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Ein Mahnmal für den Frieden

Von: rpa
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Pastor Leo Kerbusch (links) und Pfarrer Volker Böhm segnen den neuen Gedenkstein neben dem Eifelkreuz auf der „Kopp” in Paustenbach. Foto: R .Palm

Paustenbach. Drei Kinder legten weiße Rosen vor den Gedenkstein, Pastor Leo Kerbusch und Pfarrer Volker Böhm sprachen das Segensgebet, der Kirchenchor sang mit „Dona nobis pacem” die Bitte um den Frieden und Bürgermeister Karl Heinz Hermanns mahnte, „Denken und Handeln an Gott auszurichten”, damit der „Frieden gelingen kann”.

Mahnmale sollen daran erinnern, so der Bürgermeister, „dass Frieden kein selbstverständliches Gut ist”.

Ein Mahnmal für den Frieden, das ist die „Kopp” auf der Paustenbacher Höhe, die längst auch zu einem beliebten Wanderziel geworden ist. Fast 200 Menschen hatten sich dort am Samstag, auf den Tag genau 65 Jahre nach Kriegsende, versammelt, um der Opfer des Krieges und der erbitterten Kämpfe um die „Kopp” zu gedenken. Der neue Gedenkstein ist mehr: Er ist, so Ortskartellvorsitzender Erwin Finken, „auch ein Mahnmal für den Frieden”.

Kreuz 1947 errichtet

Der 65. Jahrestag nach Kriegsende war für das Ortskartell Simmerath ein wichtiger Anlass, an das Kriegsgeschehen auf der „Eifelhöhe 554” zu erinnern. Um das „Eifelkreuz”, das im Oktober 1947 aufgerichtet wurde, erneut ins Bewusstsein zu bringen, hatte das Ortskartell entschieden, einen Gedenkstein und eine Info-Tafel aufzustellen.

Unter den Gästen waren noch einige Männer, die 1947 dabei waren, als das erste Eifelkreuz aufgerichtet wurde. Von den 47 Männern von damals leben noch sechs: Vinzenz Braun, Ernst Haas, Herbert Gerards, Theo Dierkes, Victor Peters und Georg Jansen. Danke sagte Erwin Finken vor allem Vinzenz Braun, Ernst Haas und Stephan Braun, die als Sponsoren „diese Feierstunde erst ermöglicht” hätten. Sein Gruß und sein Dank galt auch drei Vereinen, die die Feier am Samstagnachmittag musikalisch umrahmten: die Hansa-Blasmusik, der Spielmannszug der Feuerwehr und der Kirchenchor Simmerath.

Marga und Siegfried Nießen enthüllten den Gedenkstein, Leo Jansen und Oswald Jansen die Info-Tafel. Die Texte erinnern an Ursprung und Sinn des Eifelkreuzes und nennen die Namen der Männer, die das Kreuz am 1. Oktober 1947 aufgerichtet haben. Der 2. Text (samt Foto vom Aufbau des 4. Eifelkreuzes 1996) erzählt kurz die Geschichte der Kopp, die im September 1944 zwischen deutschen und amerikanischen Soldaten erbittert und mit vielen Todesopfern umkämpft war.

Fast eine Tonne schwer

Der Gedenkstein (fast eine Tonne schwer) ist ein Findling, den die letzte Eiszeit vor gut 10000 Jahren in der Eifel zurückgelassen hat und der bei Kanalbauarbeiten gefunden wurde. Steinmetz Karl Goffart hat den Stein gemeinsam mit seiner Assistentin Renate Pelzer bearbeitet: Eingemeißelt wurde ein zwölfteiliges Kreuz (Anzahl der Apostel) und ein Text: „Gedenkstätte für die Kriegstoten und Mahnmal für den Frieden”.

Pastor Leo Kerbusch und der Pfarrer Volker Böhm sprachen das Segensgebet: „Könntest Du nicht, Gott, zu einem einzigen großen Erbarmen für uns werden in dieser Zeit des Niederreißens, des Zerstören und des Überlebenskampfes von Pflanzen und Tieren, Flüssen und Bergen, Wäldern, Luft und Wasser, Völkern und Menschen?”

„Gedenken reicht nicht”

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns erinnerte in seiner Ansprache an die erbittert umkämpfte Kopp, auf der es im Herbst 1944 weder Bäume noch Hecken gab, dafür aber eine stählerne Panzerkuppe eines Bunkers. Von den Bunkern sei nicht mehr zu sehen, nichts mehr zu hören von den Schreien der Verwundeten, nichts mehr zu erahnen vom Schmerz jener, die den Tod eines geliebten Menschen zu beklagen hatten. „Das Eifelkreuz ist eine würdige Gedenkstätte für die Kriegstoten. Doch so ehrenhaft es auch ist, Gedenken allein reicht nicht aus”, sagte Bürgermeister Hermanns.

Zu Beginn der einstündigen Feier hatte Erwin Finken ein Gedicht vorgetragen, das Oswald Jansen schon vor Jahren Paustenbacher Höhe und Eifelkreuz gewidmet hat: „Eifelkreuz mächtig und stolz, zwei Balken, verbunden aus kernigem Holz, Sinnbild des Sieges über den Tod, bist der Welt letzte Rettung aus größter Not.”
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