Eifel-Literatur-Festival: Kleiner, aber Klasse

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Schon im Vorfeld des 11. Eifel-Literatur-Festivals war das Interesse groß: Den Medienvertretern wurde in Prüm das aktuelle Programm unterbreitet.

Nordeifel. Das 11. Eifel-Literatur-Festival startet im kommenden Frühjahr. Die Veranstaltung hat zwar „abgespeckt“, doch sie bleibt weiter hochkarätig. Das Eifel-Literatur-Festival findet seit 20 Jahren im Zwei-Jahres-Rhythmus statt und lockt jedes Mal wieder tausende Literaturfans aus ganz Deutschland und aus dem Ausland in die Eifel.

Mehr als 200 Autoren waren bisher schon zu Gast, darunter Nobelpreisträgerin Herta Müller, Martin Walser und Günther Grass. 2014 ist es zum 11. Mal soweit: Im April geht es los mit dem bunten Reigen ganz verschiedener Autoren. Von Sachbuch bis Roman, von Richard David Precht bis Daniel Kehlmann sind vielfältige Literatur-Erlebnisse garantiert.

Wer aus der Nordeifel Interesse an Weltklasse-Autoren, muss reisen, denn das Festival beschränkt sich diesmal ausschließlich im rheinland-pfälzischen Teil der Eifel, Zwischen Bitburg und Wittlich, statt.

Von April bis Oktober wird es beim 11. Eifel-Literatur-Festival neun Lesungen geben. Ein tolles Programm, und doch weit weniger als die Hälfte an Veranstaltungen als beim vergangenen Festival im Jahr 2012; damals lockten über 20 Lesungen Literaturfans in die Eifel. Warum ist das Eifel-Literatur-Festival „geschrumpft“? Das war eine der Hauptfragen bei der Pressekonferenz in Prüm.

„Wir mussten das Festival vom Umfang her und auch räumlich begrenzen. Schon 2012 war der nordrhein-westfälische Teil der Eifel nicht mehr dabei, einfach wegen des großen Aufwands“, erklärte Festivalleiter Josef Zierden, der das Festival mit seiner Frau ehrenamtlich leitet – neben seinem Beruf als Lehrer. „Beruf, Familie und das Festival sind schwer zu vereinbaren. Wir wollen das Festival ja bestmöglich organisieren. So sollen beispielsweise die Autoren sehr intensiv betreut werden“, so Zierden. Nicht umsonst kämen Autoren wie Richard David Precht oder auch Daniel Kehlmann gerne wieder.

Liebe zur Literatur siegte

Das Festival habe Zierden bisher viel Kraft gekostet. „Ich hatte eigentlich vor, es mit dem großen und anspruchsvollen Programm im Jahr 2012 zu beenden“, erzählt der Festivalleiter. Doch die Liebe zur Literatur habe wieder gesiegt. „Aber eben mit weniger Lesungen.“

Der kleinere Umfang werde sich auch in den Besucherzahlen niederschlagen: Zierden, der die Reihe 1994 gründete, erwartet 2014 etwa 5000 Gäste. 2012 zog das größte Literaturfestival in Rheinland-Pfalz gut 15.000 Besucher an. 2012 belief sich das Budget der Reihe auf rund 300.000 Euro. Das Land steuerte 80.000 Euro bei. Wie viel es dieses Mal sein wird, verriet der rheinland-pfälzische Kulturstaatssekretär Walter Schumacher bei der Pressekonferenz nicht. Er dankte jedoch dem Ehepaar Zierden für sein Engagement und kündigte den beiden die Verleihung des Landesverdienstordens am 18. Dezember an.

Doch unermüdlich appelliert Josef Zierden an die Politik: Ohne bessere finanzielle Unterstützung könne das Festival nicht weiter bestehen. Bei anderen Festivals gebe es beispielsweise hauptamtliche Koordinatoren oder Helfer. „Das Festival hat eine raue Vergangenheit hinter sich, und ich hoffe, dass es 2014 unter einem guten Stern steht“, so Zierden.

„Alle wissen, dass das Festival bisher eine Erfolgsgeschichte war. Das wird bestimmt wieder getoppt. Wer den großen Aufwand kennt, der kann sich nur wundern, wie Sie das schaffen!“ , meinte Prüms Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy an die Adresse von Josef Zierden.

Auch wichtig für Tourismus

„Das Eifel-Literatur-Festival strahlt weit über die Eifel hinaus. Als das Festival vor 20 Jahren begann, war Literatur gerade hier in der Eifel nicht in so einer breiten Bevölkerungsschicht vertreten. Dass das heute anders ist, ist auch ein Verdienst des Festivals. Nicht zuletzt ist das Festival auch für den Tourismus wichtig.“, bilanzierte Joachim Streit, der Landrat des Landkreises Vulkaneifel.

Es wird sechs Veranstaltungen im Frühjahr geben und drei im Herbst.

Den Auftakt macht Pater Anselm Grün am Mittwoch, 9. April, im Eventum in Wittlich mit „Die hohe Kunst des Älterwerdens“. Der studierte Philosoph und Theologe gilt jedes Jahr wieder als Publikumsmagnet beim Eifel-Literatur-Festival.

Dieter („Max“) Moor wird am Freitag, 25. April in Prüm in der Aula der Ex-Wandalbert-Hauptschule aus seinen Erfolgsbüchern „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht“ und „Lieber einmal mehr als mehrmals weniger“ lesen und seine Zuhörer wieder nach Brandenburg entführen, wo er mit seiner Frau einen Bio-Bauernhof betreibt. Skurrile und liebevolle Begegnungen mit Einheimischen sind garantiert.

Richard David Precht gehört zu den bekanntesten Philosophen der Gegenwart. Mit „Anna, die Schule und der liebe Gott“ hat er mehr als eine Bestandsaufnahme des deutschen Schulsystems geschaffen. Es ist ein Plädoyer für eine Bildungsreform. Precht liest am Freitag, 9. Mai in der Bitburger Stadthalle.

Das Autorenduo Volker Klüpfl und Michael Kobr wird am Freitag, 16. Mai in der Bitburger Stadthalle eine wahre Krimi-Comedy-Show abliefern. Mit ihren Romanen um Kommissar Kluftinger dominieren sie die deutsche Krimi-Szene. Ihr aktuelles Buch: Herzblut. Kluftingers neuer Fall.

Drei Schwestern, drei Leben, drei Lieben und dabei das Porträt eines ganzen Jahrhunderts, das ist der Bestseller-Roman von Anna Gesthuysen: „Wir sind doch Schwestern“. Die Journalistin und Fernsehmoderatorin tritt am Dienstag, 27. Mai im Forum in Daun auf.

Nach seinem Welterfolg „Die Vermessung der Welt“ liefert Daniel Kehlmann mit seinem neuen Roman „F“ wieder ein viel diskutiertes Buch. Fast der ganze Roman spielt an einem einzigen, höllisch heißen Tag, am 8. August, kurz vor dem Börsencrash. Daniel Kehlmann liest am Freitag, 6. Juni im Eventum in Wittlich.

Um einen Sommer geht es auch in „1913. Der Sommer des Jahrhunderts“. Das Buch von Florian Illies steht seit einem Jahr ganz oben auf der Bestseller-Liste. 1913, das ist ein Moment höchster Blüte, und doch ist es das letzte Friedensjahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Florian Illies („Generation Golf“) liest am Dienstag, 9. September im Forum in Daun.

Rüdiger Safranski gilt als einer der besten Biografen Deutschlands. Nun hat er mit „Goethe. Kunstwerk des Lebens“ eine neue Erfolgsbiografie geschrieben. Mit Elementen aus Briefen, Tagebüchern und Werken Goethes zeichnet er ein authentisches Bild des Universalgenies. Ein gelungenes Leben als größtes Werk des Künstlers. Safranski liest am Freitag, 19. September in der Bitburger Stadthalle.

Abgründe des Menschen zeichnet Ferdinand von Schirach in seinen weltweiten Bestsellern, die auf wahren Rechtsfällen beruhen. Nun hat der Strafverteidiger von Schirach einen neuen Roman geschrieben: „Tabu“. Einem Künstler wird vorgeworfen, eine junge Frau getötet zu haben. Wie ein alter Anwalt versucht, dem Künstler zu helfen, darüber liest von Schirach am Freitag, 26. September in der Bitburger Stadthalle – dem Finale des Eifel-Literatur-Festivals.

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