Ein „Windpark“ soll die Kasse wieder füllen

Von: Margret Vallot
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Die Gemeinde Hürtgenwald will die Windenergie fördern: Dazu soll auch eine Konzentrationsfläche bei Raffelsbrand ausgewiesen werden. Das Bild zeigt den Windpark zwischen Strauch und Schmidt. Foto: Archiv/Gabbert

Hürtgenwald. Die Einspruchsfrist ist abgelaufen, einige Bürger haben Stellungnahmen abgeben, und die sind teilweise kritisch. Aus Großhau ist sogar eine Eingabe erfolgt mit vielen Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Ortsteil. Es geht um die Ausweisung von Flächen für Windenergieanlagen in Hürtgenwald.

Bürgermeister Axel Buch will die Anregungen und Bedenken genau auswerten und zusammen mit einem Fachplanungsbüro analysieren. Die Gemeinde Hürtgenwald hat nämlich Großes vor.

In großer Einmütigkeit hat sich der Rat der Gemeinde Hürtgenwald im Mai diesen Jahres dafür ausgesprochen, die Windenergie zu fördern. Und dafür, so glaubt man, ist auf den 88,04 Quadratkilometern der Gemeinde auch genügend Platz und Wind vorhanden.

Man möchte drei Flächen ausweisen, wo so genannte Bürgerwindanlagen errichtet werden dürfen. Platz wäre dann – nach einer Änderung des Flächennutzungsplans – für maximal 15 Windräder, die man sich allerdings nicht gerade klein vorstellen darf. Die drei Konzen- trationsflächen sind in Raffelsbrand und östlich der Landstraße 11 zwischen Kleinhau und Brandenberg, außerdem im Bereich des Rennweges. Nebenbei erwähnt: Zwei Konzentrationszonen hat Hürtgenwald bereits. Die sind voll, dort können keine weiteren Windkraftanlagen gebaut werden.

Grundsätzliche Bedenken

Problematisch ist für die Anwohner der „Windpark Rennweg“ bei Großhau. Dort könnten allein zehn von 15 Anlagen möglich werden. Etliche Bürgerinnen und Bürger möchten, dass die ersten beiden Windräder, die am nächsten zur Bebauung stehen würden, wegfallen. Andere haben grundsätzliche Bedenken. So zum Beispiel Frank Grützbach, der meint, zehn Windräder würden das einheitliche Waldstück übel zerschneiden, es gebe alternative Standorte entlang der B399, die Abstände zur Wohnbebauung in Großhau seien teilweise zu gering, und die Natur werde, obwohl in den letzten Jahren viel Arbeit investiert wurde, über Gebühr belastet. Außerdem spricht er, neben vielen anderen das Thema „Kabeltrassen“ an. Schließlich müsse die Energie auch abgeleitet und ins Netz eingespeist werden. Welche Trassenlegung dazu erforderlich sei, dazu sagten die im Rathaus ausgelegten Pläne angeblich gar nichts aus.

Buch weist im Gespräch darauf hin, dass sich die Angelegenheit noch in der Planungsphase befindet. Gleichwohl scheint er von der Idee einer sauberen Energiegewinnung überzeugt. Zudem sympathisiert der Rat mit der Idee, dass die Bürger ein Windrad teilweise oder ganz kaufen können und bei der Energiegewinnung unmittelbar finanziell beteiligt werden. Modelle der Bürgerbeteiligung dieser Art werden schon seit 14 Jahren in Hürtgenwald mit Erfolg praktiziert. Möglicherweise wird auch eines Tages die Gemeinde Miteigentümer einer Windkraftanlage sein und dadurch Einnahmen erzielen.

Ein einziges Windrad, wie es im „Windpark Rennweg“ einmal stehen könnte, produziert im Jahr durchschnittlich zwischen 7 und 9 Millionen Kilowattstunden. Man nimmt an, dass ein Durchschnittshaushalt im Jahr 3500 Kilowattstunden verbraucht. So könnte also ein modernes Windrad 2500 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen. Und: Die 8700 Einwohner der Höhengemeinde würden mit ihren 15 Anlagen deutlich mehr Energie produzieren, als sie selbst verbrauchen.

Leiser und langsamer

Die Entwicklung von Windkraftanlagen ist in den letzten zwölf Jahren mit großen Schritten vorangekommen. Es ist abzusehen, dass es bald Anlagen geben wird, die 10 Millionen Kilowattstunden pro Jahr produzieren.

Waren die Windräder in den Anfangsjahren noch laut und schnell drehend, so sind sie jetzt bedeutend leiser und drehen sich wesentlich langsamer. Die Windenergie – das haben dem Rat von Hürtgenwald verschiedene Experten vorgetragen – kann in NRW da produziert werden, wo sie auch gebraucht wird. Es sei nicht nötig, Energie für NRW eigens von der Küste aus weiterzuleiten.

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