Eifeltourismus muss sich positionieren

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
itebe-thoben
Am ITB-Stand eine gefragte Gesprächspartnerin: NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben in Berlin zu Gast bei der Eifel. Foto: P. Stollenwerk

Berlin/Nordeifel. Erneut eine der stärksten Delegationen bildete die Eifel bei der Internationalen Tourismus Börse in Berlin (ITB) 2009. Auch zahlreiche Bürgermeister und Landräte und nutzten die ITB, um lokale und überregionale Informationen aufzunehmen, auch wenn der Tourismus nicht unbedingt zum Kerngeschäft der Lokalpolitiker zählt.

Mit Spannung erwartet wurde am Messestand auch in diesem Jahr der Besuch von NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben, die zuvor auch am offiziellen Messerundgang mit Berlins Regierendem Oberbürgermeister Klaus Wowereit teilgenommen hatte, da die Region Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt 2010 diesmal Partnerland der ITB war.

Nicht nur diese Situation beflügelte die Ministerin, auch die Tatsache, dass sich das Reiseland NRW in der Halle 8 mit einem einheitlichen Messeauftritt präsentierte. Am gemeinsamen Stand von Eifel-Ardennen und der Stadt Aachen nahm die Ministerin eine Eifelkrimi-Sammlung entgegen und suchte das lockere Gespräch mit den Umstehenden, auch wenn sie ein Mammutprogramm abzuarbeiten hatte.

Ganz eng um den Tourismus drehte sich der Messebesuch der Eifeler Gäste diesmal, denn die Eifel Tourismus GmbH hatte zu einem halbtägigen Fachseminar in Kooperation mit dem Deutschen Seminar für Tourismus in Berlin eingeladen. Drei der Referenten überraschten mit an Höhepunkten eher armen Vorträgen die Tourismus-Fachleute nicht gerade mit Neuigkeiten; für erfrischenden Schwung sorgte dagegen Referent Eckart Mandler aus Österreich, zugleich Gründer und Geschäftsführer der Europa-Wanderhotels („Als Unternehmer hat man die Aufgabe, etwas zu unternehmen”). Aus der Sicht des Praktikers gab es hier eine Reihe Anregungen zu touristischen Vermarkungsstrategien. Das Seminar soll unter Verwertung der in diesem Jahr gemachten Erfahrungen bei der ITB 2010 fortgesetzt werden.

Für Kreisdirektor Helmut Etschenberg, bis vor drei Monaten Aufsichtsratsvorsitzender der Eifel Tourismus GmbH, kommt es nun darauf an, dass sich die Eifel nicht auf den jährlich 4,5 Millionen Übernachtungen ausruht, sondern sich auf die neuen Herausforderungen einstellt.

„Seitens der Politik müssen Tempo und Richtung angegeben werden,” fordert Etschenberg mit Blick auf den NRW-Tourismus-Masterplan. Die ländlichen Mittelgebirgs-Regionen müssten eine klare Position einnehmen und sich positionieren. Erste Kontakte mit dem Sauerland, um zu gemeinsamer Stärke zu finden, wurden bei der ITB bereits geknüpft. Die nächste Aktion ist ein Gespräch mit Prof. Dr. Ute Dallmeier, der Geschäftsführerin des Tourismus NRW, im Aachener Kreishaus.

Neu bei der ITB war auch, dass die vor Jahren hoch gelobte Kooperation mit dem Rheinland-Pfalz Tourismus in diesem Jahr keine Stärkung erfahren hat. Durch den neuen NRW-Auftritt wurde die Eifel wieder von beiden Bundesländern beworben.

Nicht ganz glücklich ist auch die Tatsache, dass sich der Nationalpark Eifel weit weg in einer anderen Halle präsentiert. Diese Situation aber ist unabänderlich, da die Messeleitung das touristische Angebot des Nationalparks beim Abenteuerurlaub einordnet. Die Nationalparkverwaltung hat nichts dagegen. In der Halle 4 kann man sich ausbreiten, und einen naturnahen Stand unter dem wandgroßen Foto einer Wildkatze präsentieren.

Beim ersten Auftritt im Jahr 2005 erhielt der Nationalpark Eifel wegen der gelungen Darstellung einen Preis der ITB; und seitdem ist man von den Standgebühren befreit. Nicht nur deshalb sagt Nationalpark-Forstamtsleiter Henning Walter: „Hier fühlen wir uns sehr wohl.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert