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Eifelwetter im Januar: Sibirische Kälte und Trockenheit

Von: kjl
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Das hat es schon lange nicht mehr gegeben: Der kalte Januar ließ den Rursee zufrieren, große und kleine Leute kramten die Schlittschuhe heraus und konnten Eislaufen. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Schon der Dezember 2008 lag mit seiner Durchschnittstemperatur 2,5 Grad unter dem langjährigen Mittel. Der Januar 2009 konnte da problemlos mithalten: Auf den Höhen der Nordeifel war Höfen mit -2,9 Grad Durchschnittstemperatur am kältesten, auch dies ergibt eine negative Abweichung von 2,5 Grad.

Zuletzt war der Januar 1997 noch einige Zehntel kälter, damals kam beispielsweise Strauch auf -1,8 Grad (jetzt -1,6 Grad) und Aachen auf -0,1 Grad (jetzt + 0,4 Grad).

Es gab zwei unterschiedlich temperierte Monatsteile. In der ersten Hälfte war es bitterkalt mit strengen Frösten vor allem in den Flusstälern der Niederungen. Stehende und fließende Gewässer unseres Kreises erstarrten im Eis.

Endlich konnte man noch mal die Schlittschuhe auspacken und mit der Familie ein richtiges Eisfest feiern. Auch im Flachland lag zeitweise Schnee, bevor es in der zweiten Monatshälfte etwas milder und schneeärmer wurde.

Es gab auch ein wenig Wärme im Januar. Zweistellige Plusgrade lieferte aber nur der Eifelföhn am 19. Januar. Mit 13,1 Grad war Düren der wärmste Ort in NRW, aber auch Eschweiler mit 11,4 und Aachen mit 10,4 Grad standen nicht weit davon entfernt.

Häufige Hochdrucklagen oder Föhnwinde sorgten rund um Aachen für enorm viele Sonnenstunden. Hier einige Beispiele: 126 Stunden in Aachen, 104 Stunden in Schöneseiffen sowie 97 Stunden in Kalterherberg. Diese Summen liegen 50 bis 70 Prozent über den Normalwerten für Januar.

In Aachen wurde sogar ein neuer Jahrhundertrekord für die Sonnenscheinmessung im Januar notiert. Erst das fünfte Mal seit 1902 wurden im Januar im Raum Aachen mehr als 100 Sonnenstunden erreicht. Rekordhalter war bisher 2006 mit 125 Stunden gefolgt von 1989 mit 113 Stunden.

Kopfschmerzen und Kreislauf

Herausragend im Vergleich zu den vergangenen 165 Jahren war die Trockenheit. In Aachen fielen mit 30 l/qm nur 48 Prozent der Normalmenge. Seit 1844 ist dies Platz 18 aller trockenen Januare. Rekordhalter sind hier die Jahre 1997 mit 4 l/qm und 1948 mit 3 l/qm. Hier weitere Summen und Abweichungen aus dem Kreisgebiet: Simmerath 42 l (40 Prozent), Mützenich 43 l, Kalltalsperre 44 l (43 Prozent), Kalterherberg 54 l (40 Prozent), Höfen 54 l (52 Prozent), Roetgen 54 l (51 Prozent) und Monschau/Haag 58 l (46 Prozent und 1997 hier nur 5 l).

Mit der sibirischen Kälte gab es am Dreikönigstag und damit zum Ende der Weihnachtsferien die maximalen Schneehöhen: 15 cm an der Kalltalsperre, 13 cm in Mont Rigi (Venn), 12 cm in Aachen, 11 cm in Strauch und Mützenich, 10 cm in Roetgen und Monschau und 9 cm in Höfen. Zum Ski fahren war die Schneedecke reichlich dünn, aber für Langlauf reichte es durchaus.

Seit Silvester 1996/97 war es in einem Januar nicht mehr so kalt wie am Morgen des 6. und 7. Januar. Während die Hochflächen der Eifel „nur” -13,7 Grad (Mützenich) bis -13,5 Grad (Simmerath-Strauch) ertragen mussten, waren es in den Mulden und Flusstälern Werte unter -20 Grad. Hier die kältesten Orte und ihre minimalen Lufttemperaturen:

Aachen -14,0 Grad (Boden -18), Perlenbachtalsperre -16,0 Grad, Roetgen -16,4 Grad (Boden -22,2 Grad), Höfen Ortslage -18,3 Grad, Kalterherberg -20,0 Grad (Boden -24,7 Grad), Elsenborn und Kalltalsperre -21,0 Grad, Küchelscheid -22,3 Grad (Boden -25,0 Grad).

Dieser außergewöhnliche Januar hatte aber noch einen weiteren Superlativ im Wetterbereich zu bieten. Viele Menschen in unserer Region werden es nur durch andauernden Kopfschmerz oder Kreislaufprobleme bemerkt haben. Der niedrige Luftdruck war Schuld. Am Freitag, 23. Januar, sanken die heimischen Barometer beim Durchzug von Sturmtief „Joris” bis zum Anschlag. Es war der niedrigste Druck seit dem 1. Februar 1989. Um 13.20 Uhr herrschte fast Windstille wie in einem Hurrikan, als der Kern des Tiefs über die Nordeifel hinweg zog. Der Luftdruck betrug 965 Hectopascal (hPa) an der Station in Aachen und 963,3 hPa in Monschau.
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