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Ein Leben im Takt der geliebten Musik: Josef Breuer (96) ist tot

Von: P. St.
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Ein Leben nach Noten: Die Liebe zur Musik aber auch zu seinem Geburtshaus in Simmerath bestimmten den Weg von Josef Breuer, der jetzt gestorben ist. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. „Auf dass die Seele sich verschöne, gab uns der Himmel die Musik.” - So könnte man das Leben von Josef Breuer aus Simmerath überschreiben. Der Kirchenmusiker und Musiklehrer ist am letzten Tag des Jahres 2009 im hohen Alter von 96 Jahren verstorben.

Zwar lebte Josef Breuer schon seit Jahrzehnten im Dürener Land, in Arnoldsweiler, doch tief verwurzelt bis zuletzt war seine Verbindung nach Simmerath und zu seinem Geburtshaus, das im Schatten der Grundschule liegt. Josef Breuer wird am Freitag in Arnoldsweiler zu Grabe getragen. Die Trauerfeier beginnt um 10.15 Uhr in der Pfarrkirche.

Der Lebenslauf von Josef Breuer liest sich wie eine abwechslungsreiche Reise nach Noten, denn allein der Klang der Musik war es, dem Josef Breuer folgte und der ihn stets begleitete. Hunderte Musikschüler aus den Musikvereinen der Nordeifel wurden von ihm mit den ersten musikalischen Schritten vertraut gemacht.

Am 4. Mai 1913 wurde Josef Breuer in Simmerath geboren, und schon früh berührte ihn die Musik, allerdings in recht mühevoller Form: Seine erste „kirchenmusikalische Tätigkeit” war im Jahre 1921 das Treten des Blasebalgs für die Orgel. Es gab in Simmerath damals noch keinen Strom.

Von 1929 bis 1939 studierte er am Gregoriushaus in Aachen Musik und war anschließend 20 Jahre Organist in Alsdorf.

Zum Unterrichten verlangte die Regierung in Aachen damals einen Erlaubnisschein. Der Zufall wollte es, dass Josef Breuer persönlich bei Herbert von Karajan vorspielte. Der unvergessene „Maestro” war damals Generalmusikdirektor in Aachen. Später sang Breuer im von Karajan geleiteten Chor.

Während des zweiten Weltkrieges wurde er als Militärmusiker abkommandiert, und als Pianist beim Soldatensender „Gustav” betreute er die Truppe in Russland.

Nach dem Krieg war er Organist an der großen Liebfrauenkirche in Koblenz und studierte nochmals fünf Jahre an der Kölner Hochschule für Musik, wo sein Sohn Wolfram heute Professor ist.

Josef Breuer leitete ungezählte Chöre (z.B. die Schwesternchöre in Simmerath und am Hildegardis-Krankenhaus in Köln), und organisierte mit den örtlichen Musikgruppen viele Jahre lang die musikalische Patientenbescherung im Simmerather Krankenhaus.

Auch nach seinem Umzug im Jahre 1987 nach Arnoldsweiler kam Josef Breuer regelmäßig für zwei Tage nach Simmerath. Unter anderem betreute er hier die Kundschaft in seiner Musikalienhandlung und pflegte die zahlreichen persönlichen Kontakte. So werden ihn auch bestimmt viele Simmerather auf seinem letzten Weg begleiten.
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