Eiffelturm und Kölner Dom sollen weichen

Von: M. S.
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Johann Schmitz darf optimistisch die Schippe schwingen: Seine vielbestaunten Holzkunstwerke, wie der Kölner Dom, müssen wegen Brandschutzbestimmungen von ihrem alten Platz in der Eifelklinik St. Brigida weichen, aber es wird nach neuen Plätzen Ausschau gehalten. Foto: Manfred Schmitz

Simmerath. Kurz vor Weihnachten hat Johann „Scheng” Schmitz aus Kesternich eine für ihn zunächst schockierende und alles andere als frohe Botschaft erhalten: Die Verantwortlichen der Simmerather Eifelklinik Sankt Brigida teilten ihm mit, dass seine gestifteten Kunstwerke und Modelle das Krankenhaus verlassen müssen.

Die Werke aus massivem Tannenholz, der Kölner Dom, der Schiefe Turm von Pisa und der Eiffelturm - müssten von ihren angestammten Ausstellungsplätzen auf verschiedenen Stockwerken des Simmerather Krankenhauses weichen.

Dort standen die maßstabsgetreu gefertigten Bauwerke bis dato und wurden von Patienten, Personal und Besuchern des Hospitals betrachtet und geschätzt.

Die jeweils mehr als zwei Meter hohen Kopien weltbekannter Wahrzeichen sollen demnächst von ihren jahrelangen Standorten entfernt werden, weil dies die Sicherheitsbestimmungen eines 2009 erstellten Brandschutzgutachtens verlangen. Dieses Dokument hatte der frühere Träger der Klinik, der Malteserorden, noch in Auftrag gegeben.

Im Gespräch mit unserer Zeitung nimmt Dr. Sören Eichhorst, seit knapp zwei Monaten Geschäftsführer der Eifelklinik, Johann Schmitz die hinter seiner Frage lauernden Sorge, wohin mit seinen Werken und welches Schicksal erwartet sie? Schließlich hat der 88-Jährige in jedes Monument mehr als tausend Arbeitsstunden investiert, Materialkosten exklusive.

„Wir müssen uns zwar an gesetzliche Bestimmungen halten”, stellt Eichhorst fest, „aber wir werden alles tun, um eine einvernehmliche Lösung zu finden, mit der Herr Schmitz zufrieden ist.” Der Geschäftsführer betont, die Angelegenheit verlange keine Windeseile: „Die optisch beindruckenden und von kunsthandwerklichem Geschick ihres Urhebers zeugenden Objekte können an ihrem Platz bleiben, bis ein gleichwertiger, aber nach Sicherheitskriterien unbedenklicher Standort gefunden ist.”

Eichhorst verweist auf „ermutigende Kontakte mit der Gemeinde Simmerath”, die ihrerseits tatkräftig bemüht sei, für die komplexen Exponate aus der Werkstatt von Johann Schmitz ein ideales und auf Dauer zukunftssicheres Domizil zu finden.

Der Geschäftsführer kündigt eine greifbare Chance zur Erreichung dieses Zieles an: „Im Frühjahr werden wir umfangreiche Umbauarbeiten unseres Gebäudes vornehmen, um es patientenfreundlicher zu machen. Die Brandschutzauflagen betreffen nicht nur die Ausstellungsstücke von Herrn Schmitz, sondern das gesamte Holzinventar wie Möbel, Bilder oder Decken und Wandverkleidungen. ”
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