Aachen - Ein Lichtermeer in der Stille im Aachener Dom

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Ein Lichtermeer in der Stille im Aachener Dom

Von: Kathrin Albrecht
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Ein unglaublich schöner Momen
Ein unglaublich schöner Moment der Stille und Andacht im Oktogon: Im Aachener Dom stand die achte „Nacht der Stille” auf dem Programm. Rund 1000 Menschen kamen zu dem ökumenischen Abendgebet der Taizé-Bewegung. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Das gibt es im Hohen Dom zu Aachen nicht alle Tage. Wenn aus dem altehrwürdigen Oktogon die Stuhlreihen entfernt und Teppiche ausgelegt werden, um der besonderen Stimmung Rechnung zu tragen, dann kündigt sich die „Nacht der Lichter” an, jenes ökumenische Abendgebet der Taizé-Bewegung, das es jetzt zum achten Mal im Dom gab.

„Taizé ist etwas Besonderes”, sagt Annette Ristmeyer denn auch. Sie und ihre Freundin Sophie Honecker waren unter den rund 1000 Besuchern der „Nacht der Lichter”, die ihren Ursprung eben in Taizé hat, einem Dorf in Burgund, in dem Frère Roger Schutz vor 63 die „Communaute de Taizé” gründete. Und natürlich ist auch da die besondere Verbindung zu Aachen vorhanden, denn Frère Roger ist der Karlspreisträger des Jahres 1989.

Besonders junge Menschen zieht diese Bewegung an. Auch Annette Ristmeyer war schon ein paar Mal dort. „Diese Offenheit und diese Friedlichkeit sind toll”, erzählt sie. Auch die Gebete sprechen sie an, diese Mischung aus Musik und Stille. „Wo sonst findet man das, dass einmal alle für ein paar Minuten ruhig sind?”

Ein Stück dieser Atmosphäre tragen Aachener Taizé-Freunde, in Kooperation mit dem Fachbereich Jugendarbeit im Büro der Regionaldekane Aachen-Stadt und -Land und dem Evangelischen Kirchenkreis, auch einmal im Jahr in das Herz der Stadt und des Bistums - in den Aachener Dom. Der Platz in der Mitte des Oktogons ist den jungen Menschen vorbehalten, die das Abendgebet auch maßgeblich gestalten.

Im Mittelpunkt des Gebetes stehen Gesänge aus Taizé. Sie wechseln sich ab mit Lesungen, Gebeten und Zeiten der Stille. „Für mich ist es immer wieder faszinierend, wie sich der Raum an diesem Abend verändert,” erzählt Jugendreferent Udo Breuer vom Fachbereich Kirchliche Jugendarbeit im Büro der Regionaldekane. „Hier trifft jugendliche Spiritualität auf die alte, ehrwürdige Geschichte dieser Kirche. Für mich passt das gut zusammen.”

Von der Atmosphäre anstecken ließen sich auch Bischof Heinrich Mussinghoff, Weihbischof Karl Borsch, die Regionaldekane Josef Voß und Josef Wienand, Pfarrer Rolf-Peter Cremer und Dompropst Helmut Poqué, Hans-Peter Bruckhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, sowie Andreas Hacjiconstantinou von der griechisch-orthodoxen Gemeinde, die die „Nacht der Lichter” ebenfalls besuchten. Höhepunkt des Abends war die Lichterfeier im Anschluss an eine fünfminütige Zeit der Stille.

Nach und nach entzündeten die Besucher die am Eingang verteilten Opferkerzen und tauchten so Oktogon und Chorhalle, die für diesen Abend Besuchern zugänglich gemacht worden war, in ein Lichtermeer. Für viele Teilnehmer ist die Lichterfeier ein besonders andächtiger Moment, das war auch diesmal spürbar.

Selbst beim Verlassen des Doms hielten viele noch ihre brennende Kerze in der Hand. „So etwas sollte hier öfter stattfinden”, meint Domschweizer Adam Wirtz sichtlich beeindruckt von der Feier. „Für mich spiegelt diese Feier wider, was Kirche bedeuten sollte.” Wer noch wollte, konnte sich mit Gleichgesinnten im Haus der Evangelischen Kirche austauschen und erste Kontakte knüpfen für die bevorstehende Fahrt zum interkontinentalen Taizétreffen, das vom 28. Dezember bis 1. Januar in Rom stattfindet.
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