Ein neues Hotel-Projekt in Monschau?

Von: Andreas Gabbert
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Francois Szabo erläutert seine Pläne: Am Bahnhof Monschau will er im Auftrag einer Investoren- und Management-Gesellschaft ein Hotelprojekt verwirklichen. Foto: A. Gabbert

Monschau. Francois Szabo hat sich viel vorgenommen. Der 60-jährige Franzose aus Simmerath will am ehemaligen Monschauer Bahnhof im Auftrag einer Investoren- und Management-Gesellschaft rund 3,7 Millionen Euro investieren.

Das etwa 30.000 Quadratmeter große Gelände entlang der Vennbahn will er von der belgischen Bahn (SNCB) pachten. Dort soll dann ein Hotelgebäude der Zwei-Sterne-Kategorie mit 70 Zimmern (170 Betten) entstehen. Ein circa 150 Quadratmeter großer Konferenzraum soll Platz für künstlerische Präsentationen, Ausstellungen und Seminare bieten. Geplant ist auch ein Restaurant mit einem einfachen Speisenangebot und 100 Sitzplätzen sowie einer Terrasse mit 80 Sitzplätzen.

Daneben soll es einen Raum für die Vermietung und den Verkauf von Pedelecs geben. In der Wintersaison sollen Langlaufskier vermietet werden. Hinzu kommen 96 Pkw-Parkplätze, 20 Parkplätze für Wohnmobile mit Elektro- und Wasseranschlüssen sowie 15 Parkplätze für Reisebusse.„Zur Realisie rung des Projektes werden Subventionen in Deutschland und Belgien sowie bei der EU beantragt“, sagt Szabo. Am Bau des Carat-Hotels beteiligt Hotelprojekte wurden in Monschau schon einige in Angriff genommen. Das Luxushotel im Rosental ist ebenso im Sande verlaufen wie das Feriendorf an der Flora. „Ich bin kein Spinner, das Projekt ist sehr ernst gemeint und die Vorbereitungen sind sehr weit gediehen“, sagt Szabo. Er brachte Ende der 1980er Jahre auch das Carat-Hotel an der Laufenstraße mit auf den Weg.

Die Idee für das Projekt unter dem Titel „Bahnhof Monschau – Gare de Montjoie“ hatte Francois Szabo im Oktober 2010, als er mit einem E-Bike am Monschauer Bahnhof vorbei kam. „Mit Bekannten habe ich dann überlegt, was man mit dem Gelände machen könnte und den Kontakt zum Eigentümer, der belgischen Bahn, gesucht“, sagt Szabo. Dort seien seine Pläne positiv aufgenommen worden. Seine nächste Anlaufstelle sei dann die Stadt Monschau gewesen. „Auch wenn das Gelände auf belgischem Staatsgebiet liegt, wollte ich die Stadt Monschau nicht außen vor lassen“, berichtet Szabo. Dort seien seine Pläne aber wenig begeistert aufgenommen worden.

„Mir wurde mitgeteilt, die Stadt habe eigene Pläne“, sagt Szabo. Es sei die Rede davon gewesen, dass Eisenbahnfreunde dort einen Waggon aufstellen wollen. Weitere Anlaufstellen seien die belgischen Städte Weims und St. Vith gewesen, wo er das Projekt den Entscheidungsträgern sowie Touristikern vorstellte. „Dort wurde unser Projekt ebenfalls begeistert aufgenommen“, sagt Szabo. Im September 2013 habe es schließlich ein Treffen mit Verantwortlichen der SNCB gegeben, bei dem Details geklärt, ein Mietvertrag geschlossen und ein Pachtvertrag vorbereitet worden sei.

Leo Kreins, der Kabinettschef von Isabelle Weykmans, Ministerin für Kultur, Medien und Tourismus der DG, ist an einer Entscheidung über das Projekt zwar nicht beteiligt, aber er nimmt laut eigener Aussage eine „Brückenfunktion“ wahr, um die Kommunikation zwischen Deutschen und französischsprachigen Belgiern zu erleichtern. Die Umgestaltung der Vennbahn zu einem Radweg hat er von Anfang an begleitet. „Das Gelände gehört der SNCB, sie kann es verkaufen oder verpachten, an wen sie möchte. Und ja, es gibt Interesse eines Investors“, sagt Kreins. Der Verwaltungsrat der SNCB habe ihm am 17. März mitgeteilt, dass die Pläne für das Projekt eingereicht worden seien und nun begutachtet würden.

Ein Pachtvertrag sei seines Wissens aber noch nicht zustande gekommen, und eine Bauerlaubnis müsse ja auch noch beantragt werden. „Wie ich das kenne, dauert das eine gewisse Zeit. Ich hoffe, der Investor hat vorher abgeklärt, was er dort machen darf oder nicht. Wir würden es jedenfalls begrüßen, wenn dort etwas passiert“, sagt Kreins. Projekt nicht bekannt „Wir in Monschau begrüßen grundsätzlich Investorenprojekte für neue Hotelansiedlungen“, schreibt Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter auf Anfrage. Das vorgetragene Projekt sei ihr allerdings nicht bekannt. Von daher könne sie auch nicht nachvollziehen, woher die Einschätzung des Investors komme, dass dieses Projekt in Monschau nicht gut ankäme. Richtig sei vielmehr, dass ihr im vergangenen Jahr eine einseitige Entwurfsskizze vorgestellt worden sei, in der es um die Entwicklung einer touristischen Anlaufstelle am Bahnhof Monschau mit einem „Wohnmobilhafen“, einer Verleihstation für E-Bikes und Fahrräder und einer angeschlossenen Kleingastronomie gegangen sei. „Das Gespräch war aus meiner Wahrnehmung angenehm“, schreibt Ritter.

Für Monschau sei von Interesse, dass das Gelände einer touristischen Nutzung zugeführt werde. Dies habe die Stadt Monschau auch mit der SNCB vereinbart. Der Bürgermeisters aus Lontzen, Alfred Lecerf, habe die Idee gehabt, der Stadt Monschau einen Waggon der Vennbahn zu überlassen. In diesem Rahmen habe die Stadt eine kleine Besucheranlaufstelle mit geschichtlichen Informationen geplant. Das habe dazu geführt, „dass wir vom potenziellen Investor unter dem Titel Gare de Montjoie eine drohende Nachricht diesbezüglich und mit der Aufforderung unseren Rastplatzwaggon unverzüglich zu beseitigen, erhalten haben“. Dies werde mit Befremden aufgenommen. Dabei handele es sich nicht um einen der Waggons aus Montzen, sondern um einen der sogenannten „Verlorenen Waggons“, die an den ehemaligen Bahnhöfen der Vennbahn als Rastplätze aufgestellt wurden. Im Bild ist er rechts zu sehen.

Gerne sei sie bereit, „in einem weiteren persönlichen Gespräch nach Terminvereinbarung dortige eventuelle Missverständnisse auszuräumen“, schreibt die Bürgermeisterin. „Für alles offen“ „Ich möchte keinen Streit und habe mit den Drohungen auch nicht angefangen. Zuvor wurde mir von der Stadt Monschau angedroht, mir bei der Erschließung des Geländes Schwierigkeiten zu bereiten. Ich bin für alles offen und zur Zusammenarbeit mit der Stadt und Unternehmen aus der Region bereit“, sagt Francois Szabo.

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