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Ein herbstlich kühler September

Von: kjl
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Das feuchte und nicht sehr warme Wetter im September hat mit dazu beigetragen, dass die Mais- und Getreideernte in diesem Jahr etwas später als sonst beginnt. Immer wieder versperrten Wolken der Sonne den Weg. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Nach dem enttäuschenden August hatte sich so mancher im September einen tollen Nachschlag an Spätsommertagen gewünscht. Doch daraus wurde leider nichts.

Der lang ersehnte Altweibersommer hatte keine Beständigkeit und enttäuschte uns in Punkto Wärme und Sonnenschein. Kühle und wolkenreiche Luftmassen dagegen breiteten sich immer wieder hartnäckig aus. Die Tradition der Tiefdruckserien von August setzte sich fort und prägte mit wechselhaftem Wetter den September.

Der Mittelwert aller Tages- und Nachttemperaturen blieb in allen Höhenlagen etwa 0,5 bis 1,0 Grad unter dem langjährigen Schnitt. Sehr eindrucksvoll ist die Bedeutung für sie mit folgender Platzierung nachzuvollziehen (nur 78. Platz der wärmsten September seit 1895). In den höchsten Lagen der Nord- oder Venneifel wurde eine Mitteltemperatur von 10,5 bis 10,8 Grad gemessen, in Strauch 11,9 Grad, in Roetgen 12,6 Grad und im Raum Aachen 13,6 Grad.

Die wärmsten Tage des Monats um den kalendarischen Herbstanfang (22. und 23.) steuerten mit zwei Sommertagen und Maxima bis 25,5 Grad nur wenig zur Steigerung des Monatsmittels bei (Maximum in Mützenich nur 20,6 Grad).

Schon am Monatsanfang wurden aus den hochgelegenen Eifeltälern der Rur, der Kall und der Olef erste Bodenfröste gemeldet. Bei nur ein Grad Lufttemperatur sanken die Bodenminima in Kalterherberg auf -2,5 Grad. Rund ums Venn wurde bereits in sechs Nächten Bodenfrostgrade notiert.

Trotz der hohen Zahl an regenträchtigen Tiefs blieben die Sturmtage selten (Windstärke 8 nur am 6. und 14. rund um Kalterherberg). Nur ein heftiges Gewitter tobte sich im gesamten Kreisgebiet aus - am Donnerstagabend des 23.September, also punktgenau zum kalendarischen Herbstanfang. Insgesamt wurden dabei im 20 Kilometer-Umfeld von Aachen 87 Bodenblitze gezählt, diese aber meist nördlich und westlich von Aachen.

Trotz der vielen Wolken erreichte die Sonnenscheindauer im Kreisgebiet noch 90 bis 110 Prozent des Mittelwertes, so etwa 151 Stunden am Windpark Schöneseiffen (110 Prozent), 128 Stunden in Kalterherberg, aber nur 145 Stunden in Aachen (nur 77 Prozent).

Die meist kühle und trockene Luft aus nördlichen Breiten unterdrückte die sonst ansteigende Nebelneigung im ersten Herbstmonat.

Die Westwindzone war - wie schon im August - ungewöhnlich stark ausgeprägt, so dass die blockierenden Wetterlagen örtlich anhaltenden Regen brachten. Dabei wurde Ostdeutschland viel stärker von Unwettern und Überflutungen getroffen als das Rheinland.

In unserem Kreisgebiet zwischen dem Wahlerscheider Wald und Geilenkirchen fiel rund um Aachen 30 Prozent zu wenig Regen, dagegen ein Überschuss von 10 Prozent in den Hochlagen. Hier einige Beispiele: Aachen 46 Liter/Quadratmeter (l/qm) gleich 69 Prozent), Simmerath 64 l (80 Prozent), Alsdorf-Warden Deponie 67 l, Kalltalsperre 69 l (86 Prozent), Roetgen 72 l (90 Prozent), Perlenbachtalsperre 78 l, Höfen 83 l (104 Prozent), Kalterherberg 95 l (102 Prozent) und Mützenich 102 l/qm.

Zehn Tage goldener Oktober

Der zur Zeit ansteigende Luftdruck verspricht für die nächsten zehn Tage einen goldenen Oktober. Nächste Woche sinken die Höchsttemperaturen bei Ostwind auf 10 bis 15 Grad, und ab Montag ist bei Nachttemperaturen um 0 Grad mit Bodenfrost bis minus vier Grad zu rechnen. In den hochgelegenen Tälern geht mit minus zwei Grad sogar die Lufttemperatur unter den Gefrierpunkt und wird es am Boden bis minus fünf Grad kalt.
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