Ein perfekter Abend für „Gnadenhof“

Von: P. St.
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Bestens aufgelegt und beim Publikum perfekt gelandet: Die Coverband „Gnadenhof, hier mit Nachwuchskräften aus den eigenen Reihen, bei ihrem ersten eigenen Konzert im Saal Stollenwerk in Steckenborn. Foto: P. Stollenwerk

Steckenborn. Gnadenhof? Da denkt man unwillkürlich an ausgediente Ackerpferde und nicht unbedingt an eine Band, die Live-Musik spielt. Aber der etwas skurrile Name der Coverband steigerte die Spannung nur noch, als das sechsköpfige Ensemble, das sich selbst als „lustigen Haufen“ bezeichnet, jetzt unter dem Motto „Gnadenhof goes Christmas“ in den Saal Stollenwerk zu einem Konzert eingeladen hatte.

Rund 250 Besucher strömten in den Saal, und die Gruppe war völlig hingerissen von dieser unerwartet hohen Resonanz. Die sozialen Netzwerke hatten für eine ausreichende Verbreitung des Events gesorgt, denn in aller Bescheidenheit hatte man darauf verzichtet, im Vorfeld groß die Werbetrommel zu rühren. Bei ihrem ersten eigenen Konzert bei freiem Eintritt wollte die erst im Februar 2013 gegründete Truppe zunächst einmal testen, wie sie beim Publikum landet.

Der eine oder andere Auftritt bei privaten Feiern aber hatte „Gnadenhof“ wohl schon ein Gespür dafür vermittelt, dass man nicht vollkommen am Geschmack des Publikums vorbei spielt.

Spaß und Freude an der Musik stehen bei den Musikern im Vordergrund, und mit dem Zusammenschluss als Gruppe haben sie sich allesamt einen Kindheitstraum erfüllt: Dieser Traum heißt musikalisch ausgedrückt, Lieder zu spielen, „die aus dem Soundtrack unseres Lebens stammen“, erzählt Leadsänger Marcus Larscheid aus Steckenborn.

Diese Riesenbegeisterung übertrug die Gruppe auch von Beginn an sogleich auf das Publikum, und man sah in viele erstaunte Gesichter, als die Musiker mit großer Leidenschaft loslegten, und die Zuhörer sich fragten, warum die Gruppe sich bislang in solcher Zurückhaltung geübt hat.

Nun kann man bei Coverbands, die ihr Publikum in Stimmung bringen, häufig den Soundtrack voraussagen, aber „Gnadenhof“ wich häufig von der typischen Setlist ab und überraschte mit manchem Song, der tief in die Erinnerung des eigenen musikalischen Lebenslaufes eingebrannt ist, aber nur selten zum Vorschein kommt.

Die unerreicht gute Musik der 70er und 80er Jahr bis hinein in die Neuzeit ist das Soundfeld, das „Gnadenhof“ beackert. Für die dazugehörige gut abgestimmte Ton- und Lichtmischung sorgte Peter Breuer als wichtiger Mann im Hintergrund.

Klassiker der Rockgeschichte wie „Born to be wild“ von Steppenwolf, „All right now“ von Free oder Pink Floyds Edelkomposition „Wish you were here“ durften im Repertoire zwar nicht fehlen, aber die Gruppe schaffte es durch feinfühlige Interpretationen den Titeln eine neue persönliche Note zu geben und das Publikum spüren zu lassen wie sehr man mit diesen Songs auf innigste verbunden ist.

Stark von akkustischer Tonfarbe geprägt, aber auch rockig und besinnlich, sorgte „Gnadenhof“ immer wieder für musikalische Überraschungen, selbst wenn hin und wieder eine schwierige Passagen gekonnt umspielt wurde.

Der Name der Band entstand aus einer spontanen Laune heraus, und aus den „blutigen Anfängern“, wie Marcus Larscheid sagt, könnte sich bald ein Geheimtipp entwickeln. Die Fülle der positiven Reaktionen veranlasste die Band spontan, für das nächste Jahr zur gleichen Zeit ein Christmas-Konzert zu versprechen. Im Saal hatten einige Zuhörer besonders genau hingehört, und die Band vom Fleck weg gleich für die Großkirmes und das Waldfest in Steckenborn verpflichtet.

Nach einer regelrechten Serie von Zugaben trat „Gnadenhof“ erschöpft, aber glücklich nach einem perfekten Abend von der Bühne ab. Ein emotionaler Moment am Ende des Konzertes war auch das gemeinsam vorgetragene „Hallelujah“, als der Familiennachwuchs der Band auf der Bühne mitwirkte.

„Für uns war dieses erste eigene Konzert Gänsehaut pur“, freut sich Marcus Larscheid mit seinen Kumpels, und die Freude wurde noch gesteigert durch eine gut gefüllte Spendenbox, denn der Erlös des Konzertes wird dem Förderkreis „Hilfe für krebskranke Kinder“ in Aachen überreicht. Exakt 931,65 Euro wurden gespendet. Rechnet man die Aktion Baumschmücken vom ersten Adventswochenende in Steckenborn hinzu, liegt die gesamte Spendensumme für den Förderkreis bei 16.900 Euro.

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