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Eifel-Touristiker ignorieren den Winter

Von: gego
Letzte Aktualisierung:
Schnee in der Eifel
Der Ortskern von Monschau ist verschneit. Die Kälte hält Deutschland weiter im Griff. Foto: dpa

Aachen. Wenn man wissen will, ob die Lifte in Monschau laufen, muss man Rudi Hermanns Schneetelefon anrufen. Man wählt 02472/4172, dann meldet sich ein Anrufbeantworter und Rudi Hermanns traurige Stimme sagt, ob man im Wintersportzentrum Rohren an diesem Tag skilaufen kann oder nicht.

Wenn man nicht gerade in Rohren wohnt und selbst sieht, ob die Lifte laufen, gibt es keinen anderen Weg, um diese Information zu erhalten. Erstaunlich für ein Gebiet wie die Eifel, das so sehr vom Tourismus lebt.

Will man in Hollerath, Prüm, Hellenthal oder Daun skilaufen, kann man auf die Website der Eifel Tourismus GmbH in Prüm gehen. Dort wird man, obwohl schon seit mehr als einer Woche Schnee liegt, von einem Foto begrüßt, auf dem ein idyllisches Maar umringt von saftig grünen Wiesen unter blauem Himmel vor sich hin döst.

Es dauert ein bisschen, bis man das Versteck des „Wintersport”-Menüpunktes entdeckt. Klickt man darauf, sieht man, an welchen Orten man theoretisch skilaufen kann; nicht aber, ob Schnee liegt, die Lifte laufen oder Loipen gespurt sind. Und das Anfang Dezember. Es ist, als wäre der Eifel der Wintersport egal.

Und in der Tat: so ist es auch ein bisschen. „Wir sind nicht auf den Winter fokussiert”, sagt Uschi Regh von der Eifel Tourismus GmbH. Geld, bedeutet das, wird in der Eifel mit Touristen nur im Sommer verdient, den Winter kann man getrost vernachlässigen. Und es gibt auch keine Pläne, das zu ändern. Ein anderes Problem des Eifeler Tourismus ist dessen dezentrale Vermarktung.

Uschi Regh sagt, die Tourismus GmbH verbreite lediglich Informationen, die ihr kommunale Tourismusbehörden zur Verfügung stellen. Fast jede Kommune vermarktet sich im Wesentlichen selbst. Obwohl sich Eifel-Touristiker dieses Problems seit Jahrzehnten bewusst sind, hat sich doch nicht viel daran geändert.

Die Ostbelgier haben aus ihren Fehlern gelernt. „Unsere Website ist eine einzige Katastrophe”, sagt Sandra de Taeye, neue Direktorin des Verkehrsamtes der Ostkantone. Zwar kann man auf der Internetpräsenz der ostbelgischen Tourismusbehörde mehr über Wintersportmöglichkeiten im belgischen Teil der Eifel erfahren als bei den deutschen Kollegen, aber die Informationen sind noch weit davon entfernt, benutzerfreundlich und vor allem aktuell zu sein.

Deswegen geht am Dienstag ein neues Modul der Website online, das Wintersportler in Echtzeit darüber informiert, in welchen ostbelgischen Wintersportgebieten wie viel Schnee liegt, ob Lifte laufen, ob Loipen gespurt oder Wege zum Wandern geebnet sind. Wie die Schneequalität ist und wie die Wetter- und Schneeprognosen der nächsten Tage lauten. Eine vollkommen überarbeitete Website, sagte de Taeye, solle dann nächsten Juni online gehen.

Zwar kann man auch in Ostbelgien nicht behaupten, dass die Region vom Wintersport lebe; trotzdem wird seit einiger Zeit darüber nachgedacht, für einzelne Abfahrtspisten Schneekanonen anzuschaffen.

Das würde bedeuten, dass man, einigermaßen niedrige Temperaturen vorausgesetzt, wie im Sauerland über Wochen sicher skilaufen könnte, ohne auf jede einzelne Naturschneeflocke angewiesen zu sein. /Foto: imago/steinach

Die Schneefallgrenze steigt deutlich an

Zum Start des Wochenendes reicht die Schneehöhe in der Nordeifel übrigens nur zum Rodeln, hieß es bei Monschau-Touristik auf Anfrage. Am Weißen Stein in Hellenthal-Udenbreth ist die Liftanlage am Samstag ab 11 Uhr, am Sonntag ab 10 Uhr geöffnet.

Optimale Wintersportbedingungen herrschen im Sauerland. Winterberg erwartet bei 20 Zentimetern Naturschnee und 30 Zentimetern Kunstschnee über 20.000 Skifahrer allein am Samstag.

Im Laufe des Samstags steigen die Temperaturen stetig an. Am Nachmittag beginnt es wieder zu schneien. Nach Angaben von eifelwetter.de ist Sonntag mit viel Niederschlag zu rechnen, der aber nur noch oberhalb von 600 Metern als Schnee niedergeht. Dort seien bis zu 20 Zentimeter Neuschnee möglich. Auf einer Höhe von 300 Metern falle noch Schneeregen. Im Flachland sei Regen zu erwarten, der am Boden gefrieren kann. Autofahrer müssten sich deshalb vor Glatteis in acht nehmen.
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