Eifeler SPD-Politiker zu Sarrazin: „Er schadet dem Land”

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
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Im Zentrum der Diskussionen: Thilo Sarrazin steht vor dem doppelten Rauswurf.

Nordeifel. Thilo Sarrazin. Immer wieder Thilo Sarrazin. Keine Talk-Show, keine Zeitungsausgabe, keine Internet-Seite, kein Forum, das zurzeit nicht über den Noch-Bundesbank-Vorstand und seine Thesen zum Thema Integration diskutiert. Deutschland diskutiert mehr denn je über den ehemaligen Berliner Finanzsenator.

Dabei rumort es vor allem in Sarrazins Partei, der SPD, gewaltig, ob der beantragte Rauswurf des 65-Jährigen richtig sei. Selbst die Sozialdemokraten sind gespalten: Zahlreiche Mitglieder und Anhänger bundesweit unterstützen das Vorhaben, den unbequemen Ex-Senator auszuschließen.

Doch gibt es selbst unter den Sozialdemokraten nicht wenige, die sich für einen Verbleib Sarrazins aussprechen und die momentanen Diskussionen als „Hexenjagd” bezeichnen, wie etwa Berlins Innensenator Erhart Körting in dieser Woche vor dem Rauswurf warnte.

Auch die drei SPD-Fraktionsvorsitzenden der Nordeifeler Gemeinden Roetgen (Klaus Onasch), Monschau (Gregor Mathar) und Simmerath (Gregor Harzheim) haben zur „Causa” Thilo Sarrazin” eine - klare - Meinung: „Eine Diskussion über Integration ist zwar dringend notwendig”, sagt etwa Gregor Harzheim. „Doch die Art und Weise, wie er ganze Bevölkerungsteile pauschalisiert, ist untragbar.”

Ähnlich äußert sich Klaus Onasch: „Für einen Mann seines Werdeganges ist das nicht gut und belastet so auch die Partei.” Mathar: „Mit seiner Vorgehensweise schadet er dem ganzen Land.”

Dass der heftig umstrittene Ex-Politiker Sarrazin mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab” ein ohnehin sehr sensibles Thema angesprochen hat, finden die drei Eifeler Sozialdemokraten durchaus richtig. Doch erweise Sarrazin der Debatte einen Bärendienst - und der Partei gleich mit.

„Ich bedauere, dass es soweit gekommen ist”, sagt der Simmerather Sozialdemokrat Gregor Harzheim. Denn: „Auch wenn es viele nicht hören wollen: Es gibt viele Missstände beim Thema Integration.” Doch mit seinen Thesen sei Sarrazin „übers Ziel hinausgeschossen.”
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