Eifelspringen in harmonischer Atmosphäre

Von: M. S.
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Vertraten zum Eicherscheider Sommerturnier die Farben der Städteregion: Dressurreiterin Ruth Rölen vom ausrichtenden RuF Eicherscheid und ihr zuverlässiger Wallach „Rhythmus“. Foto: Manfred Schmitz

Nordeifel. Der Duft nach frischem Heu, nach manchen Leckereien und auch eine ganze Menge Spannung lagen am vergangenen Wochenende in Eicherscheid in der Luft. Denn da fand das 42. Reit- und Springturnier des Reit- und Fahrvereins Eicherscheid (RuF) statt.

Der absolute Höhepunkt waren die Wettbewerbe in der Klasse „S“, die Reitern und Amazonen Sonntag unter milder Abendsonne ein Höchstmaß an Können und Konzentration abverlangten. 24 Teilnehmer/innen gingen hier an den Start. Die Hälfte von ihnen erreichte trotz hohen Schwierigkeitsgraden des Parcours „Am Rott“ nach Null-Fehler-Ritt das Stechen.

Diese anspruchsvolle Prüfung der Spitzenkategorie „S“ gewann eine junge Nachwuchssportlerin mit offenkundigen Ambitionen zu Höherem: Die Britin Pippa Allen aus der Equipe des „Eschweiler PSV“ siegte auf ihrem Braunen „Espoir“ in der beeindrucken Zeit von 37.95 Sekunden und ohne Abwurf oder Touchieren.

Mit „Lance“, ihrem „zweitbesten Pferd im Stall“, holte Pippa prompt Silber (38.38). Dritter: Christof Kauert auf „Cuba“ (Schönebecker SC, Sachsen, 38.58). Und weil aller guten Dinge schließlich drei sind, schwang sich Pippa in Eicherscheid gleich noch einmal in den Sattel und landete mit „Coristar“ auf Rang neun. Doch mit diesem Triumph im Eifelsspringen und Erringen des Großen Preises der Sparkasse Aachen war Pippas Medaillenhunger beileibe noch nicht gestillt.

Sie sicherte sich in der Disziplin „M“ mit ihrem eingespielten „braunen Rössertrio“ ebenfalls die Positionen ein uns zwei (51.52 bzw. 53.73 Sekunden). Ihr englischer Landsmann Patrick Klintworth und sein „Connie“ von den Stolberger Pferdefreunden holte mit zehn Sekunden Abstand auf die Erste Bronze. Außerdem machte sie wieder auf Coristars Rücken mit Platz neun im Starterfeld das halbe Pokaldutzend voll.

Mit Pippa Allen, sind sich Pferdesportexperten einig, wächst mehr als ein Talent heran. Dieter Käfer, zweiter Vorsitzender des Eicherscheider RuF: „Wenn sie sich weiter unter der Obhut ihrer Landsfrau und Förderin, der früheren Weltklasse-Springerin und Mitglied der britischen Nationalequipe, Helena Weinberg, so prima entwickelt wie momentan, hat Pippa gewiss eine hoffnungsvolle sportliche Zukunft!“

Internationale Teilnehmer

Fast tausend Meldungen Aktiver und ihrer tüchtigen Vierbeiner gingen zum internationalen Reit- und Springturnier aus allen Teilen der Bundesrepublik, aber auch aus den Benelux-Staaten und Kroatien beim Veranstalter ein. Samstag und Sonntag waren insgesamt 25 Prüfungen unterschiedlicher Kategorien zu bestehen. Das Schiedsgericht bildeten die erfahrenen Pferdesport-Juroren Benno Molterer, Ursula Liesen, Gaby und Hans-Peter Werheid, Wilfried Wadakur und Rudolf Lodewick.

Sie bewerteten, so ihr einhelliger Tenor, „in Eischerscheid durchweg klasse Leistungen der Aktiven“, genossen eine „harmonische Atmosphäre auf den Platzanlagen und eine reibungslose Organisation eines umfangreichen Programms“. Über zwei Tage verteilt erlebten im Schnitt an die tausend Zuschauer das oft turbulente Geschehen hautnah an Oxer und Stangenhürden. Einige Stürze verliefen zum Glück glimpflich.

„Voriges Jahr“, registrierte Geschäftsführerin Christel Küpper, „waren an beiden Tagen 86 vereinsinterne Helfer/innen im Einsatz, das sind diesmal kaum weniger.“

Kaum ist das Eifelspringen vorbei, warten neue Höhepunkte im Terminkalender auf Vorstand, Mitglieder und Aktive. So ist die Teilnahme an den NRW-Meisterschaften für ein- bis vierspännige Kutschen geplant (9. Bis 11. August). Am 18. August ist auf den Rotter Platzanlagen des Reitsportzentrums ein illustres Kaltblutfestival terminiert. „Dann wird sich unser Gelände in eine erlebenswerte Budenstadt mit jeder Menge Kommunikation und Unterhaltung verwandeln“, verspricht der Vorstand.

Ein Schmunzel-Ergebnis im Reigen der 25 Wettbewerbe zeitigte der Programmpunkt „Ride and Drive“. Diese Prüfung setzt harmonische Partnerschaft und schier blindes Verständnis im fliegenden Wechsel zwischen Reiter/in und Kutschenführer voraus. Katrin Förster, passionierte Amazone im RuF-Aktiventross, hatte seit drei Jahren kein offizielles Turnier mehr bestritten. Nun schwang sie sich spontan in den Sattel und siegte, mit Teamgefährten Rainer Braun souverän.

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