Monschau - Eifelverein will den Rahmenberg wieder freilegen

Eifelverein will den Rahmenberg wieder freilegen

Von: mon
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Sie haben bei einer kritischen Begehung der Wanderwege rund um Monschau dringenden Handlungsbedarf festgestellt: Wegewart Benno Weber, Ortsvorsteher Georg Kaulen, die Fraktionsvorsitzenden Werner Krickel, Kurt Victor und Micha Kreitz, Egon Foulonge vom Eifelverein Monschau und der 1. Vorsitzende des Eifelvereins Klaus Hilgers (von links). Foto: V. Monterey

Monschau. „Ein sehr schöner Weg, nur leider nicht mehr begehbar“, fasste Egon Foulonge, Wanderführer des Monschauer Eifelvereins, am Montagnachmittag während einer kritischen Begehung der Spazierwege rund um den Rahmenberg die Situation zusammen.

Gemeinsam mit dem Ortsvorsteher Georg Kaulen und den Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Werner Krickel, der CDU, Michael Kreitz und der FDP, Kurt Victor, sowie dem 1. Vorsitzenden des Eifelvereins, Klaus Hilgers, und dem Wegewart Benno Weber hatte er sich auf den Weg gemacht.

Der Aufgang am „Liechepättche“ ist inzwischen so zugewuchert, dass an ein Durchkommen kaum zu denken ist. Geschweige denn, dass ein nicht Ortskundiger überhaupt auf die Idee käme, dass hier überhaupt ein schmaler Weg hinauf zum Panoramaweg und zum Haller oder zum Aussichtspunkt beim Pavillon existierte, die allesamt wunderschöne Rundblicke gewähren, sofern die ausladenden Laubbäume nicht inzwischen den Blick auf das Fachwerkstädtchen mit seinen Kirchen und der Burg im Hintergrund verwehren.

Im Laufe der Jahrzehnte sind die einst bewirtschafteten Gärten sich selbst überlassen worden. Brombeeren, Brennnesseln, Unkraut aller Art, Ahorn, Eichen, Weiden und andere Laubbäume haben längst wieder die Macht übernommen. Die seinerzeit der Natur schwer abgerungenen Ackerflächen der damaligen Bewohner, die hier für ihren Lebensunterhalt Gemüse anbauten oder vor langer Zeit ihre Tuche trockneten, sind verwildert. Im eigenen Interesse sorgten die Bewohner des Städtchens dafür, sowohl die Trockenmauern, als auch Terrassen und Wege instand zu halten.

„Seit drei bis vier Jahren“, so der Ortsvorsteher sei diese Maßnahme im Gespräch. Doch wäre der Bauhof damit „für ein halbes Jahr beschäftigt“. Nämlich den Hang komplett zu roden, wie zuletzt vor über 13 Jahren, die Wege und Treppen instand zu setzen und die Trockenmauern zu erhalten.

„Allein die Instandhaltung der Mauern würde 2,5 Millionen Euro kosten“, sagte Krickel, und das gelte nur für den Rahmenberg. Bis vor kurzem habe man gehofft, dass im Rahmen der „Städtebauförderung die Kosten gedeckt werden könnten“, doch das wurde von der Bezirksregierung abgelehnt. Natürlich würde man den Antrag abermals stellen, bestätigte Kreitz. Dennoch, „die Pläne müssen umgesetzt werden“, so Kaulen.

Also wird der Eifelverein gemeinsam mit der Stadt Monschau und Ortsvorsteher Georg Kaulen zumindest die Freischneideaktion der Wege und die wichtigsten Reparaturaufgaben allein stemmen müssen. Dazu gehört – auch aufgrund eines Pflegevertrages, den der Eifelverein mit der Stadt Monschau eingegangen ist – das Freischneiden der Spazierwege.

Mit dem Ortskartells, den Monschauer Vereinen und der Freiwilligen Feuerwehr soll nach genauer Abstimmung im Herbst die Rodung des Rahmenberges vom Panoramaweg hinab zur Stadt bewerkstelligt werden. „Denn ein Verein allein kann das nicht schaffen“, sagte Kaulen.

Dafür muss herausgefunden werden, wem die Gärten gehören und das Einverständnis der Besitzer eingeholt werden. Eigentlich wären diese verpflichtet, Ordnung zu halten, doch dieser Verpflichtung können viele wegen ihres Alters nicht nachkommen. Außerdem handelt es sich um schwere Handarbeit, da der Rahmenberg mit Fahrzeugen nicht erreichbar und das Gefälle sehr stark ist.

Auf einem Eckchen unterhalb eines großen alten Laubbaumes unter dem bisher immer nur eine Bank steht und einen traumhaften Blick über die Stadt bietet, errichtete der Eifelverein gerne eine lauschige Terrasse mit Sitzgruppe, ebenso wie sie schon „Am Grindel“ erschaffen wurde.

Weitere Aufgaben

Die Rundbank am Aussichtspunkt Haller soll eine neue Sitzfläche erhalten und die alte Fahnenstange restauriert werden, alles Aufträge mit Folgekosten. Benno Weber erklärte sich bereit, die Restaurierung der Stange zu übernehmen und für die Pflege zu sorgen. Der Ortsvorsteher stiftet die Beflaggung – eine Monschau-Fahne, eventuell eine Klassik-Fahne während der Festspiele.

Am Donnerstag wird der Eifelverein die Spazierwege rund um den Haller freischneiden und mit Hilfe der Stadt den Grünschnitt entsorgen. Ab Herbst soll dann geplant und koordiniert werden, sagte Kaulen. Auch dies sind Arbeiten, die regelmäßig wiederholt werden müssen, wie der wuchernde Ahorn im Inneren der Ruine beweist. Vor zwei Jahren wurde er im Rahmen einer Übung mit der Jugendfeuerwehr geschnitten, aber jetzt wuchert er schon wieder über die hohen Mauern.

Die relativ neuen Präsentationstafeln am „Halve Mond“, dem Aussichtspunkt unterhalb des Hallers, zeigen einen Ausblick auf den abgebildeten Fotografien, der nicht mehr gegeben ist. Auch hier besteht Handlungsbedarf.

Darüber hinaus fehlen Hinweisschilder. Sechs neue rot-weiße Schilder im alten Stil stiftet der Eifelverein. „Trotz allem bleiben wir dran“, sagte Kreitz. Fördergelder sollen weiterhin beantragen werden, denn dieses Projekt „Rahmenberg“ sei ein herausragendes Leuchtturmprojekt, auch wenn die Bezirksregierung inzwischen andere Förderschwerpunkte setze.

Gleichzeitig hofft man derweil auf tatkräftige Hilfe der Ratsmitglieder, der AMU und der ansässigen Vereine.

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