ort zu haben, die auch einsatzfähig sei. Es werde aber immer schwerer, dies zu bewerkstelligen, zum einen durch die Auswärtstätigkeiten vieler Feuerwehrleute, zum anderen durch die Schwierigkeit, genügend Nachwuchs zu finden.

Nach der Diskussion standen die Referenten den Bürgern zur Verfügung. Anhand von mitgebrachten Exponaten konnten sich die Bürger bei einigen Mitgliedern des Netzwerkes „Zuhause Sicher“ informieren. Die Besucher konnten sogar selbst Hand anlegen und feststellen, wie einfach es ist, ein handelsübliches Fenster mit geringen Mitteln und wenig Kraftaufwand zu öffnen, und das in Sekundenschnelle.

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