Eifel muss auf Sonne und Frühling warten

Von: Karljosef Linden
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Das Himo Imgenbroich ganz in Weiß: Gefühlte 28 Wochen Winter herrschte in der Eifel, ehe nun endlich Besserung droht.

Nordeifel. Der Februar 2009 war im Durchschnitt nicht nur nach unserem Gefühl etwas kälter als das langjährige Mittel. Im Vergleich zum Vorjahr, als mit Höchstwerten über 20 Grad schon der Frühling Einzug hielt, präsentierte sich der letzte Wintermonat phasenweise winterlicher.

Selbst im Aachener Land wurde die Zehn-Grad-Marke nur einmal geknackt. Außerdem war der Monat nur im Sauerland oberhalb von 700 Meter sehr schneereich. In den höheren Lagen der Eifel wuchs die Schneedecke in Udenbreth leider nur eine Woche stetig an, nämlich vom 11. bis 17. Februar.

Die Maxima erreichten immerhin 36 Zentimeter, im Hohen Venn waren es 25 bis 30 Zentimeter zwischen Höfen und Mützenich und von Aachen bis Eschweiler wurden maximal zwei Zentimeter gemessen.

Bei den Niederschlägen gab es nur geringe Abweichungen zum Klimamittel, die Sonne dagegen machte sich rar. Betrachten wir den Kreis Aachen in Gänze, so war es nicht nur in den Hochlagen der Nordeifel kälter als im Klimamittel (1971 bis 2000). Die Mitteltemperatur betrug im Flachland meist 2,3 bis 2,6 Grad (Abweichung in Aachen -0,6 Grad).

In Kalterherberg am kältesten

Die Mittelwerte auf den Bergen waren auch etwas zu niedrig. Folgende Mittelwerte wurden gemessen: Mützenich -0,5 Grad, Schöneseiffen/Wahlerscheid -0,1 Grad, Kalterherberg +0,2 Grad, Simmerath-Strauch +0,5 Grad und Roetgen +1,1 Grad. Die kälteste Nacht wurde am 15. Februar mit -15,8 Grad im Rurtal bei Kalterherberg gemessen. Aachen blieb mit -3,7 Grad deutlich wärmer.

Die niedrigste Bodentemperatur des Kreises konnte ebenfalls Herr Mertens in Kalterherberg über der Neuschneedecke messen: -19,2 Grad am gleichen Tag. Zaghafte Frühlingsgefühle stellten sich bei fast 12 Grad rund um Aachen nur am 28. Februar ein, also am letzten Wintertag. Zum Vergleich: Im Februar 2008 lagen die Temperaturspitzen in Aachen bei 17 Grad und die Forsythien blühten Ende des Monats.

Richtige Dauerfrost- oder Eistage blieben den Hochlagen ab 400 Meter vorbehalten: In Roetgen wurden zwei, in Kalterherberg drei, in Schöneseiffen vier und Mützenich sechs Eistage gezählt. Die Zahl der Frosttage sank ebenfalls im Vergleich zum Januar 2009 deutlich, dennoch hatten die Heizungen noch genug zu leisten, wie die folgende Anzahl von Frostnächten bestätigen: Mützenich 23, Höfen 21, Kalterherberg 20, Simmerath 19, Roetgen 18 und Aachen 13 Frostnächte.

Die monatlichen Niederschlagsmengen lagen unter 300 Metern meist zwischen 40 und 70 Liter pro Quadratmeter und damit im Mittel knapp über den langjährigen Werten (plus 10 bis plus 20 Prozent). Markant mehr Regen und vor allem Schnee fiel am Nordrand der Mittelgebirge. So wurden in Mützenich 157 Liter pro Quadratmeter, in Kalterherberg 133, in Roetgen 122, an der Perlenbachtalsperre 118 und an der Kalltalsperre 106 Liter pro Quadratmeter gemessen.

Besonders am 10. Februar fielen in der Nordeifel durch Sturmtief „Quentin” erhebliche Regensummen innerhalb von 24 Stunden, in Mützenich beispielsweise 42,8 Liter pro Quadtratmeter. Gleichzeitig tobte der Sturm mit bis zu 85 Kilometer pro Stunde am Windpark auf den Höhenzügen zwischen Wahlerscheid und der „Hohen Mark”.

Im Vergleich zum sonnenscheinreichen Monat Januar, in dem Rekordwerte gemessen wurden, machte sich die Sonne im Februar rar. Mit nur 31 Sonnenstunden wurden zwischen Eschweiler und Aachen nur etwa 38 Prozent der sonst üblichen Sonnenstunden registriert. Auch in Kalterherberg (31 Stunden) und am Windpark Schöneseiffen (38 Stunden) gab es nur wenige Sonnenstrahlen. In Kombination mit der recht kühlen Witterung wurde das Wachstum der Frühblüher erheblich gebremst. Haselnuss und Erle setzten Ende des Monats und auch zu Beginn des März - zur Freude der Allergiker - nur wenige Pollen frei.

Auch im März geduldig bleiben

Richtig frühlingshaft warm ist es jetzt Anfang März auch noch nicht geworden. Das Wetter fährt Achterbahn, wie so oft in diesem Monat. Am 6. März fielen erneut 20 Zentimeter Schnee rund um Monschau und kaum ist er da, regnet es auch schon wieder bei bis zu 12 Grad. Nach diesem kalten Winter sehe ich für den März schwarz. Die zweite Monatshälfte soll ab dem 13. März trockenkalt werden mit häufigen Nachtfrösten und östlichen Winden. Temperaturen über 15 Grad sind eine Seltenheit.

Also unbedingt Winterreifen drauf lassen und nicht zu früh die Kartoffel in die Gartenerde legen!
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