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Ein „großer Sieg“ für den Favoriten beim Monschau-Marathon

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
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Eine Klasse für sich waren die drei Erstplatzierten des Monschau-Marathons 2017: André Collett (Mi.) gewann zum achten Mal. Lokalmatador Markus Werker (li.) war als Zweiter hochzufrieden, und Markus Mey als dritter im Bunde stand mal wieder auf dem Treppchen. Foto: P. Stollenwerk
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Volle Konzentration auf dem Kopfsteinpflaster in Monschau: Die Altstadtkulisse bildet dennoch eine schöne Abwechslung auf der Marathon-Strecke.
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Fast 500 Teilnehmer machten sich um acht Uhr beim 41. Monschau-Marathon auf den Weg. Foto: H. Schepp
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Starke Leistung: Ultralauf-Sieger Kay-Uwe Müller stellte einen neuen Streckenrekord auf.
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Einfach nur glücklich: Hendrike Hatzmann gewann die Marathon-Damen-Konkurrenz.

Konzen. Bis Kilometer 33 wechselten sich André Collet und Markus Mey mit der Führungsarbeit ab, doch hinter der Norbertuskapelle, vor dem gefürchteten Anstieg vom Leyloch hinauf nach Mützenich, spielte Collet seine ganze Erfahrung aus und zog einsam an die Spitze des Feldes beim 41. Monschau-Marathon des TV Konzen.

Der 45-Jährige für die ATG Aachen startende Top-Favorit kam mit fast fünf Minuten Vorsprung ins Ziel. In Konzen wurde er begeistert vom Spalier der Zuschauer empfangen, die gemeinsam mit dem Seriensieger dessen achten Triumph beim Monschau-Marathon feierten.

„Das war ein großer Sieg für mich“, sagte André Collet, der in sechs Wochen bei einem Eliterennen in China starten wird. „Ich habe die sportliche Antwort gegeben“, fügte er hinzu, weil es im Vorfeld als nicht es nicht zutreffend beschrieben empfand, dass man sein Streben nach sportlichem Erfolg als „unersättlich“ bezeichnet habe.

Auf der tiefen und vom Regen teils aufgeweichten Strecke sei der Sieg ein „hartes Stück Arbeit“ gewesen. Entsprechend zufrieden war er auch mit der Siegerzeit (2:43:09), zumal er erstmals in diesem Jahr „zu 99 Prozent beschwerdefrei“ haben starten können. Daher sei er schon „ein bisschen aufgeregt“ gewesen. Der Streckenrekord von Michael Reus aus dem Jahr 1990 (2:33:12) geriet keine Minute in Gefahr. Für den Achtfach-Sieger ist der Lauf in der Eifel nach wie vor „der schönste Wettkampf, den ich kenne, auch weil die Zuschauer so fantastisch mitgehen.“

„Ziemlich fies“

Einen Streckenrekord gab es dennoch! Dafür sorgte Ultra-As Kay-Uwe Müller aus Schwäbisch Hall, der die 56 Kilometer in starken 3:39:57 zurücklegte. Der 38-Jährige, der nebenbei erwähnt, das er schon 70 Marathon-Läufe absolviert habe, war erstmals in Konzen am Start, vor allem weil der Ultralauf in der Eifel in die Europacup-Wertung einfließt.

Die 14 Kilometer durch das aufgeweichte Hohe Venn zu Beginn des Laufes seien sehr kräftezehrend gewesen und auch den abschließenden zähen Anstieg hinauf nach Mützenich habe er als „ziemlich fies“ empfunden. Zeitweise rangierte Müller nur auf Platz vier, ehe er sich in der Mitte des Rennens absetzte. Dass der Zweitplatzierte 11 Minuten später ins Ziel kam, unterstreicht die Ausnahmeleistung des neues Streckenrekordlers. Er unterbot die bisherige Rekordzeit von Andreas Probst aus dem Jahr 2016 um 17 Sekunden.

Geschichte schrieb beim 41. Monschau-Marathon auch Hendrike Hatzmann aus Aachen. Bei ihrer zweiten Teilnahme lief sie als Siegerin (3:28:53) ins Ziel. Die 34-Jährige hatte sich erst eine gute Stunde vor dem Start als neues Mitglied beim veranstaltenden TV Konzen eingeschrieben, und entsprechend groß war ihre Begeisterung: „Das war ein superschöner Lauf“, strahlte sie. Bereits bei Kilometer 17 Kilometer hatte sie die alleinige Führung übernommen.

Dass es am Sonntag eine so schöne Geschichte wurde, verdanke sie in erster Linie ihren Trainingspartnern Wolfgang und Marion Braun aus Eicherscheid.

Ein perfekter Sonntag wurde es auch für Lokalmatador Markus Werker, dem Sieger des 40. Monschau-Marathons im vorigen Jahr. Der 31-Jährige hatte wegen Familiennachwuchses sein Trainingsprogramm stark reduziert, und wollte eigentlich nur „unter drei Stunden“ bleiben. Dass es am Ende beachtliche 2:47:51 wurden, erstaunte ihn selbst ein wenig. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“.

Werker konnte es locker angehen lassen: „Es gab keine Positionskämpfe, und ich konnte mich ganz auf mein Rennen konzentrieren.“, sagt er. So fand er sich plötzlich in der Spitzengruppe wieder, und 1,5 Kilometer vor dem Ziel, am Troisdorffer Weiher, ließ er den lange Zeit Zweitplatzierten, Markus Mey vom Sportteam Peters, hinter sich. Der hatte sich bereits verausgabt.

Markus Mey aus Morsbach, der in Konzen schon einmal der Ultralauf gewonnen hat, und auch beim Marathon schon häufiger auf dem Treppchen stand, sagt, dass er eigentlich „gute Beine“ hatte, aber bei Kilometer 30 hätten die Kräfte nachgelassen. „Das war der Knackpunkt.“ Die beiden Konkurrenten hätten diese „schlechte Phase“ dann genutzt. Einig waren sich die drei Erstplatzierten aber in der Einschätzung, „dass wir das Rennen zu schnell angegangen sind.“

Wie sehr das Trio den Lauf dominierte, zeigten auch die Zeiten der nachfolgenden Läufer. Der Viertplatzierte folgte mit acht Minuten Abstand auf Mey.

Läufer voll des Lobes

Konzen erlebte mal wieder ein sportlich hochklassiges und ausgefülltes Wochenende mit 500 Teilnehmer beim Marathon und über 270 Ultra-Startern. 115 Marathon-Staffeln und 150 Walker komplettierten das internationale Teilnehmerfeld bei idealen Wetterbedingungen. Bereits am Samstag hatten rund 70 Biker bei Dauerregen der Marathon-Strecke zugesetzt.

Voll des Lobes waren die Teilnehmer wieder über die routinierte und ebenso persönliche Betreuung durch den TV Konzen, dessen Lauf-Asse diesmal in erster Linie als Zug- und Bremsläufer im Feld gefragt waren. Streckensprecher Roland Schreiber hielt Zuschauer und Akteure auf dem Laufenden, und während der Teilnehmerkreis bei der großen Freiluftparty auf dem Dorfplatz immer größer wurde, liefen noch bis in den Nachmittag hinein tapfere Langstreckler ins Ziel, die ihr persönliches Erfolgserlebnis ebenso feierten wie die Sieger.

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