Eifel-Tourismus: „Bald Naturerlebnisregion Nummer eins”

Von: Peter Stollenwerk
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Stark umlagert war in Berlin der Counter von Eifel- und Ardennen-Marketing, als NRW-Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger bei seinem ITB-Messerundgang Station machte. Foto: P. Stollenwerk

Berlin/Nordeifel. Die Berliner Luft bekommt auch in diesem Frühjahr der Eifel ausgezeichnet. Mit einem starken Aufgebot sind die regionalen Touristiker zwischen Monschau und Prüm wieder einmal bei der weltgrößten Reisemesse in Berlin unter dem Funkturm vertreten.

Über 20 Bürgermeister und Landräte aus der nordrhein-westfälischen und rheinland-pfälzischen Eifel zeigen in der Bundeshauptstadt Flagge für ihre Region.

11.000 Aussteller aus aller Welt

Der touristische Zusammenschluss der beiden Eifelregionen vor nunmehr zehn Jahren erscheint da bereits wie ein Stück Geschichte. NRW und Rheinland-Pfalz-Eifel machen auf der ITB unter den mehr als 11.000 Ausstellern aus aller Welt ebenso gemeinsame Sache wie auch die grenzüberschreitenden Region Eifel-Ardennen mit der Stadt Aachen.

Dass die Eifelmannschaft in Berlin zusammenhält, zeigte sich auch beim traditionellen Messerundgang von Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger, der gerne am Eifelcounter, wo großer Andrang herrschte, den Dialog suchte und mit einem Bildband über die Vulkaneifel in der Hand seine Stippvisite fortsetzte.

Mit von der Partie waren hier auch Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter und Karl-Heinz Hermanns, Bürgermeister der Gemeinde Simmerath. Während Magga Ritter die Gelegenheit nutzte, den Kontakte am benachbarten Counter dem Arbeitsgemeinschaft historischer Stadtkerne (zu der auch Monschau gehört) zu pflegen, präsentierte Karl-Heinz Hermanns gemeinsam mit der Rursee-Touristik das Jugendferiendorf in Woffelsbach, wo die Gemeinde noch einen Betreiber sucht.

Harte Fakten zur aktuellen touristischen Entwicklung kamen dann später bei der Pressekonferenz der Eifel-Touristik auf den Tisch. Rückblickend auf die Gäste- und Übernachtungszahlen des vergangenen Jahres sei die Eifel „noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen”, sagte Heinz Onnertz, der Landrat des Vulkaneifelkreises und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Eifeltourismus GmbH.

Mit 1,4 Millionen Gästen im Gebiet der Eifel-Tourismus GmbH ergab sich gegenüber 2009 keine Veränderung. Einen leichten Einbruch von minus 1,1 Prozent gab es allerdings bei den Übernachtungszahlen mit 4,5 Millionen.

Sehr zufrieden mit der Entwicklung in seiner Region zeigte sich auch Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren und Vorsitzender der Eifel-Agentur. Die Resonanz auf die Kunstakademie Heimbach habe „die kühnsten Erwartungen” übertroffen. Teilnehmer und Dozenten der in diesem Jahr anstehenden 110 Seminare würden zudem für rund 3000 Übernachtungen in der Region sorgen. Beim Burgfestival in Nideggen in der ersten Hälfte der Sommerferien erwarte man in diesem Jahr rund 8500 Besucher.

Sechs Wochen Kultur in Folge

Zudem freue er sich auch über die gelungene Kooperation mit Monschau, wo die Klassik in der zweiten Ferienhälfte über die Bühne gehe und den Gästen somit sechs Wochen Kultur in Folge geboten werde.

Die Bedeutung der Naturerlebnisregion Eifel/Ardennen rückte Isabelle Weykmans, Tourismusministerin der deutschsprachigen Gemeinschaft Ostbelgiens in den Blickpunkt. Die anstehende Eröffnung des Ravel-Radweges auf der ehemaligen Vennbahntrasse ab 2012 stelle eine weitere Attraktion bei insgesamt 2600 Kilometern Wanderwegenetz dar.

„Wir sind auf dem Weg, die Naturerlebnisregion Nummer eins in Europa zu werden”, zeigte sich Fritz Rötting, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer überzeugt. Bestärkt worden sei man durch das Ergebnis einer bundesweiten Studie im Auftrag der Eifel-Tourismus GmbH , wonach die Eifel unter 134 Reisezielen in Deutschland vom Bekanntheitsgrad auf dem 21. Platz landete und innerhalb Nordrhein-Westfalens Platz vier erreichte.

Allen Grund, sich selbst zu feiern, hatten die Eifeler dann beim entspannten Eifel-Ardennen-Abend, der in der Berliner NRW-Landesvertretung stattfand. Höhepunkt des Abends war hier die zum zweiten Mal stattfindende Verleihung des Eifel-Awards. Dieser Preis der Zukunftsinitiative Eifel, ein wirtschaftlichen Zusammenschluss des zehn Landkreise in der Region, wird verliehen für herausragende Initiativen für die Eifel.

Entgegennehmen durfte den „Eifel-Nobelpreis” Dr. Josef Zierden (Gerolstein) , Gründer und Initiator des 1994 aus der Taufe gehobenen Eifel-Literaturfestivals, Laudator Dr. Sigfrid Gauch sagte, dass das Festival die Region weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht habe. Namen wie Martin Walser, Siegfried Lenz oder zuletzt Nobelpreisträgerin Herta Müller sorgten dafür, dass das Festival inzwischen auch in überregionalen Feuilletons Beachtung finde.

Zierden unterstrich noch einmal die Zielrichtung seiner Initiative. Er habe die gesamte Eifel zu einer Literaturbühne machen wollen. Ein weiteren Eifel-Award erhielt das ostbelgische CSY-Team, ein Mobilitätsprojekt für Jugendliche auf dem Lande.

Nobelpreisträger kommt

Das ständige Ringen, die besten Autoren in die Eifel zu bekommen, wird beim kommenden Literaturfestival im Jahr 2012 mit für Dr. Josef Zierden eine weitere Sternstunde bereit halten. Nach 14-jährigem Bemühen ist es ihm gelungen, einen deutschen Literaturnobelpreisträger für eine Lesung in Prüm zu gewinnen. Offiziell wird sein Name am 7. April verkündet.

Bei soviel guten Nachrichten für die Eifel ließ es sich in Berlin noch entspannt feiern, aber nicht nur das: Auf der Messe wartete auch viel Arbeit und viel Einsatz, denn der Gast will umworben sein.
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